Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Streets of Philadelphia - Unter Verrätern
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

Blu-ray-Besprechung - Streets of Philadelphia - Unter Verrätern

Story:
Tommy (James Marsden) drohen aufgrund einiger Verfehlungen die unehrenhafte Entlassung aus der Armee, sowie drei Jahre Gefängnis. In dieser prekären Situation tritt der FBI-Agent Horvath (Brian Dennehy) an ihn heran und bietet ihm Straffreiheit im Tausch gegen Spitzeldienste. Tommy soll dem FBI den Mafiaboss Luciano Reggio (Francesco Salvi) ans Messer liefern. Dafür muß er jedoch zunächst an seinen eigenen Cousin Joey (Giovanni Ribisi) herankommen, der mittlerweile auch Tommys Bruder Vincent (Brad Renfro) in seine kriminellen Geschäfte hineingezogen hat. Horvath hat Tommy deshalb auch noch zusätzlich mit belastendem Material gegen Vincent in der Hand.

Meinung zum Film:
Regisseur und Drehbuchautor Robert Moresco sorgte zuletzt mit seiner Mitarbeit am Drehbuch von "L.A. Crash", sowie als Mitproduzent von "Million Dollar Baby" für Aufsehen. Für "Streets of Philadelphia", einem lose auf der Story um den FBI-Undercoveragenten "Donnie Brasco" basierenden Gangsterdrama, standen Moresco dabei etliche gestandene Darsteller zur Verfügung. Neben James Marsden ("Superman Returns"), Brian Dennehy ("Assault on Precinct 13"), Giovanni Ribisi ("Sky Captain and the World of Tomorrow") und Brad Renfro ("Der Musterschüler"), ist auch Piper Perabo ("Prestige - Die Meister der Magie") in einer kleineren Rolle zu sehen, während Dennis Hopper ("Out of the Blue") und Val Kilmer ("Kiss Kiss Bang Bang") kürzere Gastauftritte bestreiten.

"Streets of Philadelphia" ist ein kleines Gangsterdrama, dessen Bezüge auf reale Vorbilder extrem frei interpretiert werden und das, anders als "Donnie Brasco", um das Thema Verrat kreist und nicht um das Thema Loyalität. Tommy fühlte sich im Irakkrieg von der militärischen und politischen Führung verlassen, die Saddam Hussein an der Macht beließ, obwohl der Kampf gegen diesen vermeintlichen Teufel in Menschengestalt doch als Kriegsgrund herhalten musste. Aber auch Joey wurde sein ganzes Leben lang für dumm verkauft, was sich aber erst gegen Ende des Films herausstellt, zudem missbraucht auch Tommy Joeys Vertrauen, der selbst wiederum von den FBI-Agenten ausgenutzt wird. Diese verschiedenen Formen des Verrats führen zwar im Finale zu einigen Wendungen und einer halbwegs intelligenten Auflösung, andererseits spielt aber die Beziehung zwischen Tommy und Joey eine weitaus untergeordnetere Rolle. Tommy befindet sich hier nie in einem echten Loyalitätskonflikt. Er ist von Anfang an nur darauf aus, seinen Bruder Vincent zu schützen. Das raubt dem Film in der Personenkonstellation eine Menge Spannung. Andererseits sind gerade die gut entwickelten Charaktere des Films seine große Stärke, hält er sich doch in Sachen Action und Bandenstreitigkeiten, anders als der Hersteller verspricht, lange Zeit ziemlich zurück.

