Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Alpha Dog
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Alpha Dog

Story:
Jake (Ben Foster) hat einen Drogendeal versaut und daher mit seinem Freund und Zulieferer Johnny (Emile Hirsch) ein echtes Problem bekommen. Bekanntlich hört bei Geld die Freundschaft auf und Johnny beschließt Jakes Bruder Zack (Anton Jelchin) als Druckmittel zu benutzen. Zack wird entführt, doch die Geiselnahme fällt derart locker aus, dass er sich zunehmend wohler im Kreise seiner Entführer fühlt. Von einer Entführung scheint keine Rede mehr zu sein, doch die Situation wird von allen Beteiligten fatal unterschätzt.

Meinung zum Film:
Wer die Inhaltsangabe von „Alpha Dog“ liest, kommt nicht umhin, eine gewisse Verwandtschaft mit dem ebenfalls 2007 erschienenen „The Chumscrubber“ zu erkennen. Es geht um Drogen und um den entführten kleineren Bruder eines der Protagonisten. Die Parallelen sind unübersehbar und es beschleicht den Zuschauer das Gefühl, dass in Hollywood mal wieder zwei Studios dieselbe Idee hatten. Selbst der unterschwellige Humor von „The Chumscrubber“ wurde übernommen, ohne jedoch eine reine Komödie daraus zu machen. In den ersten zwanzig Minuten ist dem Zuschauer dann auch gar nicht zum Lachen zumute, denn zunächst bahnt sich ein Gang-/ Sozialdrama an. Der Film basiert auf wahren Ereignissen und der Geschichte des jungen Drogendealers Jesse James Hollywood, der mit seinen illegalen Geschäften ein partyreiches Leben finanzierte. Diese Story aufzunehmen, war aber ein kleines Problem, da die Veröffentlichung des Films in die Zeit des Prozesses gegen Hollywood fiel. Damit keine Geschworenen beeinflusst werden, gab es dann Auflagen, wie z.B. Namensänderungen oder das Geschehen an anderen Orten stattfinden zu lassen.

Wenn dieser Film tatsächlich das Abbild der amerikanischen Mittelschicht ist und deren Jugend aus reichlich tätowierten Drogen- und Partyfreaks besteht, dann sind die USA dem Untergang geweiht. Der Focus wird zu sehr auf diese kleine Gruppe von Abhängern gelegt und die breite, normale Mehrheit an den Rand gedrängt. Im Prinzip zeigt der Film junge Menschen, die sich mit absoluter Entschlossenheit gegen ein Leben in der soliden Mittelschicht entschieden haben und sich stattdessen über Gewalt, Drogen und Cliquen von allem Biederen abkoppeln wollen. In genau dieser fast anarchischen Szenerie kommt es dann zu einem Streit um das liebe Geld zwischen Nachwuchsdealer Johnny und seinem Kumpel Jake. Um Jake unter Druck zu setzen, wird dann kurzerhand sein jüngerer Bruder Zack entführt, zu dem er noch ein sehr herzliches Verhältnis hat und der ihn wiederum als eine Art Vorbild ansieht.

Die Charaktere der jungen Wilden zeichnen sich vor allem durch eine stets präsente Körperlichkeit. Es wird den Tattoos viel Aufmerksamkeit gewidmet, indem die Schauspieler stets Achsel-Shirts oder gar nichts am Oberkörper tragen. Ergänzt wird dies noch durch einen fast durchgängigen rüden Umgangston, der in der Clique fast schon den Status widerspiegelt. In der filmischen Umsetzung versucht Regisseur Nick Cassavetes („Wie ein einziger Tag“) seinem Werk einen Hauch von Ermittlungsakte zu geben, denn stets werden Szenen mit Unterschriften versehen, die genau diesen Eindruck beim Zuschauer erwecken. In den Nebenrollen spielt Bruce Willis („Die Hard“) den selbstverliebten Vater von Johnny, der gleichzeitig selber ein Drogenhändler ist, und Sharon Stone („Basic Instinct“) eine Mutter, die nicht verstehen kann, warum ihre Jungs dem trauten Heim den Rücken kehren wollen bzw. sich abgewendet haben.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild bietet ausgewogene Farben und wirkt sehr klar. Der Kontrast ist nicht ganz so ausgeprägt, was sich bei einigen dunkleren Szenen etwas deutlicher auswirkt. Der Ton ist mäßig differenziert und bietet nur wenig für die Ohren, bis auf einen satten Score, der einen gepflegten Bass aufweist.

Zunächst kann man den Originaltrailer bei den Extras abrufen, gefolgt von einem knapp zwölf Minuten langem Making Of. Die mit deutschen Untertiteln versehenen Statements sind typisch werbewirksam und erzählen von der Geschichte und der Entstehung des Films. Danach kommt dann noch eine Art von Zeugenaussage mit der jeweils passenden Filmsequenz dazu, was aber eher überflüssig wirkt.

Fazit:
„Alpha Dog“ erzählt eine wahre Geschichte von jungen Leuten, die dem Bürgertum entfliehen wollen und deren Flucht in Drogen und einer sinnlosen Tat endet. Der Film selbst ist etwas zu lang geraten, doch wer „The Chumscrubber“ mochte, der wird auch hier seine Unterhaltung finden. Die technische Umsetzung der DVD ist gut.

Technische Daten (Schweizer Version):
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
113:00 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Making Of
  • Zeugen Galerie
Alpha Dog - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Alpha Dog
Alpha Dog

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Das Leben birgt die interessantesten Geschichten


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006
Regie:
Nick Cassavetes
Drehbuch:
Nick Cassavetes
Darsteller:
Emile Hirsch, Bruce Willis, Justin Timberlake, Sharon Stone, Amber Heard

Label Deutschland :
Concorde Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
02.10.2007