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DVD-Besprechung - Der scharlachrote Pirat
Story:
1718: Der englische Lord James Durant (Peter Boyle) ist der Gouverneur von Jamaika und führt dort ein Schreckensregime, mit dessen Hilfe er die Bevölkerung materiell ausbluten lässt. Zu dieser Zeit ist in diesem Sektor der scharlachrote Pirat, Ned Lynch (Robert Shaw), mit seinen Männern aktiv und Lord Durant ein arger Dorn im Auge. Als Durant seinen Vorgänger Sir James (Bernard Behrens) enteignen und einkerkern lässt, wendet sich dessen Tochter Julie (Geneviève Bujold) an Ned Lynch und berichtet ihm von Durants bevorstehender Abreise, mit all seinen Wertgegenständen. Sie betraut ihn damit, Durant zu töten, sowie die politischen Gefangenen, einschließlich ihres Vaters, zu retten.
Meinung zum Film:
Als die Welle der Freibeuterfilme schon lange abgeebbt war, brachte Universal 1976 mit "Der scharlachrote Pirat" eine aufwendige Wiederbelebung des Genres in die Kinos. Regie führte dabei James Goldstone ("Indianapolis"), während sich vor der Kamera einige Stars tummelten. Mit an Bord waren Robert Shaw ("Der Weisse Hai"), James Earl Jones ("Der Prinz aus Zamunda"), Peter Boyle ("Dotterbart"), Beau Bridges ("I-See-You.com") und Geneviève Bujold ("Schwarzer Engel").
"Der scharlachrote Pirat" ist kein Film, der das Genre neu erfindet, vielmehr bedient er sich bekannter Elemente und verbindet sie zu einer überzeugenden Gesamtkomposition. Es finden sich u.a. die üblichen Mantel-und-Degen-Gefechte, eine Romanze zwischen dem rebellischen Freibeuter und seiner gesellschaftlich höher gestellten Herzensdame, sowie der finale Sturm auf die Festung des Tyrannen. Auf Seegefechte muß man allerdings verzichten. Die Marine ihrer Majestät scheint sich im verlängerten Landurlaub zu befinden, lediglich ein kleiner Angriff auf Landziele zeigt das Piratenschiff im Einsatz, auch geentert wird in diesem Film nicht. Deutlich anzusehen ist allen Beteiligten der Spaß, den sie offensichtlich bei der Entstehung des Films besaßen. In Verbindung mit dem beschwingt-heiteren Soundtrack überträgt sich diese gute Stimmung somit auch auf den Zuschauer. Die Geschichte besitzt nicht gerade epische Breite, ist aber kurzweilig geraten und konzentriert sich auf das Wesentliche. Handwerklich ist der Film sehr gelungen, die Fechtkunsteinlagen sind sehr flott inszeniert und beziehen auch die Umgebung mit ein, weiterhin gibt es noch einen wirklich spektakulären "Kutschenflug" über eine hohe Klippe ins darunterliegende Meer.
Neben den guten Stunts und Actioneinlagen können auch die Darsteller voll überzeugen. Robert Shaw verleiht dem scharlachroten Piraten in der Tat noch einiges mehr an Farbe als seine eh schon äußerst bunte Kostümierung und verbindet in seiner Person Tollkühnheit, Wagemut und einen geradezu kindlichen Abenteuertrieb zu einer explosiven Mischung. Peter Boyle überzeugt hingegen als sein finsterer und sadistischer Gegenspieler, der ständig genervt wirkt und lieber in Ruhe die Früchte seiner ausbeuterischen Tätigkeit genießen würde. Dank vertrottelter Untergebener wie Major Folly, sehr humorvoll gespielt von Beau Bridges, bleibt ihm diese Rolle jedoch versagt. Geneviève Bujold gibt in "Der scharlachrote Pirat" eine sehr temperamentvolle Vorstellung und ihre respektlosen Äußerungen sind ähnlich scharf wie ihr erstaunlich gewandt geschwungener Degen. Das Piratenbild des Films ist ganz klar positiv ausgerichtet und von Edelmut geprägt. Den Piraten ist es gelungen, ihre Freiheit zu verteidigen, während das Volk unter dem Joch von Lord Durant ächzt. Am Ende kommt es jedoch zum Zusammenschluss der Piraten mit der normalen Bevölkerung und gemeinsam wird der Kampf gegen geldgierigen Despoten aufgenommen.
Digitale Aufarbeitung:
Die Schärfe kann für einen mehr als 30 Jahre alten Film wahrlich als sehr gelungen bezeichnet werden, der Kontrast geht ebenfalls in Ordnung und auch die Farben wirken angenehm ausdrucksstark. Das einzige Manko sind regelmäßige, kleinere Verschmutzungen, auch ein minimales Bildrauschen ist vorhanden. Die beiden Tonspuren sind zu jeder Zeit gut verständlich. Die englische Tonspur klingt aber etwas dumpfer, Untertitel gibt es nicht.
Der DVD liegt ein interessantes, aber recht knapp gehaltenes Booklet bei. Auf der DVD befinden sich die deutsche Super-8-Fassung des Films (16:24), das englische Making Of (8:35), das zur Zeit der Dreharbeiten entstand, und mehr einen Werbefilm als ein Making Of darstellt, ein deutscher und ein englischer Trailer zum Film, sowie eine Bildergalerie mit Artwork.
Fazit:
"Der scharlachrote Pirat" ist ein kurzweiliges Freibeuterabenteuer mit überzeugenden Actionszenen, einer guten Prise Humor, engagierten Darstellern und einer beschwingten musikalischen Untermalung. Der Film stellt zwar innerhalb des Piratenfilmgenres keine echte Innovation dar, ist jedoch eine erfolgreiche Wiederbelebung des klassischen Stoffes mit pyrotechnisch gelungenem Finale. Technisch ist die DVD sehr überzeugend ausgefallen, die Extras sind für einen solchen Nischentitel ebenfalls zufriedenstellend.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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96:50 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- 4-seitiges Booklet
- Super-8-Fassung
- The Making Of "Der scharlachrote Pirat"
- Deutscher/Englischer Trailer
- Bildergalerie mit Artwork, etc.
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Der scharlachrote Pirat
Swashbuckler
Unterhaltsames Piratenabenteuer, mit Witz, Action und guten Darstellern
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1976 Regie: James Goldstone Drehbuch: Jeffrey Bloom, Paul Wheeler Darsteller: Robert Shaw, Peter Boyle, James Earl Jones, Geneviève Bujold, Beau Bridges, Geoffrey Holder
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 05.10.2007
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