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DVD-Besprechung - Manufacturing Dissent
Story:
1989 machte Michael Moore mit seinem Film „Roger & Me“ auf sich aufmerksam, indem er den Umgang des Automobilkonzerns General Motors mit seinen Mitarbeitern in Flint, Michigan an den Pranger stellte. Dieser Kampf David gegen Goliath war der Startschuss einer Karriere, die noch für reichlich Aufsehen und genauso viel Zündstoff sorgen sollte. Die kanadischen Dokumentarfilmer Rick Caine und Debbie Melnyk hefteten sich an die Fersen Michael Moores und verfolgten seinen Aufstieg zum Dorn im Auge der Amerikanischen Rechten.
Meinung zum Film:
Mündigen Filmzuschauern wird es sicherlich nicht entgangen sein, dass die Filme von Michael Moore weniger dokumentarischer Natur sind und auch nicht unbedingt unter dem Terminus investigativer Journalismus einzuordnen sind. In seinen Filmen ist problemlos zu erkennen, dass er durchaus eine gehörige Portion Polemik in jedes Thema einfließen lässt, um seinen Standpunkt zu vertreten. Moore hat auch nie einen großen Hehl daraus gemacht, dass es ihm weniger um eine differenzierte Auseinandersetzung mit einem Thema geht, als vielmehr um das Anprangern von Missständen, wie sie aus seiner Sichtweise existieren. Rick Caine und Debbie Melnyk haben nach eigenen Aussagen versucht, ein Interview mit Michael Moore zu führen, dessen Filme sie zu Beginn ihrer Arbeit selbst gern sahen, hatten dann aber das Problem, keinen Termin für ein Gespräch zu bekommen. So jagten Sie dem Filmemacher ergebnislos hinterher, wie dieser einst dem GM-Boss Roger Smith.
Da man den Regisseur selbst nicht vor das Mikro bekam, suchte man in seinem Umfeld nach Stimmen, die etwas zu den Arbeiten und dem Menschen Michael Moore sagen konnten. Hierbei kamen dann überwiegend negative Äußerungen zustande, die Moore vor allem bei seinem Erstlingswerk „Roger & Me“ grobe Tatsachenverfälschung und Unterschlagung von Fakten vorwerfen, aber auch spätere Werke als teils unwahre Stimmungsmache hinstellen. Michael Moore wird immer wieder als schwieriger und manipulativer, aber höchst intelligenter Mensch beschrieben, der einen großen Hang zur Paranoia besitzt, dem jedwede Teamfähigkeit abgeht und der nicht damit umgehen kann, wenn er selbst einmal im Fokus der Kritik steht, es dafür aber mehr liebt als alles andere, im Rampenlicht zu stehen und bissige Scherze auf Kosten anderer zu machen. Während der Dokumentation steht er auf einmal auf der Seite, die er ansonsten in seinen Filmen immer an den Pranger stellt. Doch Rick Caine und Debbie Melnyk müssen sich die Kritik gefallen lassen, dass sie in ihrem Beitrag mit ähnlichen Waffen zuschlagen, wie Moore sie in seinen Filmen verwendet. Markante Bilder, vermischt mit ruhiger Musik, die mit gutem Schnitt den Nährboden für die Worte bilden und sich effektiv in den Köpfen festsetzen. Es stellt sich schnell die Frage, ob hier nicht versucht wird, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben und ob verletzte Eitelkeiten, da man keinen Termin für das gewünschte Interview bekommt, nicht vielleicht ebenfalls einen Grund für den negativen Trend des Berichtes darstellen.
Aus diesem Grund kann man „Manufacturing Dissent“ sicherlich vom reinen Informationsgehalt genauso ernst nehmen, wie die Filme von Michael Moore selbst. Er stellt lediglich eine Diskussionsgrundlage dar und macht bewusst, dass man nicht alles vorbehaltlos glauben sollte, was man vorgesetzt bekommt – egal von wem. Schauspielerin Susan Sarandon („Noel“) bringt es in der Dokumentation auf den Punkt, wenn sie sagt, dass man über den Inhalt und die Darbietung in den Moore-Filmen sicherlich streiten kann, dass es aber letzten Endes wichtig ist, über die angeprangerten Themen überhaupt offen und öffentlich zu diskutieren. Ob es nun das amerikanische Gesundheitswesen („Sicko“), der Irak-Krieg („Fahrenheit 9/11“) oder die Waffenverliebtheit der Amerikaner („Bowling for Columbine“) sind, es besteht eindeutiger Gesprächsbedarf und durch die Filme von Michael Moore werden die Diskussionen in Gang gesetzt. Gerade da die Linke in den USA traditionell eher ruhig daherkommt, ist es vielleicht gar nicht mal so verkehrt, dass ein Lautsprecher wie Michael Moore in seiner überzogenen und einseitigen Art der starken Rechten im Land Paroli bietet.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist stellenweise selbst für eine Dokumentation gerade noch akzeptabel, was hier aber eindeutig am Ausgangsmaterial gelegen ist und keinesfalls an der Digitalisierung. Der O-Ton ist unterschiedlich gut verständlich, das deutsche Voiceover kann aber stets gut verstanden werden. Untertitel überlagern sich stellenweise mit Namenseinblendungen, wodurch dann weder der eine noch der andere Text gelesen werden kann.
Als Extra gibt es einige interessante Deleted Scenes, die es trotz der kurzen Laufzeit von nicht einmal 75 Minunten nicht in den Film geschafft haben, sowie einige Worte über den Filmemacher von unterschiedlichen Dokumentarfilmern. Während die meisten ihn fast durchweg als Nestbeschmutzer sehen und viele auch seinen Charakter in Frage stellen, vergleicht Lionel Chetwynd die Arbeiten Moores sogar von ihrer Art mit der Propaganda von Joseph Goebbels.
Fazit:
„Manufacturing Dissent“ stellt Michael Moore teilweise als polemischen Faktenverdreher dar, nutzt dabei aber selbst die angeprangerten Methoden. Der Inhalt sollte von daher mit gleicher Vorsicht genossen werden wie der in den Beiträgen Moores. Er stellt aber ganz sicher eine sehenswerte Diskussionsgrundlage in der Auseinandersetzung mit dem Thema dar. Wer die Filme Michael Moores mag, sollte sich diesen Beitrag nicht entgehen lassen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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74:31 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Diskussion über Michael Moore
- Deleted Scenes
- Trailer
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Manufacturing Dissent
Manufacturing Dissent
Michael Moore aus der Perspektive Michael Moore
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada, 2007 Regie: Rick Caine, Debbie Melnyk Drehbuch: Rick Caine, Debbie Melnyk Darsteller: -
Label :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart : 09.11.2007
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