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Blu-ray-Besprechung - Fight Club (Remastered)

Story:
Ein namenloser Mitarbeiter einer Versicherungsfirma (Edward Norton) ist Gefangener seines monotonen, frustrierenden Alltags. Erst als er den unangepassten Tyler Durden (Brad Pitt) kennen lernt, wagt er den Ausbruch aus seiner Tristesse. Gemeinsam mit seinem neuen Freund gründet er einen geheimen Kämpferbund mit dem Namen „Fight Club“, in dem sich bei den Treffen zwei Mitglieder gegenüber stehen und Eins-gegen-Eins auf höchst blutige Weise den Sieger in einem "Last Man Standing"-Match unter sich ausmachen. Doch dies ist erst der Beginn einer noch viel größeren Bewegung, die unter dem Namen „Projekt Chaos“ viel weitreichendere Konsequenzen haben wird.

Meinung zum Film:
Als Brad Pitt („Inglourious Basterds”) 1999 in “Fight Club” zu sehen war, war dies für seine weiblichen Fans, die ohne sich groß über den Inhalt des Filmes zu informieren, sicherlich ein großer Schock. Kannte man Pitt bis dato bis auf wenige, eher unbemerkte Ausnahmen eher als ruhigen, netten und gutaussehenden Vertreter des Schauspielfachs, spielte er hier auf einmal ganz gegen den eigentlichen Charakteren den überdrehten Schläger, der mit lädiertem Gesicht und emotionsloser Brutalität auf seine Umwelt reagierte. Die mit „Kalifornia“ und „12 Monkeys“ versuchte Abkehr vom Saubermann-Image, war ihm mit „Fight Club“ eindrucksvoll gelungen. Regisseur David Fincher („Der seltsame Fall des Benjamin Button“), der schon „Sieben“ zusammen mit Brad Pitt drehte, hat seinen Hauptdarsteller so überzeugend, vor allem in den Schlägereien ins Licht gesetzt, dass zu keiner Zeit angezweifelt wird, dass die abgefuckte Figur, die er im Film zum Besten gibt, authentisch wirkt.  

Die zweite Hauptrolle wurde mit Edward Norton („Der unglaubliche Hulk“) besetzt, der den Film trotz der deutlichen Präsenz von Brad Pitt beherrscht. Während Pitt für die Schockmomente und harsche Gangart verantwortlich ist, sind es vor allem die Monotonie in Nortons Stimme und der offen zur Schau gestellten inneren Qual seiner Seele zu verdanken, dass das Publikum auf eine ganz eigenartige Art und Weise von einem Sog aus Gewalt und Anarchie mitgerissen wird. Sein bewusst namenlos gehaltener Charakter wird irgendwann in die Umlaufbahn Tyler Durdens gerissen, der ihn immer mehr ins Verderben reißt. Vorbei ist es dann mit dem Biedermann-Image, immer mehr nimmt der einst so brave Versicherungsangestellte die dunkle Seite seines neuen Freundes an und wird zu einem brutalen Rebellen gegen alles und jeden. Erst als er hinter „Projekt Chaos“ und dessen Endziel kommt, beginnt er zu erkennen, dass er mittlerweile selbst von seinem eigenen Leben überholt wurde und schon lange nicht mehr Herr über sein Handeln ist. Als er sich dann entschließt, Tyler Durden entgegen zu treten und dessen Plan zu stoppen, beginnt er immer mehr eine Wahrheit zu erkennen, die seine ohnehin schon am äußersten Rand befindliche Existenz immer weiter gegen den Abgrund drückt.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Chuck Palahniuk, in dem so ziemlich alle Strukturen der Zivilisation in Frage gestellt werden. Letzten Endes beklagt er das Lemming-Dasein der modernen Gattung Mann, die auf Grund fehlender Herausforderungen ihre Urinstinkte erfolgreich verdrängt haben. Doch sobald sich irgendein noch so fadenscheiniger Messias am Horizont zeigt, wird diesem blind gefolgt, solange er nur genügend pathetische Plattitüden voller Inbrunst von sich gibt. Wie eben Tyler Durden, mit seinen psychopatischen, in einer Mischung aus kindlichem Spieltrieb und blutigem Chaos daherkommenden Ideen. Er bietet ihnen eine von Männern dominierte Welt, in der Frauen keinen Platz haben und aus der auch die einzige weibliche Person im Film immer weiter verdrängt wird. So kann es dann auch gar nicht erst zum Streit im Paradies kommen, für Eifersuchtsszenen ist in dieser neuen Welt einfach kein Platz. Die Umsetzung des Themas geschieht aber keinesfalls mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf eine höchst ansprechende, mitreißende Art und Weise. Wer allerdings einen puren Actionfilm erwartet, wird enttäuscht werden. Der Tiefgang des Filmes fordert seine Zeit ein, die dieser dann aber auch zu keiner Sekunde sinnlos verschwendet. Selten zuvor hat ernstes Kino soviel Spaß gemacht.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen richtig guten Eindruck und stellt eine klare Verbesserung zur alten Auflage dar. Vor allem die Konturenschärfe und die Details sind nun endlich auf dem Niveau, wie man es von einer Blu-ray erwarten darf. Belassen wurden aber glücklicherweise die gewollten Stilmittel von Regisseur David Fincher, wie das sehr grobkörnige Bild und der tiefe Kontrast, der zusammen mit den tiefen Grüntönen durchweg für eine unangenehme Stimmung sorgt. Der deutsche Ton, der in DTS HD 7.1 Master Audio und DTS 6.1 vorliegt, verfügt über einen angenehmen, fein verteilten Raumklang, der in den entsprechenden Situationen auch immer wieder aufdreht.  

