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DVD-Besprechung - Howard the Duck

Story:
Der Ente Howard wird durch ein fehlgeschlagenes Experiment von Dr. Walter Jenning (Jeffrey Jones) direkt von seinem Heimatplanet auf die Erde gebeamt, wo er in der Sängerin Beverly (Lea Thompson) und dem mit ihr befreundeten Laborgehilfen Phil Blumburtt (Tim Robbins) Unterstützung beim Zurechtfinden in der für ihn fremden Welt erhält. Bei der Suche nach einer Möglichkeit, zurück auf seinen Heimatplaneten kehren zu können. gibt es allerdings größere Komplikationen, da auf selbigem Wege wie er ein aggressiver Alien auf die Welt kam, der sich des Körpers von Dr. Jennings bemächtigte und nun beabsichtigt, weitere Artgenossen nachzuholen, um die Erde unter seine Herrschaft zu bekommen.

Meinung zum Film:
Als „Howard – Ein tierischer Held“ 1986 in die Kinos kam, stand der Release unter keinem guten Stern. Von der Kritik fast durchgehend als alberner Kitsch der B-Klasse verschrieen, versagte auch das Publikum seine Zuneigung, wodurch am Ende noch nicht einmal die Produktionskosten der geschätzten 30 Mio. – 40 Mio. US $ eingespielt werden konnten. Zur Krönung wurde der Film dann nicht nur für die Goldene Himbeere des laufenden Jahres nominiert, sondern gleich als schlechtester Beitrag des gesamten Jahrzehnts. Letzteres blieb Howard dann glücklicherweise erspart, was aber nichts an der Tatsache änderte, dass er zu den größten Flops gehört, die der erfolgsverwöhnte George Lucas („Star Wars“) je produzieren ließ. Es gibt sogar hartnäckige Gerüchte, die besagen, dass Lucas mit dem Gewinn aus dem Film einen Teil der Kosten für seine „Skywalker Ranch“ tilgen wollte, weswegen er kleinere Probleme mit seiner Liquidität bekam, die dann durch den Verkauf seiner CGI-Sparte an Apple-Mitgründer Steve Jobs aufgefangen wurden. Heutzutage ist die CGI-Sparte unter dem Namen „Pixar Animation Studios“ bekannt und führend auf dem Sektor des Animationsfilm.

Warum „Howard“ bei Kritikern und Publikum letzten Endes so schlecht abschnitt, ist aus heutiger Sicht schwer zu sagen, wahrscheinlich waren die Erwartungen an die Verfilmungen der Comics von Steve Gerber einfach zu hoch. Aus heutiger Sichtweise kommt dem Film neben dem Nostalgiebonus auch die Tatsache zu Gute, dass man von einem Film aus den 80er-Jahren keine perfekte Tricktechnik erwartet. Die durchwachsenen Licht- und Lasereffekte nimmt man als Zuschauer genauso nebenher hin, wie den alles andere als lebensecht wirkenden Titelhelden, der tatsächlich wie das tolle Faschingskostüm erscheint, als das er im Film stellenweise angesehen wird. Lediglich die Augen tanzen in dieser Hinsicht ein klein wenig aus der Reihe und werden als einziges Mittel zur Mimik eingesetzt. Als der Film in die Kinos kam, wurde vom Publikum sicherlich mehr erwartet, immerhin hatten die federführenden Effektspezialisten von ILM in Filmen wie „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ oder „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ bereits bewiesen, was alles möglich war. Aus diesem Blickwinkel betrachtet musste der Wackelenterich wohl zwangsläufig eine Bruchlandung erleiden. Hat man allerdings erst einmal akzeptiert, dass Howard nicht sehr beweglich erscheint und seine Erwartungshaltung dementsprechend angepasst, hat der Film durchaus seinen Charme und auch seinen Unterhaltungswert.

Die Story selbst ist dann auch recht platt und einfallslos geraten und wurde vom in der Regel zu zweit arbeitenden Autorenteam Willard Huyck (der dann auch Regie führte) und Gloria Katz sicherlich ohne große Mühe auf eine Serviette geschrieben. Ausgeglichen wird dieses Manko dann allerdings allein durch Howard selbst. Er ist der Grund, warum dieser im Grunde tatsächlich recht geistlose Film ohne nennenswerte Längen und mit zahlreichen guten Lachern über die Runden kommt. Howards coole, teils chauvinistischen Sprüche, die fast im Minutentakt kommen, haben eindeutig Kultpotential. Gelegenheiten, diese anzubringen, gibt es für ihn dafür auch reichlich. Die Kinder finden ihn zum knuddeln, was dem alten Brummbär gar nicht gefällt. In den Kneipen nimmt man ihn auf Grund seiner eingeschränkten Körpergröße nicht sonderlich ernst, was er dann aber auch durch Entschlossenheit und Raffinesse auszugleichen weiß. Zu guter Letzt gibt es noch Tim Robbins („Die Verurteilten“) als Laborassistent, der Howard stets mit wissenschaftlichen Erklärungen kommt, die dieser gar nicht hören will. „Howard the Duck“ ist nichts anderes als eine One-Duck-Show, die gut und kurzweilig zu unterhalten weiß und dabei garantiert keine allzu hohen Ansprüche an die Aufmerksamkeit des Publikums stellt. Genau das richtige also, um mal wieder richtig abschalten und ohne groß nachdenken zu müssen, lachen zu können.

Digitale Aufarbeitung:
Abgesehen von einem feinen Rauschen und einer durchschnittlichen Schärfe gibt es nichts bemerkenswertes über das Bild zu sagen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist stets gut verständlich.

Als Extras gibt es lediglich 3 US-Teaser zum Film in relativ schlechter Qualität und eine Bildergalerie. Das Amaray wird in einem Pappschuber mit kleiner Titelprägung ausgeliefert.

Fazit:
„Howard the Duck“ ist ein durchweg unterhaltsamer Gute-Laune-Film, den man sich auf Grund der teils richtig schlechten Kritiken keinesfalls vermiesen lassen sollte. Hier sollte man besser auf die Filmfreunde hören, die das Kultpotential des Films bereits erkannt haben. Eine Ente mit cooleren Sprüchen als Howard wird man nicht finden, da können Donald & Co. einpacken.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
105:56 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Teaser
  • Bildergalerie
Howard the Duck - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Howard - Ein tierischer Held
Howard the Duck

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Eine One-Duck-Shot mit dem coolsten Erpel des Universums


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1986
Regie:
Willard Huyck
Drehbuch:
Willard Huyck, Gloria Katz (basierend auf den Comics von Steve Gerber)
Darsteller:
Lea Thompson, Tim Robbins, Jeffrey Jones, Paul Guilfoyle, Dominique Davalos, Holly Robinson Peete, Liz Sagal

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
05.10.2007