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DVD-Besprechung - Drop Out
Story:
Marion Niplowski (Beatrice Manowski) verlässt ihren daueralkoholisierten Freund und sucht sich eine eigene Wohnung, um sie überhaupt zu bekommen , gibt sie sich als Privatdetektivin aus. Schon bald erhält sie, mehr durch Zufall, ihren ersten größeren Fall. Sie soll eine Frau im Auftrag ihres Freundes (Lars Pape) observieren, die immer wieder für längere Zeit spurlos verschwindet. Es stellt sich jedoch schnell heraus, dass diese lesbisch ist und mit Gesinnungsgenossinnen wilde Drogenpartys feiert. Als Marion selbst zur Teilnehmerin wird, liegt plötzlich die Leiche der Frau vor ihr. Sie wurde während ihrer Anwesenheit ermordet, was Marion zur Hauptverdächtigen der Polizei befördert.
Meinung zum Film:
"Drop Out" entstand nach einer Idee von Beatrice Manowski ("Nekromantik"), die sie gemeinsam mit Wolfgang Büld ("Und tschüss!") in ein Drehbuch transferierte. Der Film versteht sich als Undergroundfilm, bzw. als deutscher Trashkrimi, und wurde von der Filmförderung Hamburg mitfinanziert. Aufgrund der verwahrlosten Lebenseinstellung der Hauptfigur, sowie vermeintlich verharmlosender und verfälschender Darstellungen zum Drogenkonsum, erkannte die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft die Gefahren einer sozialen Desorientierung, die zu einer Freigabe erst ab 18 Jahren führten. Diese Einschätzung wirkt heute, nicht mal 10 Jahre später, einfach nur noch lächerlich, zumal der Film auch weder mit Gewalt-, noch Sexszenen aufwartet.
"Drop Out" möchte laut Presseheft "Kino jenseits tradierter Erzählmuster" bieten, deshalb setzt der Film auf eine Mischung aus normalen Spielszenen, sowie einer Art "Videotagebuch" mit verwackelter Handkamera und deutlich verminderter Bildqualität. Mit Hilfe dieses gefilmten Tagebuchs, sowie von ständigen Flashbacks vermischt mit gegenwärtigen Szenen, wird eine sehr schlichte, naive Geschichte äußerst sperrig erzählt. Marion Niplowski, aufgrund ihrer Angewohnheit, im nachdenklichem Zustand an ihren Brustwarzen herumzuspielen auch "Nippelsuse" genannt, gerät in ein größeres Komplott, in dem sie den Sündenbock darstellen soll. Problematisch an dem Film ist seine viel zu lange Laufzeit, denn die Geschichte gibt sie niemals auch nur annähernd her. Zwischen den ganzen Flashbacks philosophiert die verhinderte Detektivin meist darüber, dass es ihr schon lange keiner mehr richtig besorgt hat, und geht zudem keiner Droge aus dem Weg. Und hier wirkt der Film auch authentisch, denn Marions Erzählungen und Dialoge wirken in der Tat äußerst zugekokst.
Leider kann der Film selten mit Witz oder einem wirklich trashigen Charme punkten. Das liegt sicherlich auch an den Streitigkeiten zwischen Manowski und Büld über den Stil des Films, denn Manowski wollte eher einen comicartigen, während Büld den Film eher realistisch ausrichten wollte. Das Ergebnis ist ein fauler Kompromiss, denn die teils comichaften Figuren einerseits, sowie die wacklige Handkamera und der Amateurstil anderererseits, und zudem noch die unterentwickelte Krimistory ergeben kein einheitliches Ganzes und werden zudem noch durch nervige "Tonexperimente" verwässert. Schocken wird dieser Film heute niemanden mehr, zumindest nicht inhaltlich, handwerklich wohl schon eher. Gespräche über Analsex gibts heutzutage bereits im Nachmittagsprogramm und Drogentrips wurden schon weitaus komischer filmisch umgesetzt. Zudem sind die schauspielerischen Leistungen wirklich unterirdisch, hier wird die Schmerzgrenze erreicht.
Digitale Aufarbeitung:
Aufgrund der Produktionsmethode des Films und des geringen Budgets dieses "Undergroundfilms" darf man technisch keine Höchstleistungen erwarten. Die Schärfe ist nur durchschnittlich, das Bild wird von einem deutlichen Rauschen durchzogen, zudem ist der Film leicht rotstichig und auch die Kontrastwerte sind eher extrem ausgefallen. In den "Videotagebuch"-Sequenzen ist die Bildqualität noch deutlich schlechter und bestenfalls auf Homevideo-Niveau, was aber bewußt als Stilmittel gewählt wurde. Die deutsche Tonspur klingt ein wenig verzerrt und auch die Verständlichkeit leidet hin und wieder ein wenig.
Auf der DVD befindet sich zusätzlich noch die kürzere, englische Fassung des Films (89:25). Diese ist gegenüber der deutschen Fassung lediglich um einige Szenen erleichtert worden, hat ebenfalls die deutsche Tonspur, ist aber mit festen englischen Untertiteln versehen worden. Weiterhin gibt es im Bonusbereich noch Interviews mit Beatrice Manowski (19:45), sowie Kameramann Uwe Bohrer (6:02). Dem Interview mit Beatrice Manowski kann man dabei einen gewissen Unterhaltungs- und Informationswert nicht absprechen, dem mit Uwe Bohrer schon. Den Abschluss bildet eine fortlaufende Fotogalerie, die jedoch auch Pressematerialien, ein Interview mit Beatrice Manowski und Infos zu Wolfgang Büld enthält. Wieso diese keinen eigenen Unterpunkt verpasst bekamen, bleibt schleierhaft und macht deren Anwahl lediglich umständlicher.
Fazit:
"Dropout" ist ein Film, der keinen Hehl aus seiner Trashausrichtung macht, aufgrund des uneinheitlichen Stils und seiner Überlänge, verbunden mit einer höhepunktarmen und extrem schlichten Alibi-Krimihandlung, werden jedoch auch Trashfans keine wirkliche Freude an dem Film haben. Was 1998 noch von den Machern als "revolutionär" propagiert wurde und die FSK in Angst und Schrecken um die deutsche Jugend versetzte, wirkt heute leider nur noch überholt, übertrieben geschwätzig und völlig witz-, bzw. gehaltlos. Technisch hat epiX bei dieser DVD das bestmögliche aus dem nicht optimalen Material gemacht und zudem noch ein paar Extras beigesteuert.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,66:1
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106:07 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Englische Fassung des Films
- Interviews mit Beatrice Manowski und Uwe Bohrer
- Fotogalerie
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Drop Out
Drop Out
Deutscher Krimi-Trash mit dünner Story und wenig Kultpotential, der heute niemandem mehr vom Hocker reißt
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1998 Regie: Beatrice Manowski Drehbuch: Beatrice Manowski, Wolfgang Büld Darsteller: Beatrice Manowski, Erdal Yildiz, Axel Pape, Martina Schießer, Robert Viktor Minich, Lars Pape
Label :
Epix
Verkaufsstart : 15.11.2007
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