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DVD-Besprechung - Sie waren Helden
Story:
Beim Rückflug von einem Ligaspiel stürzt der Charterjet mit den Spielern und dem Trainerstab des Football-Teams der Marshall University ab. Auf einen Schlag steht die Universität ohne Mannschaft da und es wird aufgrund der menschlichen Tragödie sogar darüber nachgedacht, nie mehr ein Football-Team zu stellen. Doch auf Druck der Studenten wird dieser Gedanke schnell wieder fallengelassen und nach langer Suche wird mit Jack Lengyel (Matthew McConaughey) auch ein neuer Trainer gefunden. Zusammen mit seinem Assistenztrainer Red Dawson (Matthew Fox), der schon vor dem Unglück diesen Posten innehatte und nur durch einen Zufall nicht selbst in der Maschine saß, steht dem neuen Trainer noch ein langer Weg mit zahlreichen Hürden bevor, um überhaupt eine wettbewerbsfähige Mannschaft ins Meisterschaftsrennen schicken zu können.
Meinung zum Film:
Sportfilme gehören zu den hochbeliebten Genres in Amerika. Es gibt kaum ein Land, das seine Helden so sehr liebt wie die Amerikaner. So ist es sicherlich auch kein Zufall, dass gerade amerikanische Produktion es schaffen, richtig dick Pathos aufzutragen und den steinigen Weg zum großen Ziel und den Moment des Triumphes in ergreifenden Bildern voller Stolz und Freude zu präsentieren. „Sie waren Helden“ ist ein Beitrag dieser Gruppe Film, der mit dem Videoclip erprobten Regisseur McG („3 Engel für Charlie“) zudem noch einen passenden Drehleiter für die Inszenierung großer Momente auf dem Regiestuhl sitzen hatte. Ein Unterscheidungsmerkmal zu anderen Beiträgen des Genres ist jedoch der reale Hintergrund des Films.
Der Absturz einer McDonnell Douglas DC-9-31 am 14.11.1970 bei der Landung in Huntington, West Virginia, riss 36 Spieler und 5 Trainer des Football Teams der Marshall University in den Tod und der Neuaufbau des Teams fand anschließend in ähnlicher Weise statt wie im Film gezeigt. Gut das erste Drittel des Films gehört der Trauer um die Verstorbenen. Es wird gezeigt wie die Spieler, die nicht an dem Spiel teilnehmen konnten und zu Hause blieben, mit dem Unglück umgehen und wie die Hinterbliebenen der Opfer die Tragödie verarbeiten. McG hat diese Szenen sehr ergreifend eingefangen, drückt immer wieder kräftig auf die Tränendrüse und schafft es in diesen Momenten, eine recht deprimierende Grundstimmung aufzubauen. Eine leichte Stimmungsänderung vollzieht sich mit dem Eintreffen des neuen Trainers, der sich nach den Absagen aller Wunschkandidaten freiwillig für den Posten bewirbt, unter anderem auch, um die tiefen Wunden, die der Verlust der Freunde, Kommilitonen und Familienmitglieder hinterlassen hat, zu heilen. Er respektiert die Trauer, sieht aber nicht ein, dass das Leben für die Überlebenden nicht weitergehen soll. Auf seine ganz eigene Art und Weise reißt er die ganze Stadt aus seiner Lethargie und sorgt für ein ganz neues Wir-Gefühl.
Matthew McConaughey (“Wedding Planner”) spielt die Rolle des Coach Langley wunderbar in einer Mischung aus Columbo und Motivationskünstler. Während er in der deutschen Synchronisation sauberes Hochdeutsch redet, ist im Originalton ein stark texanischer Slang von ihm zu hören, der den spleenigen Teil seines Filmcharakters noch einmal deutlich verstärkt. Matthew Fox („Lost“) als Assistenztrainer verkommt neben ihm zum Stichwortgeber, wie überhaupt alle anderen Charaktere recht eindimensional bleiben und generell sehr wenig Tiefgang im Film aufkommt. Vielleicht sogar ein wenig zu wenig um den Dramateil der Geschichte wirklich nachhaltig füllen zu können. Die vorhandene Charakterisierung und der teils etwas sprunghafte Erzählfluss reichen aber aus, um ein ansprechendes Sportdrama zu präsentieren, das den Zuschauer mitfiebern lässt. Dabei geht es diesmal nicht um die Meisterschaft, sondern um einen einfachen Sieg, der die Wunden einer ganzen Stadt ein großes Stück heilen könnte. Wen der große Pathos nicht stört und wer auch über oberflächliche Charakterzeichnungen hinwegsehen kann, wird mit „Sie waren Helden“ sicherlich gut unterhalten werden. Selbst dann, wenn man eigentlich keine große Freude am Football oder auch am Sport im Allgemeinen hat. Denn um den Wettkampf geht es erst in zweiter Linie.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck und liefert ein ordentliches Ergebnis. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut verständlich und bietet vor allem in den Stadionszenen ein gutes, wenn auch nicht ganz überzeugendes Räumlichkeitsgefühl.
Als Extras gibt es einen rund 36-minütigen Bericht über große Trainerpersönlichkeiten, bei denen auch der echte Jack Lengyel ein wenig näher gebracht wird. Es folgt noch ein Promo-Clip von der Marshall Universität, der unter der Bezeichnung „Das Team heute“ zu finden ist, und der Trailer zum Film, der die Bonussektion dann aber schon beendet. Manch einer wird sicherlich ein wenig enttäuscht über das beschränkte Bonusmaterial sein, da vor allem Berichte über die realen Ereignisse rund um das Flugzeugunglück und die Geschehnisse danach interessant gewesen wären.
Fazit:
„Sie waren Helden“ ist ein Sportdrama, das sich vor allem aufgrund der menschlichen Tragödie von anderen Beiträgen des Genres unterscheidet. Über weite Strecken weiß der Film gut zu unterhalten, muss es sich aber vorwerfen lassen, eine gehörige Portion Pathos ins Spiel zu bringen und anstelle von Tiefgang nur seichte Oberflächlichkeiten zu präsentieren. Bei den Extras wird vor allem ein Hintergrundbericht zu den wahren Ereignissen vermisst.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,40:1
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125:58 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Dänisch, Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Finnisch, Griechisch, Isländisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch |
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Bonusmaterial:
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- Legendäre Trainer
- Das Team heute
- Trailer
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Sie waren Helden
We are Marshall
Ein unterhaltsames Sportdrama, das auch für Couchpotatoes geeignet ist
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: McG Drehbuch: Jamie Linden, Cory Helms Darsteller: Matthew McConaughey, Matthew Fox, Anthony Mackie, David Strathairn, Ian McShane, Kate Mara, Kimberly Williams, January Jones
Label :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart : 21.09.2007
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