Alle 4 Audiokommentare der DVD und BD-Erstversion haben es auch auf die Blu-ray geschafft. Darin sind zahlreiche Hintergründe zum Film zu hören und so manche Anekdote zur Entstehung wird offenbart. Neben Regisseur David Fincher und den 3 Hauptdarstellern sind hier unter anderem auch Buchautor Chuck Palahniuk und Drehbuchautor Jim Uhls zu hören. Ebenfalls übernommen wurden auch die anderen Features der Special-Edition-DVD, bzw. der ersten Blu-ray-Version des Films. Dazu gehört im Bereich „Special Features“, die "interaktive Filmversion", bei der spezielle Info-Clips während des Films angeschaut werden können. Desweiteren zählen dazu nicht verwendete und alternative Szenen, Storyboard-Film-Vergleiche und der Bereich "Hinter den Kulissen", in dem zahlreiche kleine Making Of Beiträge zu finden sind. Hierin gibt es Infos aus den Bereichen „Produktion“, „Optische Effekte“, eine „Am Set“-Featurette und ein paar „Behind the Scenes“-Eindrücke. Zum guten Schluss gibt noch den Bereich „Werbematerial“, in dem eine ganze Reihe an unterschiedlichen Teasern, Trailern, Internet-Spots, Reklame- und Fotogalerien, sowie ein Musikvideo zu finden sind. Leider wurde die von den anderen Versionen bekannte, verschachtelte Menüstruktur beibehalten, die das durchsehen der teils kurzen Beiträge ein wenig umständlich macht.

Fazit:
„Fight Club“ ist ein Action-Thriller mit reichlich Tiefgang, der seinem Publikum am Ende noch einen richtig gut sitzenden Fausthieb in den Magen versetzt. Brad Pitt und Edward Norton agieren grandios in ihren Rollen und Regisseur David Fincher rückt das Ganze in die passende Optik. Ein Film, den man schlichtweg gesehen haben sollte. Das deutlich verbesserte Bild rechtfertigt auch für Besitzer der ersten Blu-ray-Version einen Kauf.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,40:1
2,40:1
139:08 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Deutsch
DTS-HD Master Audio 7.1
DTS-HD Master Audio 7.1
Englisch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
DTS-HD Master Audio 7.1
DTS-HD Master Audio 7.1
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur David Fincher
  • Audiokommentar mit Regisseur David Fincher, Brad Pitt, Edward Norton und Helena Bonham Carter
  • Audiokommentar mit Buchautor Chuck Palahniuk und Drehbuchautor Jim Uhls
  • Audiokommentar mit Szenenbildner Alex McDowell, Kameramann Jeff Cronenweth, Kostümbildner Michael Kaplan und Visual Effects Leiter Kevin Haug
  • Interactive Filmversion
  • Nicht verwendete und alternative Szenen
  • Storyboard-Film-Vergleich
  • Produktion
  • Optische Effekte
  • Am Set-Featurette
  • Behind the Scenes
  • Teaser
  • Trailern
  • Internet-Spots
  • Reklamegalerien
  • Fotogalerien
  • Musikvideo
Fight Club (Remastered) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Fight Club
Fight Club

Dieser Film wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet


Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Wir wissen es, weil Tyler Durden es weiß


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / USA, 1999
Regie:
David Fincher
Drehbuch:
Jim Uhls (nach dem Roman von Chuck Palahniuk)
Darsteller:
Edward Norton, Brad Pitt, Helena Bonham Carter, Meat Loaf, Zach Grenier, David Andrews, Rachel Singer

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
04.11.2010