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DVD-Besprechung - 2 Tage Paris (Limitierte Special Edition)

Story:
Die Französin Marion (Julie Delpy) und der Amerikaner Jack (Adam Goldberg) sind seit einiger Zeit ein Paar. Nach einem Urlaub in Venedig machen sie einen 2-Tage-Stop in Paris bei Marions Eltern. Doch die Zeit in der französischen Hauptstadt wird zu einer harten Probe für das Paar, da auf einmal sämtliche unausgesprochenen Dinge zwischen ihnen zur Sprache kommen und beiden ihre Probleme damit haben, mit diesen umzugehen.

Meinung zum Film:
1995 schaffte „2 Tage in Paris“-Regisseurin, -Drehbuchautorin und -Hauptdarstellerin Julie Delpy mit ihrer Hauptrolle in „Before Sunrise“ ihren Durchbruch. Der Film war vom Aufbau betrachtet sehr simpel gestrickt und bestand lediglich aus Dialogen zwischen der Darstellerin und ihrem Filmpartner Ethan Hawke, in denen sie über das Leben und die Liebe diskutierten. Am Ende waren sich beide sehr nahe gekommen, ohne dabei jedoch ein Paar zu werden. 2004 trafen sich die beiden in „Before Sunset“ wieder und setzten ihren Dialog fort, nur um am Ende den Zuschauer erneut im Ungewissen zu lassen, wie es mit den beiden weiter geht. Mit „2 Tage Paris“ kehrt die Darstellerin nun in einem weiteren, von der Atmosphäre betrachtet ähnlichen Film rund um die Liebe auf die Bildschirme zurück, diesmal allerdings ohne den gewohnten Partner Ethan Hawke, der durch Adam Goldberg („Zodiac - Die Spur des Killers“) ersetzt wurde. Der Film fühlt sich dabei ein wenig wie der Epilog zu den beiden Sunset-Filmen an, bei dem die Liebe dem Alltag gewichen ist und sich vieles auf einmal nicht mehr ganz so gut anfühlt. Hinzu kommt, dass hier auch ein paar mehr Personen an der Handlung und den Gesprächen beteiligt sind.

Was aber im Grunde beim Alten geblieben ist, sind die Gespräche, aus denen der Film besteht. Als Zuschauer kann man dabei die Position von Jack besonders gut nachvollziehen. Zum einen sind die französischen Gespräche zwischen Marion und dem Rest der Franzosen in französischer Sprache gehalten und nur zum besseren Verständnis mit Untertiteln versehen. Zum anderen sind es aber auch die Dinge, mit denen Jack bei seinem Aufenthalt konfrontiert wird. Dabei sind die Eltern seiner Freundin noch das kleinste Problem, obwohl vor allem ihr Vater mit seiner generell respektlosen und schrulligen Art eine große Belastung für ihn darstellt. Vor allem auch deswegen, weil er nie genau weiß, was er nun wirklich gerade gesagt hat und der ihm genannten Übersetzung – zu recht – nicht immer ganz traut. Richtig kritisch wird es für ihn, als er mit einem Ex-Lovern von Marion konfrontiert wird, der allerdings nur die Vorhut zu sein scheint. Marion wiederum hat darunter zu leiden, dass Jack offensichtlich jeden Funken Romantik verloren hat und gar nicht mehr auf sie einzugehen scheint.

Getragen wird der Film mit der Zeit immer mehr durch die unterschiedlichen Kulturen. Während der amerikanische Jack die für sein Land bekannte Verklemmtheit immer wieder erkennen lässt, trägt Marion die französische Offenheit zum Thema Sex stets offen zur Schau. Ob es ein für ihn kompromittierendes Foto mit seiner Männlichkeit an einem Luftballon ist, dass Marion ihrer Familie gezeigt hat oder ihr offener Umgang in der Schilderung sexueller Ereignisse aus ihrer Vergangenheit – es liegen Welten zwischen den Ansichten der Beiden. Aber auch ansonsten gibt es einige Unterschiede, die schon früh die Frage aufkommen lassen, wie die Beziehung diese 2 Tage in Paris überstehen kann. Und damit ist man dann wieder bei einer ähnlichen Frage wie bei den beiden Sunset-Film: gibt es ein gemeinsames Leben für die Protagonisten nach der befristeten Zeit oder nicht? Der Weg dahin ist nicht unbedingt temporeich, dafür aber sehr interessant und auch pointiert erzählt. Wer dialoglastige Filme mit subtilem Humor zu guter Unterhaltung zählt, wird mit Julie Delpys Regiedebüt sicherlich ebenfalls unterhaltsame Minuten erleben. Woody Allen wird den Film sicherlich lieben.   

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck. Teilweise ist der Kontrast zwar ein wenig tief, allerdings ohne dass dabei Details verloren gehen, und auch Rauschen ist immer wieder zu erkennen, was aber nur bedingt störend erscheint. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar zu verstehen und ab und an gibt es auch im hinteren Bereich ein wenig zu hören.

Als Extra gibt es einen ausführlichen Bericht von derFilmpremiere in der Essener Lichtburg mit Stimmen vom Roten Teppich und Ansprachen vor der Aufführung. Es folgen noch knapp 13 Minuten entfallene und erweiterte Szenen, ein eher unbedeutender Outtake mit Kater Max, eine Bildergalerie, Bio-/Filmografien zu den beiden Hauptdarstellern und der Trailer. Der Special Edition, die im Schuber ausgeliefert wird, liegt zusätzlich noch der Soundtrack zu „2 Tage Paris“ bei.

Fazit:
„2 Tage Paris“ ist ein sehr ruhiger Film, der von der unterschiedlichen Lebensart der Kulturen lebt, aus denen die beiden Verliebten kommen. Durch das Belassen der französischen Sprach im Original kann man als Zuschauer sehr gut die Position von Jack verstehen, der sich wie ein Fremdkörper in der französischen Metropole fühlt. Für Freunde subtiler Komik, die sich einzig aus den Dialogen und der Situation ergibt, sehenswert.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
96:16 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Bericht von der Filmpremiere in der Essener Lichtburg
  • Nicht verwendete und erweiterte Szenen
  • Outtake mit Kater Max
  • Bildergalerie
  • Bio-/Filmografie zu Julie Delpy und Adam Goldberg
  • Trailer
  • Soundtrack-CD zum Film
2 Tage Paris (Limitierte Special Edition) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
2 Tage Paris
2 Days in Paris

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Wenn amerikanische Prüderie auf französische Offenheit prallt


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Frankreich, 2007
Regie:
Julie Delpy
Drehbuch:
Julie Delpy
Darsteller:
Julie Delpy, Adam Goldberg, Albert Delpy, Marie Pillet, Adan Jodorowsky, Aleksia Landeau, Alexandre Nahon, Daniel Brühl

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
22.11.2007

Vertrieb Schweiz :
Impuls Home Entertainment
Verkaufsstart Schweiz :
22.11.2007