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DVD-Besprechung - Neues vom Wixxer (Doppel DeluXXe Edition)

Story:
Eigentlich dachten Chief Inspector Even Longer (Oliver Kalkofe) und sein Kollege Inspector Very Long (Bastian Pastewka), dass der WiXXer erledigt wurde. Doch sie müssen feststellen, dass dem nicht so ist und dieser bereits einen neuen Plan geschmiedet hat. Er kündigt an, 7 Menschen innerhalb von 24 Stunden zu ermorden, einer von den Opfern soll Inspector Long sein, ein anderes Victoria Dickham (Christiane Paul), Tochter von Lord David Dickham (Joachim Fuchsberger) und heimliche Liebe von Chief Inspector Longer. Die Ermittlungen führen die Beamten von Scotland Yard unter anderem in das Bates-Sanatorium von Dr. Alfons Hatler (Christoph Maria Herbst), der den berüchtigten Killer Chucky Norris (Lars Rudolph) in seiner Obhut hat.

Meinung zum Film:
Nach dem großen Erfolg des ersten „Wixxer“-Films von 2004, setzte sich das Trio Oliver Kalkofe („Kalkofes Mattscheibe“), Bastian Pastewka („Pastewka in..“) und Oliver Welke („Die ProSieben Märchenstunde“) erneut zusammen und schrieb das Drehbuch zum nächsten Abenteuer um den gerissenen Superverbrecher „Der Wixxer“. Mit Joachim Fuchsberger („Der Frosch mit der Maske“) schafften sie es diesmal sogar, die wohl größte Ikone der damaligen Edgar-Wallace-Serie für eine Rolle zu gewinnen. Sonja Kirchberger („Die Venusfalle“) glänzt an seiner Seite als undurchsichtige Gattin mit teils sinistrem Verhalten. Übertrumpft wird sie allerdings noch von Judy Winter („Und Jimmy ging zum Regenbogen“) in der Rolle von Schwester Lucipha, die an den Film „Das Geheimnis der weißen Nonne“ angelehnt wurde. Gekonnt ist auch wieder die Leistung von Wolfgang Völz („Hui Buh - Das Schlossgespenst“) als Sir John, der herrlich komisch senil den Yard-Leiter darstellt. Der heimliche Star des Films ist erneut Christoph Maria Herbst („Stromberg“) in der Rolle des Hatlers. Politisch erfrischend unkorrekt leitet der Butler aus dem ersten Teil nun eine Nervenheilanstalt und hat nebenbei noch eine Schallplatte mit Wohlfühlmusik herausgebracht. Sein Karaoke-Auftritt gehört ganz sicher zu den Highlights des Films.

Neu im Ensemble ist Christian Tramitz („Lissi und der wilde Kaiser“) in der Rolle von Much Longer, dem Bruder von Even Longer, der in einer Mischung aus Philip Marlowe und Jerry Cotton aus dem britischen Flair ausbricht und wie einst Christopher Lee in „Das Rätsel der roten Orchidee“ US-Agenten-Flair in den Film bringt. Lars Rudolph („Mein Führer“) spielt eine herrliche Version von Klaus Kinski, indem er dessen Mischung aus Emotionslosigkeit, Schrulligkeit und Überdrehtheit, die an sich ja schon reichlich skurril erscheint, gekonnt für den Film parodiert. Oliver Welke spielt erneut den Gerichtsmediziner Dr. Brinkmann, der diesmal nicht nur den üblichen Snack bei der Obduktion zu sich nimmt, sondern gleich einen ganzen Kindergeburtstag in der Leichenhalle veranstaltet, bei dem die Heranwachsenden sämtliche Körperteile, die sie in ihre Finger bekommen können, zum Spielen verwenden. Christiane Paul („Reine Formsache“) spielt die Rolle der Victoria Dickham und fällt vor allem durch ihre überzogene Tierliebe auf, die für die gepflegten Kreaturen allerdings meist höchst unangenehme Folgen hat.

