 |
DVD-Besprechung - Creepshow 3
Story:
Fünf Kurzgeschichten erzählen von mysteriösen Geschehnissen in einer amerikanischen Kleinstadt. Hierbei gibt es Begegnungen mit übernatürlichen Fernbedienungen, einem Radio mit Eigenleben, einem Killer-Call-Girl, der perfekten Ehefrau und einem Arzt mit wenig Feingefühl.
Meinung zum Film:
1982 taten sich mit Regisseur George A Romero („Zombie – Dawn of the Dead“) und Autor Stephen King („Shining“) zwei großen Kultfiguren des Horror-Genres zusammen und schufen mit „Creepshow“ einen Kurzgeschichtenfilm basierend auf Geschichten der alten EC Horror Comics, der sich auch heute noch sehr großer Beliebtheit erfreut. 1987 folgte „Creepshow 2“ unter der Regie von Michael Gornick („Monsters“), der allerdings deutlich weniger Qualität vorzuweisen hatte und als Videopremiere in Deutschland nur wenig Beachtung fand. 20 Jahre später steht nun der von Ana Clavell („Day of the Dead: Contagium“) und James Glenn Dudelson („Museum of the Dead“) geschriebene und gedrehte „Creepshow 3“ in den Regalen. Das Beste an dem Film ist allerdings zweifelsohne die deutsche Synchronisation, die mit Abstand das Professionellste am ganzen Beitrag ist und gegenüber dem Originalton zu einer Aufwertung des Gesamteindruckes führt. An dem schlechten Eindruck der einzelnen Storys konnte allerdings auch dadurch nichts geschönigt werden.
In der ersten Episode macht eine Teenagerin eine schlechte Erfahrung mit einer neuen Fernbedienung, die sie in immer neue Versionen ihrer Familien steckt und ihr zusätzlich zahlreiche üble Ekzeme an den ganzen Körper zaubert. Das ganze ist allerdings weder sonderlich spannend, noch sorgt es für große Unterhaltung. Vor allem die unterdurchschnittlich schlechten Darsteller in dieser Episode sorgen für einen durchweg üblen Eindruck, der aber auch vom albernen Skript deutlich getragen wird. Weiter geht es im nächsten Beitrag mit einem Radio, das seinem Besitzer weise Ratschläge für das Leben gibt. Dies geschieht allerdings in einer für den Zuschauer sehr langweiligen Art und Weise und erst die Pointe zum Schluss hat zumindest ein klein wenig von dem zu bieten, was man von einem Episodenfilm erwartet. Den albernen Rest vermag es dadurch allerdings kaum retten. Bei der dritten Episode heißt es gleich zu Beginn „Hirn abschalten“, da ansonsten bei dem serienkillenden Callgirl gleich alle Logikwarnlampen anspringen würden. Mit zu viel Nachdenken würde man sich das kleine bisschen Freude kaputt machen, dass diese Episode zumindest zu Beginn zu bieten hat. Allerdings kippt der gute Ansatz zum Ende hin vollends, wenn aus dem Minimalplot eine Untoter-Killer-killt-Killer-Geschichte mit absolut lächerlichem Monster Make-Up wird.
Lächerlich ist dann auch der Begriff, der komplett für die vierte Episode verwendet werden kann. Wie hier versucht wird über den Verdacht zweier Studenten, ihr ehemaliger Professor hätte die perfekte Androidin geschaffen, eine mit reichlich Kunstblut inszenierte Sezierung zu rechtfertigen, ist fast schon eine Beleidigung des durchschnittlichen Intellekts. Am Ende wartet man als Zuschauer auf die Schlusspointe, die dann allerdings nicht mehr kommt. Bleibt noch der letzte filmische Beitrag über einen lustlosen Arzt zu vermelden, der zu gemeinnützigem Dienst verurteilt wurde, diesen aber nur höchst lustlos angeht. Bereits in den ersten Sekunden wird hier klar, dass ihm ein Menschenleben nichts wert ist. Seine Art mit Patienten umzugehen sollte wohl schwarzhumorig-komisch wirken, ist letzten Endes aber geschmacklos und menschenverachtend. Die Story an sich ist durchweg belanglos, zäh und verwirrend, vor allem da man verkrampft versuchte, die vorhergehenden Geschichten noch irgendwie einzubringen. Unterm Strich muss gesagt werden, dass der 2. Creepshow-Aufguss mit Horror kaum noch etwas gemein hat. Kein bisschen Spannung, nicht ansatzweise Grusel-Atmosphäre und nicht ein einziger Funken schwarzer Humor sorgen dafür, dass selbst anspruchslose Episoden-Horror-Freunde einen weiten Bogen um dieses Produkt machen sollten.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist ganz ordentlich gelungen und stellt keine nennenswerten Probleme dar, lediglich teils deutliches Rauschen stellt einen kleinen Makel dar. Auch der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut gelungen, große Effekte im Surroundbereich gibt es allerdings keine zu vermelden.
Als Extra gibt es ein 26-minütiges Making Of, bei dem neben ein paar Bildern zu den Effekten in erster Linie erzählt wird, wie toll die Dreharbeiten waren, welchen Spaß man dabei hatte und wie gut das ganze jetzt aussieht. Wer den Film gesehen hat, wird sich dabei so manches Mal fragen, ob die subjektive Wahrnehmung der Beteiligten wirklich so verzerrt sein kann, oder ob man einfach nur versucht, gute Miene zum schlechten Ergebnis zu machen. Neben dem Trailer gibt es noch Texttafeln zu Regisseur James Glenn Dudelson.
Fazit:
„Creepshow 3“ ist eine Mogelpackung hoch 4. Mit den ersten beiden Filmen hat diese Ansammlung hirnloser, langweiliger, stümperhaft inszenierter und spannungsbefreiter Episoden nichts mehr gemein. Es ist nur schwer vorstellbar, dass es für diese Art Unterhaltung tatsächlich einen dankbaren Abnehmer geben soll.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,85:1
|
100:03 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Keine |
|
Bonusmaterial:
|
- Making Of
- Infos zu Regisseur James Glenn Dudelson
- Trailer
|
|  |
Creepshow 3
Creepshow 3
Der Bodensatz aus dem Genre des Episodenhorror
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: Ana Clavell, James Glenn Dudelson Drehbuch: Ana Clavell, James Glenn Dudelson Darsteller: AJ Bowen, Kris Allen, Stephanie Pettee, Emmett McGuire, Ryan Carty, Camille Lacey, Michael Madrid, Ben Pronsky, Bo Kresic, Roy Abramsohn, Susan Schramm, Bunny Gibson
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 17.01.2008
|