 |
DVD-Besprechung - The Hills have Eyes (Director's Cut)
Story:
Bei einem Ausflug der Familie Carter hat ihr Wohnmobil mitten in der Einöde eine Panne. Während Familienoberhaupt Bob (Russ Grieve) sich auf den Weg macht, um Hilfe zu holen, bleiben die restlichen Familienmitglieder beim Gefährt. Doch zur Nachtruhe kommt man hier auch nicht, da eine Gruppe Freaks über sie herfällt. Bei den Angreifern handelt es sich um Menschenfresser, die mit in einem ehemaligen nuklearen Testgelände leben und durch die Strahlungen immer weiter degenerierten. Und nun wurde ihr Jagdinstinkt durch die vermeintlich frische Beute geweckt.
Meinung zum Film:
Regisseur Wes Craven gehörte in den 70er-Jahren zu den Filmemachern, die für das düstere Horrorkino standen. Neben Kollegen wie Tobe Hooper („Blutgericht in Texas“) sorgte er mit seinen Filmen „Mondo Brutale / The Last House on the Left“ und „Hügel der blutigen Augen / The Hills have Eyes“ dafür, dass der dreckige, gnadenlose Horrorfilm in die Lichtspielhäuser kam. Dem deutschen Publikum wurde durch die Synchronisation von „The Hills have Eyes“ allerdings ein sehr entfremdeter Hintergrund des Geschehens geboten, da hier aus den Opfern nuklearer Verseuchung kurzer Hand außerirdische Angreifer gemacht wurden, die auf der Erde strandeten. Dass dem Film dadurch ein Großteil seiner düsteren Kraft genommen wurde und er stellenweise sogar höchst albern wirkte, schien den Verleih nicht weiter zu stören. Für die nun erschienene Neuauflage des Films wurde eine komplett neue Synchro angefertigt, die nun inhaltlich dem Original entspricht. Zusätzlich wurde der Film zwischenzeitlich von der Indizierungsliste gestrichen, was den Erwerb der DVD wesentlich vereinfacht.
Wer das gleichnamige Remake aus dem Jahre 2006 von Alexandre Aja („High Tension“) gesehen hat und einen ähnlich Splatterfaktor erwartet, muss jedoch gleich vorweg gewarnt werden. Denn das Original zieht seinen Horrorfaktor weniger aus der grafischen Gewalt, als vielmehr aus den Dingen, die außerhalb des Bildschirms passieren, sowie dem nicht enden wollenden Terror, dem die Familie Carter ausgesetzt wird. Wo das Remake Hochglanzeffekte von großer Härte präsentiert, konzentriert sich das Original auf dreckige Kulissen, emotionslose, rasende Freaks, dabei aber immer noch menschliche Züge vorweisen und dem an den Nerven zehrenden Terror, der über die Opfer einstürzt. Allerdings gibt es auch deutliche Leerläufe zu überstehen, da der Spannungsbogen und die Dramaturgie recht schwankend während der Laufzeit ausfallen. Teilweise verzettelt sich der Film ein wenig in seiner Sozialkritik, die den Verfall von sozialen Strukturen und moralischer Werte mittels des höchst unterschiedlich ausfallenden Kampf zweier Familien ums Überleben darstellen möchte.
Es sollte aber auch nicht vergessen werden, dass „The Hills have Eyes“ eine Low-Budget-Produktion ist, die mit gerade mal 325.000 US$ geschaffen wurde. Die Geschichte des Films hat Wes Craven auf Sawney Beane und seiner Familie basiert, die Anfang des 15. Jahrhundert in den Highlands in der Nähe von Edinburgh ihr kannibalisches Unwesen trieben und wehrlose Menschen folterten und töteten. Dee Wallace, die später unter anderem in „Das Tier“ und „E.T.“ zu sehen war, ist in "The Hills have Eyes" in einer ihrer frühen Rollen zu sehen. Den größten Eindruck dürfte aber ohne jeden Zweifel der kahlrasierte Schädel von Michael Berryman („Einer flog übers Kuckucksnest“) machen, der durch die Nutzung auf den Filmplakaten seinerzeit zum Markenzeichen für den Film wurde.
Digitale Aufarbeitung:
Abgesehen vom sehr deutlichen, teils allerdings störenden Rauschen ist das Bild ganz gut gut gelungen für einen Independent Film aus den 70er-Jahren. Verschmutzungen und Defekte wurden entfernt und die Schärfe ist noch ausreichend gut. Der neu abgemischte deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 hinterlässt allerdings einen zwiespältigen Eindruck. Erst ist zwar durchgehend klar zu verstehen und auch die Synchronsprecher sind nicht unbekannt, doch er wirkt weitestgehend steril. Vor allem aber werden Umgebungsgeräusche vermisst, wodurch die Stimmung ein wenig leidet. Von der Atmosphäre gesehen ist die englische Dolby Digital 2.0 Variante eindeutiger Sieger, hat dafür teilweise Verständlichkeitsprobleme.
Vom rund 54-minütigen Extra "Ein Rückblick auf Hügel der blutigen Augen" schien man so überzeugt gewesen zu sein, dass man dieses gleich auf Film und Bonus-DVD packte. Oder aber hier wurde gleich vorgesorgt, um den Titel später noch einmal ohne neues Mastering als Single-Disk-Variante veröffentlichen zu können. Einen Blick wert ist das Special aber allemal, allerdings sollte man sich dieses von der Bonus-DVD ansehen, da hier im Gegensatz zur Variante auf der 1. DVD Untertitel vorhanden sind. Als weiteres Extra gibt es einen von der Bildqualität betrachtet wenig ansprechenden Beitrag über das Schaffen des Regssseurs, der aber durch die zahlreichen Worte, die Künstler, die in der Vergangenheit mit Craven zusammen gearbeitet haben bereit halten, absolut sehenswert ausfällt. Interessant ist auch der Beitrag über die Bildrestaurierung, bei dem mittels Splitscreen in der einen Hälfte das unbehandelte Bild zu sehen ist, während auf der anderen Seite die bereinigte Version läuft. Neben kleineren Beiträgen folgt noch ein alternatives Ende, das allerdings nicht sonderlich interessant ausfällt. Ausgeliefert werden die beiden DVDs in einer qualitativ guten Metalbox, die gegenüber dem Steelbook lediglich den Makel hat, dass die beiden DVDs übereinander gelagert sind.
Fazit:
„The Hills have Eyes” ist ein Terrorfilm in ganz in der Tradion vom “Texas Chainsaw Massacre”, ohne jedoch dessen Intention ganz erreichen zu können. Vor allem gibt es die ein oder andere deutliche Länge, die überstanden werden muss. Nichtsdestotrotz ist der Film eindeutig einer der besseren Vertreter des Terror-Genres und nun auch endlich in Deutsch werksgetreu synchronisiert und ungekürzt verfügbar.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,85:1
|
86:07 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch |
|
Bonusmaterial:
|
- Trailer
- Featurette
- Ein Film von Wes Craven
- Bildergalerie
- Wes Craven Biografie
- Bildrestaurierung
- Alternatives Ende
- Trailer & TV-Spots
|
|  |
Hügel der blutigen Augen
The Hills Have Eyes
Düster, dreckig, gnadenlos - Terror-Horror aus den 70er-Jahren
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1977 Regie: Wes Craven Drehbuch: Wes Craven Darsteller: Susan Lanier, Robert Houston, Martin Speer, Dee Wallace, John Steadman, Michael Berryman, James Whitworth, Lance Gordon, Janus Blythe, Cordy Clark
Label :
Marketing Film
Verkaufsstart : 09.11.2007
|