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DVD-Besprechung - Ende der Geduld
Story:
Das Leben im lothringischen Kohlabbau ist so schon gefährlich und schlecht bezahlt und dann will die Grube auch noch das Weihnachtsgeld streichen und zu allem Überfluss droht die Schließung der Mine. Die Kumpels beschließen, einen Streik auszurufen, in dessen Mittelpunkt die Freunde Marek (Benoît Magimel) und Mimmo (Bruno Putzulu) versuchen, sich für ein neues Leben zu entscheiden. Mimmo freundet sich dabei mit dem polnischen Mädchenhändler Jäger (Rüdiger Vogler) an.
Meinung zum Film:
Die Kohlemine in Merlebach, um die es in „Ende der Geduld“ geht, wurde erst unlängst geschlossen und nunmehr existiert in Frankreich nur noch eine weitere Kohlemine, wobei in Lothringen keine mehr offen ist. Auch wenn man von Seiten der Politik gerne darauf verweist, dass im Rahmen des Strukturwandels tausende neue Arbeitsplätze geschaffen worden sind und die Verluste ausgeglichen werden konnten, so ist das Thema sicher nicht so einfach abzuwiegeln. Den Minen-Unternehmen gehörte einst alles. Nicht nur die Mine, auch die Unterkünfte, viele Geschäfte in der Gegend und selbst die Bordelle waren in deren Besitz. Sehr viele Menschen waren von diesen Unternehmen abhängig und kaum ein Kumpel wird viel von einer Umschulung gewusst haben wollen. In diesem Kontext muss „Ende der Geduld“ gesehen werden.
Allerdings muss Regisseur und Drehbuchautor Florent Emilio Siri („Hostage“) ein ganz klarer Vorwurf gemacht werden. Er bringt es nicht fertig, diesen Kontext auch für denjenigen herzustellen, der die Geschichte der Mine von Merlebach nicht in den Nachrichten verfolgt hat. Hier fehlt es eindeutig an einer besseren Einführung in die Geschichte. Darüber hinaus dreht sich der Film noch nicht einmal in der Hauptsache um die Schließung der Zeche, sondern vielmehr um die Desolation der Kumpel und deren trostlosen Leben. Hier allerdings funktioniert der Film soweit ganz gut. Das triste Leben wird in durchweg dunklen und deprimierenden Bildern gezeigt. Ein wenig erinnert dabei Siris Arbeit an die Arbeiten von Ken Loach („My Name is Joe“), kommt aber nicht an dessen filmische Brillanz heran. Nur zum Ende des Films hin kann er wirklich brillieren, als die Schlacht zwischen den Kumpeln und der Werksleitung aufbrandet.
Getragen wird der Film mit Sicherheit durch die darstellerische Leistung der beiden Hauptdarsteller Benoît Magimel („Fair Play“) und Bruno Putzulu („Jefferson in Paris“), die beide in ihren Rollen aufgehen. Allerdings gibt es bei den Darstellern auch einen Ausfall zu vermelden. Rüdiger Vogler („Die Nonne und der Kommissar“) bleibt so blass wie sein vermeintlich sinistrer Charakter, dessen Daseinsberechtigung in diesem Film bezweifelt werden kann. Selbst als Mittel zum Zweck, um Mimmo zur Vernunft zu bringen, funktioniert er nicht.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist weitestgehend in Ordnung. Ein leichtes Rauschen fällt auf, die Farben sind aber wie gewollt sehr erdig gehalten und insgesamt ist das Bild stimmig. Was negativ auffällt ist die Abrundung der Ecken, die allerdings nur beim Abspielen auf dem Computer zu sehen sind. Der Ton liegt in Dolby Digital 2.0 und nur in Deutsch vor und ist recht gut abgemischt.
Als Special Features liegen Texttafeln mit Biografien von Regisseur Florent-Emilio Siri und den Darstellern Benoît Magimel, Rüdiger Vogler und Alexandre Desplat vor. Außerdem gibt es eine Slideshow mit Kino-Aushangfotos.
Fazit:
In „Ende der Geduld“ wird zeitgenössische Geschichte interessant aber auch ein wenig langatmig erzählt. Man hätte sich vielleicht mehr auf die eigentlichen Ereignisse des Streiks der Kumpel konzentrieren sollen, dann hätte der Film besser funktioniert.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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78:56 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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Biografie Florent-Emilio Siri
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Biografie Benoît Magimel
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Biografie Rüdiger Vogler
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Biografie Alexandre Desplat
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Kino-Aushangfotos
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Ende der Geduld
Une minute de silence
Malochen in der Zeche
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Belgien / Deutschland / Frankreich, 1998 Regie: Florent Emilio Siri Drehbuch: Florent Emilio Siri Darsteller: Alexander May, Andrea Schieffer, Benoît Magimel, Bruno Putzulu, Eric Savin, Florence Giorgetti, Jean-Yves Chatelais, Kader Boukhanef, Olivier Parenty, Pierre Martot
Label :
Epix
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