Aufgrund der Tatsache, dass der Film eben nicht ständig nur mit Leichenbergen und psychopathischen Gangsterfiguren aus der Retorte agiert, gewinnt "Streets of Philadelphia" aber auch wieder an Glaubwürdigkeit. Mit dem Finale hat man sich allerdings in dieser Hinsicht keinen Gefallen getan, da hier in Rambo-Manier zwei Einzelkämpfer eine ganze Mafiafamilie auseinandernehmen und jegliche Glaubwürdigkeit einem furiosen, action- und bleihaltigen Finale geopfert wird. Bei den Darstellern gibt es Licht und Schatten zu beobachten. Giovanni Ribisi spielt hier alle an die Wand, was gerade James Marsdens Leistung noch blasser erscheinen lässt. Marsden wirkt meistens fast teilnahmslos und verzieht kaum mal eine Miene, der gesamte Auftritt lässt sich nur mit dem Prädikat "ausdrucksarm" beschreiben. Brian Dennehy liefert als Menschenmanipulator eine routinierte Leistung, die an alte Glanzzeiten erinnert, während Dennis Hopper in seinen Kurzeinsätzen deutlich mehr Eindruck hinterlässt, als Piper Perabo im gesamten Film. Ein wenig bedauerlich ist das offenkundig niedrige Budget des Films, aufgrund dessen man sich die mafiösen Strukturen, das Fußvolk der Banden, sowie ihre kriminellen Aktivitäten leider größtenteils hinzudenken muß, während der Fokus eher auf den Hauptpersonen liegt.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität der Blu-ray ist ähnlich wie auf DVD ausgefallen. In Sachen Schärfe ist es diesem zwar ein klein wenig überlegen, schafft es aber trotzdem nicht, großes HD-Feeling aufkommen zu lassen. Geprägt wird das Bild zudem vom groben Filmkorn, das sich immer wieder bemerkbar macht. Der Ton liegt wahlweise in DTS-HD Master Audio 5.1 und Dolby Digital 5.1 vor, ohne dass jedoch markante Unterschiede herauszuhören wären. Der Ton ist durchweg gut zu verstehen und in den Actionszenen ist auch immer wieder ein bisschen akustisches Leben im Raum.  

Das Bonusmaterial auf der Blu-ray ist fast identisch mit dem der der DVD, lediglich die Bildergalerie fällt weg. So gibt es auch hier den Originaltrailer zum Film, Deleted Scenes, sowie ein Making Of. Das Making Of beschäftigt sich aber nahezu ausschließlich mit den Vorbereitungen zu einer Explosionsszene gegen Ende des Films und hat davon abgesehen nichts zu bieten. Nicht auf dem Cover angegeben ist der ausführliche englische Audiokommentar mit Regisseur und Drehbuchautor Robert Morasco, Cutter Harvey Rosenstock und Produzent und Darsteller Leo Rossi. Dieser liegt allerdings nur in englischer Sprache ohne Untertitel vor und bietet Interessierten nur dann einen Mehrwert, wenn sie des Englischen mächtig sind. (MT)

Fazit:
"Streets of Philadelphia" ist ein kleiner, aber guter Gangsterfilm, der jedoch keine epischen Dimensionen wie z.B. "Der Pate" erreicht, dafür war das Budget offensichtlich auch zu knapp kalkuliert. Stattdessen legt der Film lieber Wert auf glaubhafte Charaktere, Beziehungskonstellationen und größtenteils überzeugende Darsteller, obwohl das Finale übertrieben spektakulär, bzw. brachial, ausgefallen ist. Insgesamt weiß der Film aber mit seiner nicht zu oberflächlich und trotzdem ideenreich inszenierten Geschichte mit gutem Erzählfluss zu überzeugen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
109:00 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar von Robert Morasco, Harvey Rosenstock und Leo Rossi
  • Making Of
  • Deleted Scenes
  • Originaltrailer
Streets of Philadelphia - Unter Verrätern - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Streets of Philadelphia
10th & Wolf

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Hier verrät jeder jeden und mit der Gangsterehre ist es nicht mehr sehr weit her


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006
Regie:
Robert Moresco
Drehbuch:
Robert Moresco, Allan Steele
Darsteller:
James Marsden, Brian Dennehy, Leo Rossi, Dennis Hopper, Brad Renfro, Giovanni Ribisi

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
11.11.2010