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DVD-Besprechung - Baadasssss! (Limitierte 2 Disc Edition)
Story:
Anfang der siebziger Jahre hat der Schauspieler und Regisseur Melvin van Peebles (Mario van Peebles) die Vision von einem eigenen Film. Ein Film, in denen ein schwarzer Held die Szenerie bestimmt und nicht, wie sonst üblich, ein Weißer. Ein Film, der die gerade aufgekommene Bürgerrechtsbewegung bestätigt und die Tabus der Gesellschaft bricht. Er macht sich daran, Geld zu organisieren und ein Filmteam zusammenzustellen, was sich, ohne die Unterstützung der großen Filmstudios, als extrem schwierig erweist. Doch van Peebles schafft das scheinbar Unmögliche und bringt seinen Streifen in die Kinos, was den Beginn des Black Cinema begründet.
Meinung zum Film:
Viele Zuschauer kennen sicherlich den Schauspieler Mario van Peebles aus Filmen wie „Der weiße Hai 4“, „Posse“ oder dem Werwolf-Derivat „Full Eclipse“. Doch der schwarze Mime hat eine enorm wichtige Familiengeschichte und sein Vater Melvin gilt als der Begründer des „Black Cinema“, der zwar in mehr Filmen mitgespielt als Regie geführt hat, doch die erste große eigene Produktion verwirklichen konnte. Es ist echte Geschichte aus einer Zeit, in der in Hollywood noch eine deutliche Rassentrennung vorherrschte und als schwarze Helden befremdlich und publikumsfeindlich angesehen wurden. George A. Romero brach mit diesem Tabu 1968, als er in „Night of the Living Dead“ einen Schwarzen logisch und klug handeln ließ, während die weißen Charaktere eher aufgeschmissen waren. Dagegen liefen einige Organisationen Sturm und verlangten die Absetzung.
Drei Jahre später brachte Melvin van Peebles seinen „Sweet Sweetback`s Badaasssss Song“ heraus. Die vorliegende Produktion erzählt genau die Entstehung dieses Streifens, der als Erotikproduktion deklariert und in Teilen auch konzipiert wurde, damit die Schauspielergewerkschaft keinen Ärger macht. Alle Umstände, wie es zu diesem Film gekommen ist, sind gelinde gesagt mehr als haarsträubend und nur die Vision van Peebles', einen eigenen, schwarzen Film zu machen, um es den weißen Studiobossen zu zeigen, hat dem Film ins Leben geholfen. Zum einen ist die Geldbeschaffung alles andere als einfach und van Peebles wird sogar von einem homosexuellen Geldgeber zu einem Geschäft "Geld gegen Sex" aufgefordert.
Und die schlechten Nachrichten nehmen weiter zu, da die Schauspielergewerkschaft sich dennoch eingeschaltet hat und eine bestimmte Summe der Gagen in Vorausleistung fordert. Dann findet er endlich einen Geldgeber, doch der wird passend zum Drehbeginn verhaftet und eine mögliche Finanzierung wird auf 5 bis 10 Jahre aufgeschoben. Entschlossen, mit seinem eigenen Geld den Film zu stemmen, springt am ersten Drehtag ausgerechnet noch seine Hauptdarstellerin ab, für die er aber überraschenden Ersatz findet. Das war der Start des Black Cinema bzw. des Blaxploitation-Films, der in den 70er Jahren so manche schräge Blüte hervorbrachte.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild kann sich sehen lassen und überzeugt durch Klarheit und saubere Farben. Ein Rauschen ist nicht zu bemerken und auch der Kontrast sitzt. Der deutsche dts-Sound ist facettenreich und bietet keinerlei Anlass zu Kritik. Eine gute technische Auswertung.
Die vorliegende limitierte Edition beinhaltet zwei DVDs, auf denen auch die Extras verteilt sind. Die DVD mit dem Hauptfilm hat zusätzlich noch den Originaltrailer im Gepäck, wie auch eine musikalisch fast schon melancholisch unterlegte Bildergalerie. Hinzu kommen noch deutsche Texttafeln mit Informationen zu Melvin und Mario van Peebles. Die zweite DVD beginnt mit einer herben Enttäuschung, denn es wurde komplett versäumt, wenigstens deutsche Untertitel einzusetzen. Zunächst gibt es einen Hintergrundbericht (ca. 21 Minuten) mit Eindrücken von der Entstehung des Films vor dem Hintergrund der sich verändernden Bürgerrechte in den USA. Danach kann der geneigte Zuschauer Eindrücke und Kurzinterviews von der Premiere (11 Minuten) abrufen und eine recht ausgelassene Stimmung beim Publikum feststellen. Als nächstes folgen rund 30 Minuten, in denen Melvin van Peebles aus dem Nähkästchen plaudert, doch mit seiner eintönigen Stimmlage kann er auch leicht einschläfernd wirken. Den Abschluss bildet dann eine Bildergalerie mit den verschiedenen Motiven des Filmplakats.
Fazit:
„Baadasssss!“ zeigt unterhaltsam die schwierigen Umstände der Entstehung eines Films, den Mario van Peebles' Vater unbedingt und absolut drehen wollte. Wenn man so will, dann ist es ein Making Of, nur eben nachgespielt, aber nicht weniger unterhaltsam. Die technische Umsetzung ist richtig gut und die Extras üppig. Einziger Wermutstropfen sind die fehlenden Untertitel beim Bonusmaterial.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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104:26 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Slideshow
- Bio-/Filmografien
- Behind Baadasssss
- The Birth Of Black Cinema
- Premiere
- Question & Answer mit Melvin van Peebles
- Postergalerie
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Baadasssss!
How to get the Man`s Foot Outta Your Ass
Die Geburtsstunde eines Genres
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2003 Regie: Mario van Peebles Drehbuch: Melvin van Peebles, Mario van Peebles Darsteller: Mario van Peebles, Ossie Davis, Joy Bryant, Nia Long, Saul Rubinek
Label :
Bronson Entertainment
Verkaufsstart : 19.10.2007
Vertrieb :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 19.10.2007
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