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DVD-Besprechung - Hurra! Ich bin Papa!

Story:
Peter Ohlsen (Heinz Rühmann) lebt das Leben eines Dandys. Sein Vater ist reich, er muss nicht arbeiten und er muss auch nicht studieren, denn sein Vater zahlt ja alles. Peter will in Kürze zu einer Weltreise aufbrechen. Da wird ihm von Kathrin Gebhardt (Carola Höhn) ein Kind ins Bett gelegt und er muss erfahren, dass er Vater ist, entstanden in einer durchzechten Nacht in einer der zahlreichen Orte, in die er gereist ist. Kathrin will allerdings ihren Sohn nicht ganz alleine in der Obhut des Singles lassen und verdingt sich als Nanny bei dem Junggesellen. Nur sein Vater (Albert Florath) ahnt etwas. Peter jedenfalls treibt der Ehrgeiz an, ein guter Vater zu sein und er beginnt, auf ein Diplom als Kaufmann zu lernen…

Meinung zum Film:
Eigentlich ist es für die damalige Zeit schon erstaunlich, dass das Thema eines unehelichen Sohnes überhaupt Gegenstand eines Filmes sein konnte. Denn es setzt freilich voraus, dass Sex außerhalb der Ehe stattgefunden haben muss. Ein Tabubruch mit Sicherheit, aber wie sonst hätte diese Geschichte aufgezogen werden können? Und da es insgesamt nicht weiter thematisiert wird und die Mutter und Vater letztendlich auch zusammen kommen, ist der Tabubruch vielleicht noch zu verschmerzen gewesen. Sicher ist aber, dass ansonsten der Film im Zeichen seiner Zeit stand. 1939 wurden eigentlich nur noch heitere Lustspiele produziert, man wollte ja schließlich die Bevölkerung bei Laune halten und so ist dieser Film auch in diesem Kontext zu sehen und zu verstehen. Adam Sandler sollte es 60 Jahre später mit „Big Daddy“ zeigen, wie ein solcher Film heutzutage gemacht wird und wie es witziger geht.

Überhaupt ist das das größte Manko von „Hurra! Ich bin Papa!“, dass der Witz vielfach auf der Strecke bleibt. Es gibt ein paar wenige Szenen, in den der Lausebub in der Person des kleinen Sohnes seine Narrenfreiheit ausspielen darf, aber die halten sich sehr in Grenzen. Dominiert wird der Film durch die damals vorherrschende Meinung, dass der Vater doch bitteschön Verantwortung übernehmen und zum Geldverdiener werden muss. Dass er neben all der Intelligenz, die er beim Lernen an den Tag legt, nicht irgendwann begreift, welches Spiel hier mit ihm gespielt wird, ist höchstens durchs Drehbuch bedingt, aber nicht gerade logisch. Auch nicht logisch ist die Beziehung zwischen Peter und Kathrin aufgebaut. Irgendwann wird offenbart, dass er sich verliebt hat, aber Szenen, die diese Beziehung etablieren, fehlen zur Gänze.

Immerhin ist es so, dass sowohl das Spiel von Heinz Rühmann („Die Feuerzangenbowle“) als auch von Albert Florath („Wenn der weiße Flieder wieder blüht“) den Film in gewisser Weise herausreißen. Die Beiden harmonieren als Sohn und Vater sehr gut miteinander und Albert Florath bringt den Humor mit in den Film, der dem Drehbuch eher fehlt. Und so wird der Film zumindest ein wenig gerettet, auch wenn er unlogisch und um wichtige Szenen beraubt daher kommt.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist eine Katastrophe. Flackernd, mit vielen Altersflecken und einem auf der linken Seite durchgehenden Streifen hätte man sicher durch eine Restaurierung etwas mehr herausholen können. Der Kontrast ist auch noch schlecht gewählt. Der Ton liegt freilich nur in Mono vor, hier wäre nicht viel mehr zu erwarten gewesen.

Als Special Features liegt dem Film eine Fotogalerie, sowie Texttafeln zu Heinz Rühmann bei. Auf DVD-ROM kann beim Einlegen der DVD in ein PC-Laufwerk das Original-Werbeprospekt als PDF betrachtet werden.  

Fazit:
„Hurra! Ich bin Papa!“ ist ein eher belangloser Film mit einem verworrenen Drehbuch, aber gut aufgelegten Schauspielern. Man kann ihn sich ansehen, wenn man sowieso nichts anderes zu tun hat.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,33:1
1,33:1
74:22 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Fotogalerie
  • Starinfos Heinz Rühmann
  • Original-Werbeprospekt als PDF
Hurra! Ich bin Papa! - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Hurra, ich bin Papa!
Hurra, ich bin Papa!

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
Papasein ist schwer


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1939
Regie:
Kurt Hoffmann
Drehbuch:
Thea von Harbou
Darsteller:
Albert Florath, Bruno Fritz, Carola Höhn, Hansi Arnstaedt, Heinz Rühmann, Ilse Stobrawa, Ludwig Schmitz, Marianne Stanior, Ursula Grabley, Walter Schuller

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
02.11.2007