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DVD-Besprechung - Diler - Indian Jones

Story:
Alle 73 Jahre ist es möglich den magischen Stein Atma-Ling in den eigenen Besitz zu bringen. Vor 73 Jahren hat es der Grabräuber und Multimillionär Bhatia (Tinnu Anand) versucht, ist dabei allerdings gescheitert und versucht es nun – mittlerweile 99 Jahre alt – erneut. Denn Atma-Ling verspricht ewiges Leben und Bhatia will ewig leben und seine Macht auskosten. Im Weg stehen ihm nur Swapna (Namrata Shirodkar), die eigentlich nur ihren verschollenen Professor finden will und der Abenteurer Anji (Chiranjeevi), der durch Zufall auf den Stein stößt und ihn bergen kann.

Meinung zum Film:
Indien hat eine große Bevölkerung mit über einer Milliarde Einwohnern und da wird es wenig überraschen, dass die Filmindustrie groß ist in diesem Land. Bollywood als Begriff für Filme aus dem ehemaligen Bombay (heute Mumbai) ist mittlerweile auch in Europa sehr bekannt. Weniger bekannt hierzulande ist aber, dass es neben Bollywood aber noch eine weitere Filmindustrie in diesem Land gibt, die wohl ebenso groß ist, wie die aus Mumbai: Tollywood. Dieser Name setzt sich zusammen aus den Worten „Telugu“ und „Hollywood“ und deutet auch schon auf den großen Unterschied hin: Diese Filme sind nicht in der Hindi-Sprache gedreht worden, sondern in Telugu, einer der vielen Sprachen des indischen Subkontinents. Angesiedelt ist die Produktion in Süd-Indien in Anha Pradesch. Deren Mega-Star ist analog zu Sha Rukh Khan („Baddshah“) in Bollywood der Schauspieler Chiranjeevi („Stalin“). Über 135 Filme hat er gedreht und er soll angeblich der bestverdienende Schauspieler Indiens sein. Vom Aussehen her ist Chiranjeevi eine Mischung aus Bud Spencer und Terence Hill, wobei er deutlich Richtung Bud Spencer geht, verbunden mit einem Bauchansatz und kämpferischen Qualitäten, bei denen auch Spencer kreisrunde Augen bekommen würde.

Nun ist „Diler – Indian Jones“ mit Sicherheit ein Film, der die Actionqualitäten seines Hauptdarstellers herausfordert. Denn nicht nur der deutsche Titel deutet es an, auch das Drehbuch lässt es klar erkennen: Hier haben die Macher sehr, sehr viele Anleihen bei Indiana Jones genommen und sie auf indische Art und Weise umgesetzt. Das ist besonders deutlich beim Finale zu erkennen, das mehr als nur Ähnlichkeiten mit dem Finale aus Indiana Jones 3 aufweist, dieses zum Teil sogar schamlos kopiert. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Zitate aus Indiana Jones 1 zu sehen. Das könnte alles zum Nachteil gereichen, aber insgesamt bleibt Diler noch eigenständig genug, damit die Zitate als Hommage durchgehen können. Wo Diler mit Sicherheit überzeugen kann, ist der Bereich Special Effects, insbesondere zu Beginn und am Ende des Films. Wobei allerdings zum Ende die Farben der Darsteller nicht immer gut mit dem Hintergrund harmonieren und man es sieht, dass sie in einer Blue Box aufgenommen wurden. Aber nichtsdestotrotz sind die Special Effects auf einem hohen Niveau.

Insgesamt wird aber auch gerne übertrieben. Die Kämpfe sind deutlich Over The Top, Chiranjeevi hat einfach ein zu leichtes Spiel und sein Charakter Anji zu wenig Spielraum, um überhaupt als Charakter deutlich hervor zu treten. Er ist im Prinzip einfach nur Held, ohne jegliche Schwäche und daher kann sich der Zuschauer nur schwer mit ihm identifizieren. Da ist mit Sicherheit die Rolle des Bhatia für Tinnu Anand („Gang“) eine deutlich dankbarere Rolle gewesen, der herrlich sinister agieren darf und sich unter der dicken Maske doch noch wohl fühlt. Er spielt sowohl den jungen, als auch den alten Bhatia. Der Rest des Casts bleibt eher fad bzw. wird dermaßen in Clichés reingepresst, dass die schauspielerische Leistung gar nichts mehr zu vermelden hat. Da nun aber bei einem Actionfilm die schauspielerische Leistung auch Nebensache sein kann, bleibt der Film insgesamt immer noch sehenswert. Und Action gibt es reichlich.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist stellenweise mit einem eher schlechten Kontrast ausgestattet. Dies fällt besonders negativ bei einigen dunklen Szenen auf. Ansonsten ist ers aber recht gut und bietet lebendige Farben. Der Sound, der in Dolby Digital 5.1 und nur in Deutsch vorliegt, bietet ein gutes Surroundfeeling mit einigen gut gesetzten Effekten.

Erstaunlich genug bei einem indischen Film ist die Tatsache, dass es Special Features gibt. Ein 12-minütiges Special zeigt einige Hintergründe zum Schauspieler Chiranjeevi. Dies ist gut gelungen und bietet einen guten Einblick in Tollywood. Der weiterhin beiliegende Bonusfight ist allerdings eher etwas, was man hätte weglassen können, ohne viel dabei zu vermissen.

Fazit:
Recht viele Zitate aus Indiana Jones machen aus „Diler – Indian Jones“ eine Hommage an die Archäologen-Trilogie. Leider überzeugen die schauspielerischen Leistungen über weite Strecken nicht. Doch man kann sich den Film gut ansehen, denn unterhalten wird man dennoch gut.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
104:16 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Chiranjeevi-Special
  • Bonusfight
Diler - Indian Jones - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Diler - Indian Jones
Anji

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
Indiana Jones auf indisch


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Indien, 2004
Regie:
Kodi Ramakrishna
Drehbuch:
-
Darsteller:
Chiranjeevi, Saraswatamma, Bhupinder Singh, Nagendra Babu, Namrata Shirodkar, Rami Reddy, Ramya Krishna, Tinnu Anand

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
05.04.2007