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DVD-Besprechung - Trespass
Story:
Vince Gillian (Bill Paxton) und Don Perry (William Sadler) sind zufällig an eine Schatzkarte gekommen, die den Verbleib von verschwundenen, wertvollen Kirchengütern anzeigt. Sie machen sich von ihrer Heimat Arkansas auf die Reise zu einem verlassenen Warenhaus in St. Louis, in dessen Zwischenböden die Goldschätze liegen sollen. Doch ihr Timing ist schlecht, denn gerade als sie beginnen, die Dielen aufzureißen werden sie Zeuge wie King James (Ice T) ein befeindetes Gangmitglied in die Tiefe stürzt. Die beiden Männer nehmen King James’ Bruder Lucky (De'voreaux White) als Geisel und schließen sich zusammen mit dem Obdachlosen Goose (John Toles-Bey) in einem sicheren Raum ein. Es entsteht ein Belagerungszustand, bei dem es immer mehr um Leben und Tod geht.
Meinung zum Film:
Den Filmen von Regisseur Walter Hill ist es ohne Probleme anzusehen, dass ihr Macher ein großer Westernfan ist. Mit seinem Kultfilm „Straßen in Flammen“ versetzte er den einstigen wortkargen Helden, der nach erledigtem Job in den Sonnenuntergang reitet, in die Moderne. Das Pferd wurde dabei durch ein Motorrad ersetzt und der Sonnenuntergang durch buntes Neonlicht. Mit „Last Man Standing“ drehte er Mitte der 90er auch ein direktes Remake zum Italowestern-Klassiker „Für eine Handvoll Dollar“, in dem ein einsamer Outlaw gleich zwei Gangsterbanden mächtig aufmischte. Auch „Trespass“ ist die Variation eines alten Filmes. Doch die Ähnlichkeiten zum Vorbild „Der Schatz der Sierra Madre“ von John Huston mit Humphrey Bogart halten sich in Grenzen. Sie beschränken sich auf den grundlegenden Plot der Schatzsucher, die bei ihrer Suche von einer Gruppe Banditen gestört werden und der Gier des Menschen nach Reichtum ausgesetzt werden.
Mit Ice-T („Law & Order: New York”) wurde ein Gangsta-Rapper der ersten Generation für die Hauptrolle des Oberbösewichtes verpflichtet, dem man auch privat das raue Image abkaufen kann. Das Debütalbum seiner Band „Body Count“ mit dem Namen „Cop Killer“ sorgte in den 90ern für eine heftige Kontroverse, in der sich neben zahlreichen Behörden auch George Bush Sr. und Charlton Heston zu Wort meldeten. Es wurde dem Album vorgeworfen, Hetze gegen die Polizei zu betreiben und für einigen brutale Übergriffe auf die Ordnungshüter verantwortlich zu sein. Ice Ts Darstellung des King James ist durchweg gelungen, der Verdacht, dass er sich hier im Grunde aber nur selbst spielt, kann nicht ganz von der Hand gewiesen werden. Weitaus weniger authentisch wirkt da schon Ice Cube („Boyz n the Hood“) als Gangmitglied, der nicht zuletzt durch Filme wie „Sind wir schon da?“ schon lange nicht mehr als ernstzunehmender Gangsta-Rapper angesehen werden kann. Doch die lang geübte Rolle des üblen Bad Guys bekommt er in „Trespass“ bestens hin. Die Rollen der Schatzsucher spielen Bill Paxton („Twister“) und William Sadler („The Green Mile“), können dabei allerdings kaum Glanzlichter setzen, schaffen es aber den Anforderungen gerecht zu werden.
Der Einstieg in die Geschichte ist allerdings alles andere als gelungen. Der Moment, in dem Vince und Don die Schatzkarte von einem verbrennenden Mann erhalten, hat eher etwas unfreiwillig komisches als dramatisch förderliches. Auch die Tatsache, dass bei der Gang die ganze Zeit einer am Filmen ist, was Ermittlungsbehörden bei der Suche nach Beweisen gegen die Machenschaften der Gang sicherlich hilfreich ist, mag nicht unbedingt ganz passend erscheinen. Doch zahlreiche Feuergefechte, coole Sprüche und die Suche nach dem Schatz in den Zwischenböden kann durchaus dafür entschädigen. Eines muss man Walter Hill lassen, heiße Schusswechsel und coole Actioneinlagen versteht er durchaus zu inszenieren. Die Darstellung der Gier der Menschen nach dem Gold, die teilweise sogar den Überlebensinstinkt außer Kraft setzt, hätte allerdings ein bisschen sorgfältiger erfolgen können. Die Gier tritt recht plötzlich auf und geht dann in der Action teilweise ein wenig unter, wobei gerade ein wenig mehr Sorgfalt im Aufbau dieser charakterlichen Schwäche dem Film deutlich gut zu Gesicht gestanden hätte. Doch auch ohne entsprechende Tiefe weiß „Trespass“ als Actionfilm zu überzeugen und trotz des fast schon kammerspielartigen Schauplatzes sind kaum Längen auszumachen. Wer allerdings mehr Wert auf die charakterliche Seite in solch einer Situation legt, ist wahrscheinlich beim „Schatz der Sierra Madre“ besser aufgehoben.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck, ohne nennenswerte Höhen oder Tiefen. Der deutsche Ton in Dolby Digital Surround ist klar zu verstehen und in den Actionsequenzen wird auch die hintere Front bedient.
Als Extras gibt es rund 4 Minuten nicht verwendeter Szenen und ein ebenfalls rund 4-minütiges, extrem werbelastiges „Behind the Scenes“-Feature, beide in englischer Sprache ohne Untertitel, sowie eine Bildergalerie und den Trailer zum Film.
Fazit:
„Trespass“ bietet Walter-Hill-Action, wie man sie aus den guten Tagen des Action-Spezialisten gewohnt ist. Ein Bande cooler Banditen und eine Gruppe Unschuldiger, die immer mehr von der Gier nach Reichtum auseinandergetrieben wird, sorgen für kurzweilige Unterhaltung ohne nennenswerte Längen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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96:49 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Surround | Englisch Dolby Surround |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Deleted Scenes
- Behind the Scenes
- Kinotrailer
- Bildergalerie
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Trespass
Trespass
Eine neue Generation gieriger Goldgräber, eine neue Brut brutaler Banditen
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1992 Regie: Walter Hill Drehbuch: Bob Gale, Robert Zemeckis Darsteller: Bill Paxton, Ice-T, William Sadler, Art Evans, De'voreaux White, Bruce A. Young, Glenn Plummer, Tiny Lister, John Toles-Bey, Stoney Jackson, T.E. Russell
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 19.10.2007
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