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DVD-Besprechung - Stone Merchant - Händler des Terrors

Story:
Leda (Jane March) und ihr Ehemann Alceo (Jordi Mollà) haben beide schmerzliche Berührungen mit dem Terrorismus machen müssen. Alceo verlor vor einigen Jahren bei einem Anschlag beide Beine, während Leda jüngst als Geisel bei einem blutig beendeten Vorfall genommen wurde. Um ein wenig abschalten zu können, fahren sie für ein paar Tage in den Urlaub nach Cappadoccia in der Türkei, wo sie den Edelsteinhändler Ludovico Vicedomini (Harvey Keitel) kennen lernen. Ludovico verliebt sich auf der Stelle in Leda und zurück in Italien beginnt er eine Affäre mit der verheirateten Frau. Alceo hat vom ersten Augenblick an das Gefühl, dass Ludovico ein Auge auf seine Frau geworfen hat, doch viel mehr beunruhigt ihn dessen Freund Shahid (F. Murray Abraham), den er immer mehr für einen islamistischen Terroristen hält, der zusammen mit Ludovico einen Anschlag plant.

Meinung zum Film:
Der Text auf der Rückseite des Covers von „Stone Merchant“ lässt auf einen verheißungsvollen Terrorismus-Thriller schließen, der im eigentlichen Film allerdings nur gemäßigt und eher am Rande zu finden ist. Zuschauer, die auf diesen höchst unglücklich gewählten Text hereinfallen, werden sicherlich schon früh entnervt aufgeben und die DVD aus dem Abspielgerät entfernen. Das eigentliche Zielpublikum für den Film, das ein Liebesdrama mit Abenteuer-Hintergrund erwartet, mag derweil die DVD ungeachtet in den Regalen stehen lassen, da von dem tatsächlichen Geschehen kaum ein Wort zu lesen ist.

Betrachtet man einmal den Terroristen-Teil der Geschichte, fallen unzählige Unzulänglichkeiten auf. Die größte dürfte die höchste naive und einseitige Betrachtung vom bösen Islamisten im allgemeinen und dem armen, liebevollen Christen der westlichen Hemisphäre im generellen sein. Derartige Betrachtungen ist man als Zuschauer meist von US-Produktionen gewohnt. Doch Regisseur Renzo Martinelli („Der Tag, an dem Aldo Moro starb“) greift diesen Faden wohlwollend auf und präsentiert ein höchst einseitiges Bild des Islams, das auf polemische Art alle Mitglieder der Religion als gewalttätige Terroristen zeigt. Das Thema wird dann allerdings nicht sonderlich tief in den Film verankert, sondern dient nur als lose Handlung um die eigentlich im Mittelpunkt befindliche Liebesgeschichte herum. Aus diesem Grunde kommt auch nur höchst selten einmal Spannung auf, lediglich das Finale weiß in dieser Hinsicht zu überzeugen.

Bleibt also noch die Liebesgeschichte, die sich zwischen Leda, Alceo und Ludovico abspielt. Jordi Mollà („Bad Boys II”) in der Rolle des an den Rollstuhl gefesselten Terrorismus-Experten Alceo trägt stellenweise ein bisschen zu dick auf, als dass man wirklich immer mit ihm mitfühlen kann. Jane March („Color of Night”) weiß da schon viel eher zu überzeugen, allerdings kann ihr wankelmütiges Handeln und das sehr schnelle Wechseln zum für sie fremden Ludovico nicht ganz verstanden werden. Bleibt noch Harvey Keitel („Pulp Fiction“), der als verführerischer Gentleman eine überzeugende Rolle als Liebhaber hinterlässt, den Part als zum Islam gekehrten Christen aber nicht sonderlich authentisch und plausibel erscheinen lassen kann. Einen großen Teil trägt hierzu aber auch das Drehbuch bei, dass ihm viel zu wenig Raum dazu lässt. F. Murray Abraham („Amadeus”) nimmt man den Extremisten zu jedem Moment ab, allerdings ist er in dieser Position schon wieder ein klein wenig zu dominant in seinen Szenen, was der Rolle an sich nicht unbedingt immer hilft. Doch genau wie der Terrorismus-Part ist seine Rolle auch nur am Rande entscheidend. Der Hauptteil der Geschichte finden zwischen den 3 Liebespartnern statt und kann in diesem Teil auch weitestgehend überzeugen. Als Terrorismus-Thriller schafft es der „Stone Merchant“ aber sicherlich nicht mal ansatzweise, selbst geringen Erwartungen gerecht zu werden.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen sehr schlechten Eindruck. Vor allem das sehr verwaschen wirkende Erscheinungsbild, bei dem der Begriff „Schärfe“ vollkommen fehl am Platze ist, erfordert schon eine gehörige Portion Verständnis beim Betrachter. Die Farben wirken zusätzlich recht dunkel, was zum Teil sicherlich auch dem sehr tief gewählten Kontrast zu verdanken ist. Rauschen ist teilweise ebenfalls überdeutlich zu erkennen. Der deutsche Ton in dts und Dolby Digital 5.1 ist gut zu verstehen und sorgt auch immer wieder im hinteren Bereich für Beschallung.

Als Extra gibt es 2 recht interessante Making Ofs, die sich vor allem mit den Special Effects beschäftigen. Hier gibt es größtenteils einen Einblick in die Green-Screen-Technolige, die häufig Einsatz beim Dreh finden konnte. Es folgen noch eine Bildergalerie und der Trailer zum Film.

Fazit:
Es war eine alles andere als gute Marketingentscheidung seitens Koch Media, „Stone Merchant“ als Terrorismus-Thriller zu vermarkten. Als solcher betrachtet ist der Film ein echter Langweiler, obwohl er als Liebesdrama mit Abenteuergeschichte durchaus zu gefallen weiß. Doch mit der falschen Zielgruppe an der Angel sorgt der Film nur für müdes Gähnen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
114:31 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Behind the Scenes
  • Special Effects - the Making
  • Bildergalerie
  • Trailer
Stone Merchant - Händler des Terrors - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Stone Merchant - Händler des Terrors
Il mercante di pietre

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Als spannendes Liebesdrama ganz ordentlich, als Terrorismus-Thriller aber 'ne echte Gurke


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien / UK, 2006
Regie:
Renzo Martinelli
Drehbuch:
Renzo Martinelli, Favio Campus (inspiriert durch einen Roman von Corrado Calabrò)
Darsteller:
Jane March, Jordi Mollà, Harvey Keitel, F. Murray Abraham, Bruno Bilotta, Federica Martinelli

Label Deutschland :
Bronson Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
26.10.2007

Vertrieb Schweiz :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Schweiz :
26.10.2007