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DVD-Besprechung - The Night Listener
Story:
Gabriel Noone (Robin Williams) ist der Moderator einer Late-Night-Talkshow im Radio. Einer seiner Fans ist der aidskranke Pete Logand (Rory Culkin), der ein Buch über seine schwere Kindheit, in der er mehrfach missbraucht wurde, geschrieben hat, welches Noone zufällig in die Hände fällt. Gabriel nimmt Kontakt zu Petes Adoptivmutter Donna (Toni Collette) auf, die geplanten Treffen zwischen ihm und Pete sagt sie aber immer wieder kurzfristig ab. Noone entschließt sich uneingeladen zu den Logands zu reisen, muss aber schon bald feststellen, dass sich das Auffinden der Logands alles andere als leicht herausstellt.
Meinung zum Film:
„The Night Listener“ ist erst der zweite Film von Regisseur Patrick Stettner, wobei sein erster Film aus dem Jahre 2001(„The Business of Strangers“) bislang noch nicht einmal in Deutschland erschienen ist. Das Drehbuch basiert auf einem Roman von Armistead Maupin („Gefangen in der Traumfabrik“), der auch an der Umsetzung des Drehbuchs beteiligt war. Das Schriftstück muss einen guten Eindruck hinterlassen haben, denn mit Robin Williams („Nachts im Museum“) konnte ein Darsteller gewonnen werden, der sich durchaus den Luxus leisten kann, sich seine Rollen auszusuchen. Mit Toni Collete („The Sixth Sense”) wurde für seine Seite eine Hauptdarstellerin gefunden, die ebenfalls zu den bekannteren der Branche gehört. In Nebenrollen sind zudem noch Sandra Oh („Grey's Anatomy“), Bobby Cannavale („Snakes on a Plane“), Joe Morton („Ali“) und Rory Culkin („Signs – Zeichen“) zu sehen.
Die Geschichte wirft in der Zusammenfassung die spannende Frage auf, wieso Pete nur am Telefon mit Gabriel reden darf und geplante Treffen immer wieder kurzfristig abgesagt werden. Bei Zuschauer und Protagonist kommen so langsam Zweifel an der tatsächlichen Existenz des Jungen auf. Während Noone weiterhin an dessen Existenz glauben möchte, erzählt ihm sein homosexueller Partner Jess, dass einiges dafür spricht, dass der Junge nebst seinen Erlebnissen nur eine Erfindung sei und er nur an der Nase herumgeführt würde. Schlussendlich entschließt sich der Radiomoderator dann dazu, Ermittlungen anzustellen und stößt dabei auf einige Hindernisse. Die erste große Hürde ist, dass es sich bei der Adresse, die er von den Logands hat, lediglich um ein Postfach in einem Geschäft handelt, und niemand dort weiß, wer dieses nutzt. Das hört sich geschrieben alles sicherlich sehr spannend und mysteriös an, im Film selbst kommt es aber leider überhaupt nicht so herüber.
Spannung ist im „Night Listener“ die meiste Zeit generell ein Fremdwort. Wenn überhaupt blitzt diese immer nur für wenige Sekunden auf, um danach wieder von einer eher melancholischen, sehr gemächlichen Stimmung verdrängt zu werden. Die Frage, ob es Pete nun tatsächlich gibt und wenn nicht, was es mit der ganzen Sache auf sich hat, wird eher nebensächlich behandelt. Im Vordergrund steht Gabriel Noone, dessen Homosexualität fast schon so betont als normal hervorgehoben wird, dass es schon wieder unfreiwillig peinlich erscheint. Dies ist unter anderem einer der Gründe, warum der Film auch als Charakterstudie über einen Mann nicht punkten kann, der auf der Suche nach sich selbst ist. Hierzu fehlt es ihm letztendlich auch an Tiefe und einem tieferen Sinn. So taumelt der „Night Listener“ die meiste Zeit über recht ziellos über den Bildschirm und bietet nur wenig wirklich unterhaltsames. Als Zuschauer hält man eher in der Hoffnung durch, vielleicht doch noch eine entscheidende Wendung zu erleben, als aus Interesse über die tatsächlichen Geschehnisse. Die Auflösung, wenn man diese überhaupt so nennen kann, fällt dann auch nicht weiter überraschend aus und viele werden diese ohnehin schon lange vorher erahnt haben. Dadurch wird auch der letzte Funke Hoffnung auf etwas Überraschendes endgültig erstickt.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist mit einem feinen Rauschen versehen und die Farben wirken recht kraftlos. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut verständlich, im Surroundbereich gibt es aber kaum etwas nennenswertes zu vermelden.
Bei den Extras gibt es neben dem Trailer zum Film nur noch ein rund 6-minütiges Making Of, in dem die Künstler ein wenig über die Hintergründe erzählen.
Fazit:
Hört sich „The Night Listener“ in der Zusammenfassung noch nach einem Thriller an, stellt er sich schon sehr bald als langatmiger Film ohne rechtes Konzept heraus. Für einen Thriller fehlt es ihm überdeutlich an Spannung und Tempo, für ein Drama bietet er viel zuwenig Tiefgang. Da helfen auch die ordentlichen Leistungen von Robin Williams und Toni Collete nicht über die deutlichen inhaltlichen Defizite und die schwache Inszenierung hinweg.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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86:15 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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The Night Listener
The Night Listener
Für einen Thriller zu spannungsarm, für ein Drama zu oberflächlich
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: Patrick Stettner Drehbuch: Patrick Stettner, Patrick Stettner, Armistead Maupin (basierend auf einem Roman von Armistead Maupin) Darsteller: Robin Williams, Toni Collette, Bobby Cannavale, Rory Culkin, Sandra Oh, Joe Morton
Label :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart : 26.10.2007
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