Die Gags im Film sind höchst unterschiedlicher Ausprägung. Von feinen Wortspielereien über platte Kalauer bis hin zum Slapstick ist so ziemlich alles vertreten, was ein mehr oder weniger breites Grinsen in die Gesichter des Publikums zaubern kann. Im Gegensatz zum ersten Teil, wo der Unterhaltungswert nach einem fulminanten Start merklich nachließ, wird nun ein durchgehendes Gagfeuerwerk geboten. Neben zahlreichen Anspielungen auf die alten Wallace-Filme gibt es auch einiges zu aktuellen Filmen und Shows geboten. Von „24“ bis zu „Drei Engel für Charlie“ wurde in der Unterhaltungsszene gut aufgepasst und selbst Oliver Kalkofes Spezialfreund Achim Mentzel („Kalkofes Mattscheibe“) konnte für den Film gewonnen werden und tritt neben Pastewkas Blumenverkäufer als Anstaltsinsasse auf. Der Moment ist für Kenner der Personen fast genauso erstklassig witzig, wie der Cliffhanger nach einem vermeintlichen Todesfall, weil erst einmal unter anderem Werbung für Klingeltöne gemacht wird. „Neues vom Wixxer“ bietet einen wunderbaren Comedy-Cocktail, bei dem sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen sehr guten Eindruck. Die etwas kraftlosen Farben unterstützen wunderbar den Flair der alten Wallace-Filme. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist nicht nur klar und deutlich zu verstehen, sondern liefert auch reichlich Futter für die Surroundkanäle.

Der getesteten „Doppel DeluXXe Edition“ liegen reichlich Extras bei. Auf der ersten DVD gibt es gleich zwei Audiokommentare. Einer mit den Regisseuren und dem Produzenten, der anderen mit dem Trio Kalkofe-Pastewka-Welke, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte, da dieser fast genauso unterhaltsam ist wie der Film selbst. Auf der zweiten DVD gibt es unter dem Punkt „Die Entstehung“ gleich 5 Making Ofs, die zwar nur begrenzt Hintergrundinformationen liefern, dafür aber generell sehr unterhaltsam geraten sind. Unter „Im Schneideraum“ finden sich gekürzte, verlängerte und verpatzte Szenen. Es folgen noch einige Musikvideos, Teaser & Trailer, Fotogalerien, Biografien und „Kalkofes Wallace Top 10“ nebst den Trailern zu den Filmen. Auf keinen Fall verpassen sollte man „Alfons Hatlers Karaoke-Träumereien“, in denen noch einmal die Karaoke-Versionen aus dem Film präsentiert werden, „My Way“ dabei in voller Länge, nebst dem nicht gezeigten „Ich war noch niemals in New York“.

Das unterhaltsamste Extra befindet sich allerdings in den Menüs selbst. In jedem einzelnen sind ein paar Minuten Auftritte der Personen aus dem Film zu sehen, die beste Unterhaltungskosten bieten. Man möchte gar nicht die Punkte im Menü auswählen, aus lauter Angst, etwas dabei zu verpassen. Zu Beginn der DVD gibt es einen Anti-Raubkopierer-Spot mit Adolf Hatler, den man ausnahmsweise mal sehr gerne über sich ergehen lässt und nicht als nervtötend ansieht. Trotz deftiger Beleidigungen.  

Fazit:
„Neues vom WiXXer“ schafft es über die gesamte Laufzeit, eine höchst abwechslungsreiche Unterhaltungskost zu bieten. Eine ganze Reihe bekannter Gesichter zusammen mit herrlichen Parodien, schwarzem Humor und teils politisch erfrischend unkorrektem Humor sorgen für kurzweilige 93 Minuten, die bis zur letzten Sekunde des Abspanns für reichlich Freude beim Publikum sorgt.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
2,35:1
2,35:1
93:30 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Oliver Kalkofe, Oliver Welke und Bastian Pastewka
  • Audiokommentar mit den Regisseuren Cyrill Boss und Philipp Stennert, sowie Produzent Christian Becker
  • Die Entstehung
  • Im Schneideraum
  • Alfons Hatlers Karaoke-Träumereien
  • Musikvideos
  • Trailer & Teaser
  • Fotogalerien
  • Biografien
  • Kalkofes Wallace Top 10
Neues vom Wixxer (Doppel DeluXXe Edition) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Neues vom Wixxer
Neues vom Wixxer

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Die abgewiXXte Fortsetzung, noch besser als die originale WiXXervorlage


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2007
Regie:
Cyrill Boss, Philipp Stennert
Drehbuch:
Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka, Oliver Welke
Darsteller:
Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka, Joachim Fuchsberger, Christoph Maria Herbst, Christiane Paul, Sonja Kirchberger, Christian Tramitz, Oliver Welke, Chris Howland, Wolfgang Völz

Label Deutschland :
ufa home entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
29.10.2007

Vertrieb Schweiz :
Impuls Home Entertainment
Verkaufsstart Schweiz :
29.10.2007