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DVD-Besprechung - Bug (Special Edition)
Story:
Agnes’ (Ashley Judd) Leben besteht aus ihrer Arbeit als Bedienung in einer Bar und dem Alkohol in ihrer Freizeit. Es gibt nur wenige Momente in ihrem Leben, die sie aus ihrem grauen Alltag herausreißen können. Als Peter (Michael Shannon) in ihr Leben tritt, ändert sich dies jedoch schlagartig, denn auf einmal gibt es einen Menschen, der sich um sie kümmert und der ihr Geborgenheit zu geben scheint. Als Peter jedoch eines Abends im Bett eine Blattlaus findet, nimmt ihr Leben eine ganz neue Fahrtrichtung auf – mit Volldampf ins Verderben.
Meinung zum Film:
William Friedkin („Der Exorzist“) hat mit „Bug“ einen recht eigenartigen Film abgeliefert. Basierend auf dem Theaterstück von Tracy Letts, der auch das Drehbuch zum Film verfasste, bietet er dem Publikum einen Blick auf den schleichenden Verfall zweier Menschen in ihre Paranoia. Dass der Film allerdings oftmals dem Horror-Genre zugeordnet wird, ist eher fragwürdig. In diese Kategorie lässt er sich genauso gut einfügen, wie z.B. „Requiem for a dream“, der eine ähnliche thematische Ausrichtung hat. Der Drama-Anteil steht hier eindeutig im Vordergrund, für einen Horrorfilm oder auch einen Thriller bietet er kaum nennenswerte Spannungsmomente, was für die Genres aber nun einmal eine grundlegende Voraussetzung wäre.
Der Beginn des Film ist aber selbst für ein Drama recht zäh geraten. Friedkin nimmt sich sehr viel Zeit, um das trostlose Leben von Agnes, das meist zumindest im leichten Rausch stattfindet, zu skizzieren. Hauptdarstellerin Ashley Judd (“High Crimes“) legt dabei eine sehr gute Arbeit hin. Doch obwohl sie alles andere als glamourös erscheint, wirkt sie immer noch nicht hinreichend heruntergekommen, um der Lebensweise von Agnes äußerlich gerecht zu werden. Fast die ersten beiden Drittel des Films stellen sich als sehr ruhige und teils schleppende Einleitung heraus, die sich teils doch sehr in die Länge ziehen und auch gut hätten auf die Hälfte komprimiert werden können. Bis der Verfolgungswahn bei Peter dann langsam richtig durchkommt, von dem Agnes dann auch selbst immer weiter mitgerissen wird, vergeht zu viel Zeit, in der im Grunde nur wenig passiert. Das Fehlen von Musik und die kammerspielartige Inszenierung tragen ein übriges dazu bei, dass die ersten beiden Drittel teils zu einer echten Geduldsprobe werden.
Wenn der Film dann aber beim eigentlich Thema angekommen ist, entwickelt sich die Geschichte in sehr interessanter und beängstigender Weise. Agnes ist erfreut darüber, endlich jemand zu haben, der sie liebt. Dadurch ist sie ein leichtes Opfer für den Wahn und die Verschwörungstheorien von Peter, der sie immer weiter davon überzeugt, dass Aphiden, Blattläuse, ihn verfolgen und Teil eines militärischen Experimentes sind. Mitanzusehen, wie die beiden Protagonisten sich schließlich gegenseitig immer tiefer in den Wahn stürzen und immer größere Fantasiegebilde dabei produzieren, ist ziemlich erschreckend. In diesen Szenen läuft vor allem Michael Shannon („High Crimes“) in der Rolle des Peters zu großer Leistung auf und der aufflammende Wahnsinn in seinen Augen und der unkontrolliert erscheinenden Gestik sorgen für ein Gefühl der Beklemmung beim Publikum. Aber richtig spannend wird es in diesen Momenten auch nicht unbedingt, eher ernüchternd und erschreckend. Wer einen Horrorfilm erwartet, wird von daher von „Bug“ sicherlich reichlich enttäuscht werden. Als Drama hat er aber nach dem zähen Teil einiges an Unterhaltungswert, nicht zuletzt dank der guten Darsteller, die die immer stärkender werdende Paranoia anschaulich und erschreckend nachvollziehbar präsentieren.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck. Kleinere Unschärfe zwischendurch und vereinzelt sichtbares Rauschen sind eher kleinere Unschönheiten als ein wirkliches Problem. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut, wenn auch insgesamt sehr leise abgemischt. Aus dem hinteren Bereich gibt es seltener Töne zu hören, wenn, dann aber richtig.
Als Extra gibt es zunächst ein rund 11-minütiges Making Of geboten, das ein paar Szenen vom Dreh zeigt und einige kurze Statements von Beteiligten. Anschließend folgt noch ein Interview mit William Friedkin, bei dem es nicht nur um den Film selbst geht, sondern unter anderem auch um den Unterschied zwischen der Arbeit in der heutige Zeit und in der Glanzzeit des Regisseurs in den 70ern.
Fazit:
„Bug“ ist weit davon entfernt, der oftmals angepriesene Horrorfilm zu sein. Vielmehr handelt es sich dabei um ein düsteres Drama über eine Frau, die sich immer tiefer in die paranoiden Wahnvorstellungen ihres Freundes reißen lässt. Wenn die eher zähen ersten beiden Drittel des Filmes überstanden sind, steigern sich die Dramatik und der Wahn schlagartig bis zum großen Finale.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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97:28 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Bug - Eine Einführung
- Interview mit Regisseur William Friedkin
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Bug
Bug
Der Einstieg in den paranoiden Wahn zum Miterleben
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: William Friedkin Drehbuch: Tracy Letts (basierend auf seinem Theaterstück) Darsteller: Ashley Judd, Michael Shannon, Harry Connick Jr., Lynn Collins, Brian F. O'Byrne
Label :
Ascot Elite
Verkaufsstart : 06.12.2007
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