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Blu-ray-Besprechung - Cold Prey - Eiskalter Tod
Story:
5 junge Menschen begeben sich in die Abgeschiedenheit der norwegischen Berge, um dort mit ihren Snowboards von einsam gelegenen Piste fahren zu können. Bei einem Sturz bricht sich einer von ihnen ein Bein, worauf sich die Gruppe zu einem nahegelegenen, verlassenen Hotel rettet. Am nächsten Morgen beschließt man, einen von ihnen ins nächstgelegene Dorf zu schicken, um Hilfe zu holen. Doch der Plan hat eines nicht bedacht – den unheimlichen Killer, der das verlassene Hotel als sein Domizil auserkoren hat.
Meinung zum Film:
Die Formel von „Cold Prey“ hat im Grunde nichts anderes zu bieten als jeder herkömmliche Slasher aus den USA. Eine Gruppe Jugendlicher, die in einer einsamen Hütte die Nacht verbringt und von einem maskierten Killer gejagt wird, hat es schon in zahlreichen Variationen gegeben. Was die norwegische Produktion „Cold Prey“ von diesen Filmen abhebt, ist ohne jeden Zweifel das Umland der norwegischen Bergwelt. Das weiße Ambiente, in dem das schon seit vielen Jahren geschlossene Berghotel liegt, erinnert ein wenig an „Shining“, lediglich das fatale Heckenlabyrinth fehlt hier. Herausragend am Film ist die Musik von Magnus Beite, für die er zwar unüberhörbar bei großen Vorbildern Inspiration holte, das Ergebnis lässt sich aber sehr gut hören und sorgt zu einem großen Teil zu der guten Atmosphäre des Films bei.
Doch es ist bei weitem nicht alles gelungen bei der Umsetzung. Vor allem hinsichtlich der Geschichte und einiger Begebenheiten gibt es zahlreiche Schlampigkeiten zu verzeihen. Das wohl größte Rätsel ist sicherlich, wie das große Hotel seit rund 30 Jahren komplett leer stehen kann, ohne dass auch nur der Hauch von Spinnenweben oder Ungeziefer zu finden ist, geschweige denn Staub. Möbel und Inventar sehen weitestgehend gut in Schuss aus, selbst Bettwäsche scheint es in den Zimmern in gutem Zustand zu geben. Es ist nur schwer vorstellbar, dass der Killer in seiner Freizeit mit Wischmob und Staubwedel durch die Gegend zieht, um seinen potentiellen Opfern den letzten Abend so angenehm wie möglich zu gestalten. Zu Beginn des Filmes wird in Nachrichtenrückblicken erwähnt, dass es schon mehrfach zum mysteriösen Verschwinden einiger Personen in der Gegend um das alte Hotel kam, was aber offensichtlich niemanden wirklich beunruhigte oder den Verdacht aufkommen ließ, dass es evtl. doch nicht nur reine Unglücksfälle sind, die dazu führten.
Die Charaktere im Film erscheinen dann ähnlich lückenhaft wie der Rahmen und wenn überhaupt, kann nur die schon Beginn als Hauptgegnerin für den Killer erkennbare Janniker, gespielt von Ingrid Bolsø Berdal, Sympathien beim Zuschauer gewinnen. Der Rest bleibt durchweg austauschbar blass und dient lediglich als Kanonenfutter für den Killer, dessen Demaskierung am Ende des Films doch ziemlich enttäuschend und reichlich unspektakulär ausfällt. Aber Anbieter Sunfilm macht aus den dramatischen und inhaltlichen Problemen gar keinen Hehl und umschreibt dem Film auf der Rückseite des Covers treffenderweise als „MTV trifft auf Freitag der 13. – das blutigste Rock-Video des Jahres“. Und genau das ist der Film auch. Eine von Akustik und Optik gut ausgearbeitete Hetzjagd durch die dunklen Gänge eines verlassenen Hotels in eisiger Bergwelt. Solange man nicht zuviel inhaltliche Tiefe erwartet, kann man mit dem Film kurzweilige rund 1,5 Stunden erleben. Am Ende wird man es zwar bedauern, dass das Drehbuch und die Ausstattung nicht vergleichbar sorgfältig ausgearbeitet wurden wie die cinematographische Seite des Films, aber ärgern wird man sich über vergeudete Zeit auch nicht unbedingt.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild liegt lediglich im Format 1080i/25 anstatt des sonst für Blu-ray üblichen 1080p/24 vor. Beim Gesamteindruck macht sich dies in erster Linie bei den Details bemerkbar. In der ein oder anderen Szene sind diese noch so eben im Rahmen, oft müssen Feinheiten aber mit der Lupe gesucht werden. Die Farben wirken überwiegend ziemlich gedrückt, was aber ein gewolltes Stilmittel darstellt. Die Schärfe ist ganz gut und auch in den vielen Sequenzen in dunklen Räumen kommt nur selten das Gefühl auf, Bildinformationen zu verpassen. Der deutsche Ton liegt im DTS-HD Master Audio 7.1-Format vor und verteilt sich immer wieder auf die einzelnen Effektboxen. Ein großes Soundgewitter kommt dabei zwar nicht zu Stande, es wird aber durchweg für ein gutes Räumlichkeitsgefühl gesorgt.
Die Extras fallen recht interessant aus. Den Beginn macht hier das Making Of, das einige Bilder vom Dreh zeigt, und durch 4 Postproduktions-Features, die sich um technische Aspekte wie das Soundmastering, die digitalen Effekte, die Farbkorrektur und Artworks kümmern ergänzt wird. Dabei entsteht ein recht guter Einblick in die Entstehung dieser kleinen Produktion. Zusätzlich gibt es noch ein paar Outtakes vom Dreh zu sehen. Abschließend folgt noch ein Kurzfilm vom Regisseur, mit einem tödlichen Rasenmäher in der Hauptrolle.
Fazit:
„Cold Prey“ ist, was das Drehbuch und die Ausstattung anbetrifft, schlampig und unterdurchschnittlich. Doch in Sachen Atmosphäre, Optik und Akustik hat er einiges zu bieten und die Kulisse der einsamen, verschneiten Berge bringt frischen Wind in das Slasher-Genre. Wer auf eine plausible Handlungs weitestgehend verzichten kann, wird die Zeit mit der kalten Beute sicherlich nicht bereuen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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93:22 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 7.1 | Norwegisch DTS-HD Master Audio 7.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Kurzfilm
- Digitaleffekte
- Farbkorrektur
- Sound Design
- Artwork
- Outtakes
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Cold Prey
Fritt vilt
Norwegens kühle Antwort auf den amerikanischen Backwood-Slasher
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Norwegen, 2006 Regie: Roar Uthaug Drehbuch: Thomas Moldestad, Roar Uthaug Darsteller: Ingrid Bolsø Berdal, Rolf Kristian Larsen, Tomas Alf Larsen, Endre Martin Midtstigen, Viktoria Winge, Rune Melby
Label :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart : 07.12.2007
Vertrieb :
Rainbow Home Entertainment AG Verkaufsstart : 07.12.2007
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