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DVD-Besprechung - Die Schattenmacht - The State Within
Story:
Sir Mark Brydon (Jason Isaacs) ist der britische Botschafter in Washington und wird unfreiwillig in ein riesiges Komplott hineingezogen. Ein Muslim britischer Staatsangehörigkeit jagt ein Passagierflugzeug in die Luft, zudem soll der tyrgyzische Diktator, ein wichtiger Verbündeter der USA und Großbritanniens, Nervengas produzieren und über ein atomares Waffenarsenal verfügen. Während die anglo-amerikanischen Beziehungen noch zusätzlich durch einen zum Tode verurteilten, ehemaligen britischen Kriegshelden belastet werden, streben die USA einen Krieg mit Tyrgyztan an, um ihre wirtschaftlichen und militärischen Interessen in Zentralasien durchzusetzen.
Meinung zum Film:
"The State Within" ist eine siebenteilige Fernsehserie der englischen BBC in Zusammenarbeit mit BBC America. In Deutschland feierte die Serie kürzlich auf RTL2 ihre Premiere, dieser Sender war sich aber mal wieder nicht zu schade, die Serie massiv zu kürzen. Der reale Laufzeitunterscheid zur nun dank Polyband erstmals ungekürzt auf DVD vorliegenden "Uncut Extended Version" beträgt allerdings nicht wie proklamiert 50 Minuten, sondern etwa 36 Minuten (DVD: 349:39 Minuten - TV-Fassung: 313:27). Produziert wurde die Reihe von Jessica Pope, die auch schon für einige Folgen von "Gerichtsmedizinerin Samantha Ryan" verantwortlich war, während Daniel Percival ("Dirty War") und Lizzie Mickery ("The Inspector Lynley Mysteries") das Drehbuch verfassten. Regie führten abwechselnd wiederum Daniel Percival und zudem Michael Offer ("Holby City").
"Die Schattenmacht" ist ein Politthriller, der sich mit dem von den USA ausgerufenen "Krieg gegen den Terror" beschäftigt. Die Serie wird von einigen Kritikern auch als englische Antwort auf US-Serien wie "24" angesehen. Zumindest, was Kameraführung und Optik angeht, lehnt sich "Die Schattenmacht" tatsächlich an US-Vorbilder an. Es dominieren kühle Farben sterile Umgebungen und Neonlicht. Die Kameraführung ist sehr dynamisch, bzw. rastlos, mit unruhigen Perspektiven (Wackeloptik), vielen Schwenks, immer hautnah am Geschehen. Inhaltlich bedient man sich trotz des hehren Anspruchs der Serie relativ schlichter Schwarz-Weiß-Malerei. Die USA stellt dieses Mal nicht gerade realitätsfern die bösen Buben, während jedoch ausgerechnet ihr treuester Verbündeter im Kampf gegen den Terror, Großbritannien, sich diesen finsteren US-Machenschaften in den Weg stellt. Die erste Folge wählt einen denkbar schwierigen Einstieg in die Materie, denn man kommt sich beinahe vor wie in einem Roman von Tom Clancy und wird mit handlungsrelevanten Persönlichkeiten und Würdenträgern geradezu erschlagen. Hier den Überblick zu behalten ist nicht einfach, denn es wird auch bereits eine Fülle politisch brisanter Themen angeschnitten. Das sind beispielsweise die US-Antiterrorgesetze, das Problem der Todesstrafe, sowie die Unterstützung korrupter Regime durch die USA und ihre Verbündeten aus wirtschaftlichen und militärischen Gründen.
Während sich die Ereignisse in der ersten Folge noch überschlagen, nimmt das Tempo in den Folgen 2 und 3 deutlich ab und es rückt unter anderem Kritik an der Unmenschlichkeit der Todesstrafe in den Vordergrund. Darunter leiden aber auch so interessante Themen wie die "Hexenjagd" auf britische Muslime, die im Rahmen der US-Antiterrorgesetze durchaus legal durchgeführt werden können und hier zu internationalen Spannungen führen. Kritisch ist deshalb auch anzumerken, dass sich das Geschehen fast völlig auf die USA, bzw. die westliche Perspektive, konzentriert und zudem versucht wird einfach zuviele Themen unter einen Hut zu bringen. Trotz der gut ausgearbeiteten Charaktere, hervorragender Darsteller und professioneller Inszenierung werden auch immer wieder dramaturgische Kniffe als Zugeständnis an das Unterhaltungsfernsehen ergriffen. Diese dienen der Fokussierung auf einzelne Charaktere, bzw. Helden und sollen sowohl den roten Faden verdeutlichen, als auch die Dramatik der Geschehnisse beschleunigen und zuspitzen. Die Handlung strotzt zwar nicht vor Action, bietet aber immer wieder mehr oder wenige überraschende Wendungen, und verbreitet eine Atmosphäre der Ungewissheit, in der jeder jeden beschattet, und alle Personen ihre eigenen Interessen, ohne Rücksichtnahme auf andere, verfolgen. Der Spannungsbogen steigt dabei ab Folge 4 stetig an, so dass man der Serie auch kleinere Ungereimtheiten und Vereinfachungen der Sachlage, sprich Schwarz-Weiß-Malerei und gewisse Linearitäten durchaus verzeiht.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist insgesamt, bis auf ein leichtes Hintergrundrauschen, für eine TV-Produktion sehr gelungen. Beide Tonspuren zeichnen sich durch eine gute Verständlichkeit aus.
Das einzige Extra dieser Veröffentlichung ist ein Making Of (27:47). Es enthält u.a. Impressionen vom Dreh, die komplette Planung der Flugzeugabsturzszene und Kommentare der wichtigsten Darsteller, des Regisseurs, der Drehbuchautoren und Produzenten. Insgesamt ist das Making Of relativ unterhaltsam, ein wenig mehr Tiefgründigkeit, inklusive Bezugnahme auf aktuelle politische Entwicklungen, wäre allerdings wünschenswert gewesen.
Fazit:
"Die Schattenmacht" ist ein interessanter Politthriller, der trotz seiner immensen Laufzeit die Spannungskurve stets hoch halten kann, und dabei eine gute Balance zwischen Anspruch und Unterhaltung findet. Leider neigt die Serie zur Schwarz-Weiß-Malerei und hat in einigen Punkten schlichtweg nicht den Mut, bestimmte unbequeme Gedanken konsequent zu Ende zu denken. Gerade durch die Konzentration auf Einzelpersonen wird die angerissene Kritik oft wieder teilweise zurückgenommen. Insgesamt wird hier aber handwerklich und inhaltlich hochwertige Unterhaltung geboten, die wichtige politische Tagesthemen publikumswirksam aufarbeitet.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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7 Folgen à ca. 50 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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Die Schattenmacht
The State Within
Interessanter und spannender Politthriller über den Krieg als Geschäft und den Terror als seine Rechtfertigung
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 2006 Regie: Michael Offer, Daniel Percival Drehbuch: Daniel Percival, Lizzie Mickery Darsteller: Jason Isaacs, Aaron Abrams, Nigel Bennett, Eva Birthistle, Ben Daniels, Sharon Gless
Label :
Polyband
Verkaufsstart : 26.10.2007
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