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DVD-Besprechung - Gone Baby Gone
Story:
In einem ärmeren Viertel von Boston wird ein 4-jähriges Mädchen gekidnapt. Verwandte des Mädchens heuern das Privatdetektivpaar Patrick Kenzie (Casey Affleck) und Angie Gennaro (Michelle Monaghan) an, um in der Nachbarschaft mit Leuten zu reden, die der Polizei möglicherweise nichts erzählen würden. Bei ihren Ermittlungen werden die beiden unerfahrenen Detektive mit Drogendealern, korrupten Cops und Pädophilen konfrontiert und schließlich wird auch ihre Beziehung auf eine harte Probe gestellt.
Meinung zum Film:
„Gone Baby Gone“ ist die Adaption eines Romans von Dennis Lehane, der auch schon die Vorlage für Clint Eastwoods Erfolgsfilm „Mystic River“ lieferte. Das Buch war schon lange ein Favorit Ben Afflecks, der sich nach seinem Oscar-prämierten Drehbuch für „Good Will Hunting“ erstmals wieder als Autor betätigen wollte und am Ende sogar die Regie übernahm. Ben Affleck liefert hier ein beeindruckendes Regiedebüt ab. Auch wenn er als Schauspieler vor der Kamera nicht immer überzeugen konnte, ist sein Talent als Regisseur und Autor unverkennbar.
Affleck hat für diesen Film offensichtlich einen ganz eigenen Stil entwickelt, dessen wichtigstes Merkmal sein Augenmerk auf Realismus ist. Die Menschen, die man sieht, sind vielleicht mit Ausnahme der beiden Hauptdarstellern gewiss keine schönen Hollywoodmenschen, sondern größtenteils hässliche und heruntergekommene Gestalten, die man auch auf den Straßen der Armenviertel im echten Boston antreffen könnte. Nichts wird geschönt, vereinfacht oder verharmlost, der Film wirkt sehr lebensnah und bleibt dabei trotzdem eine spannende Krimistory. Dabei ist der Film eindeutig als „Film Noir“ zu erkennen, ohne jedoch, wie andere aktuelle Genrevertreter wie „Black Dahlia“ oder „Die Hollywood-Verschwörung“ nur als Hommage an die Filme der 40er und 50er zu funktionieren. Im Grunde bleibt die Hommage komplett aus, der Film ist einfach „Neo-Noir“, die Merkmale des Genres sind größtenteils vorhanden, wirken aber so frisch wie zuletzt in den 40ern.
Sehr gelungen ist auch die Besetzung. Man könnte zwar im ersten Moment vermuten, dass das Casting von Bens Afflecks Bruder Casey („Ocean’s Eleven“) nur ein Fall von Vetternwirtschaft wäre, allerdings sind diese Befürchtungen unbegründet. Casey Affleck liefert nach seiner Hauptrolle in „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“ erneut eine beeindruckende Performance ab, gut unterstützt von Michelle Monaghan („Kiss Kiss Bang Bang“). Erwähnenswert sind auch die Auftritte von Ed Harris („A History of Violence“) und Morgan Freeman („Million Dollar Baby“), die beide ihre Rollen als Polizisten großartig spielen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild von „Gone Baby Gone“ überzeugt durch einen guten Kontrast und eine ausgezeichnete Schärfe, die selbst feinste Details sichtbar macht. Die Farben wirken warm und natürlich. Genrebedingt wird die Anlage nicht an die Grenzen gebracht, trotzdem kommen die Surroundlautsprecher bei einigen Passagen gut zum Einsatz. Dies passiert meist nur bei den Musikeinlagen, welche meist in spannenden Szenen zum Einsatz kommen oder bei dem einen oder anderen Schusswechsel. Die Dialoge sind jederzeit gut zu verstehen.
Das Bonusmaterial ist zwar nicht all zu umfangreich, wird dem Film aber alles in allem gerecht. Den Blick hinter die Kamera erlaubt Regisseur Ben Affleck mit den beiden Extras „Heimkehr“ und „Authentizität einfangen“. In Ersterem stehen nicht die Darsteller im Vordergrund, sondern die Kulisse: Boston. Es wird klar gezeigt, wie wichtig es war, vor Ort zu drehen, statt in Vancouver oder einer anderen, günstigeren Location. Im zweiten Extra kommen zwar auch alle Hauptdarsteller zu Wort, aber der Focus liegt wieder auf den Leuten im Hintergrund, die alle aus Boston stammen. Der Titel des Extras trifft es auf den Punkt: Ein wesentlicher Faktor, der „Gone Baby Gone“ zu dem guten Film macht, der er ist, liegt an den echten Figuren rund um den Hauptcast herum. Die zusätzlichen Szenen sind interessant mit Ben Afflecks Kommentar und das alternative Ende bietet für den einen oder anderen Zuschauer leider auch nicht das Ende, das man sich wünscht… Der Audiokommentar der Herren Affleck und Stockard ist interessant, aber auch ein wenig ermüdend, da beide nicht gerade mit viel Pepp ihren Kommentar rüberbringen. (ML)
Fazit:
Mit seinem Regiedebüt "Gone Baby Gone" ist Ben Affleck ein exzellenter moderner
Noir-Thriller gelungen, der mit Clint Eastwoods Lehane-Verfilmung
„Mystic River“ locker mithalten kann. Unbedingt sehenswert!
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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109:18 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Italienisch Dolby Digital 5.1 |
Türkisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Hebräisch, Italienisch, Kroatisch, Niederländisch, Serbokratisch, Slowenisch, Türkisch |
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Bonusmaterial:
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- Heimkehr: Hinter den Kulissen mit Ben Affleck
- Authentizität einfangen: Die Besetzung von Gone Baby Gone
- Zusätzliche Szenen und alternatives Ende
- Audiokommentar von Autor & Regisseur Ben Affleck und Coautor Aaron Stockard
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Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel
Gone Baby Gone
Großartiger realistischer Neo-Noir-Krimi
Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: Ben Affleck Drehbuch: Ben Affleck, Aaron Stockard Darsteller: Casey Affleck, Michelle Monaghan, Morgan Freeman, Ed Harris, Amy Madigan
Label :
Buena Vista Home Entertainment
Verkaufsstart : 17.04.2008
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