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DVD-Besprechung - Herr Bello

Story:
Der Apotheker Sternheim (August Zirner) lebt mit seinem Sohn Max (Manuel Stietz) in einer harmonischen Vater-Sohn-Beziehung. Eines Tages läuft Max der Hund Bello zu, den er gegen einen ersten Widerstand seines Vaters behalten darf. Unerwartet taucht dann aber eine ehemalige Mitarbeiterin von Sternheims Großvater auf, der einst ein bekannter Apotheker und Chemiker war. Sie überbringt eine Flasche mit einer geheimnisvollen blauen Flüssigkeit und macht sich darauf sofort wieder auf den Weg. Als die Flasche zerbricht und Bello die Flüssigkeit aufschleckt, geschieht etwas unglaubliches, denn Bello wird zum Menschen.

Meinung zum Film:
„Das Sams“ und seine Fortsetzung waren ein schöner Erfolg für den Produzenten Ulrich Limmer, den Regisseur Ben Verbong und Drehbuchautoren Paul Maar und es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann sie einen neuen Stoff auf die Leinwand bringen würden. Im Sommer 2007 war es dann soweit und „Herr Bello“ wurde aufgeführt. Bei der Produktion haben sich die Filmemacher offensichtlich daran erinnert, dass die Arbeiten zu den beiden Vorgängern so unkompliziert waren, dass kurzerhand die meisten Beteiligten ganz einfach in den neuen Dreh „mitgebracht“ wurden. Kein schlechter Schachzug, möchte man meinen, denn so sind die Gesichter zwar weitgehend bekannt, aber Wiedersehen soll ja bekanntlich Freude machen. Inhaltlich geht es zum eine Körperverwechslungsgeschichte, in der ein Hund zum Menschen wird, naja, größtenteils wenigstens.

August Zirner („Homo Faber“) spielt den freundlichen, allein erziehenden Apotheker Sternheim, der zusammen mit seinem Filmsohn Max, dargestellt von Manuel Stietz („Der Räuber Hotzenplotz“), einen harmonisches Duo spielt. Die Vater-Sohn-Beziehung bekommen die beiden gut hin, denn schon nach relativ kurzer Dauer tritt diese Beziehung durch das weitere Geschehen in den Hintergrund. Armin Rohde („Der bewegte Mann“) stellt erneut seine enorme Vielseitigkeit unter Beweis. Er überzeugte schon als homosexueller Schweinedarmentleerer, als liebender Teufel ("666 – Trau keinem mit dem du schläfst“) oder auch als Räuber Hotzenplotz. Mit Leib und Seele liebt er die Schauspielerei und dies merkt man ihm auch deutlich an, wenn er in „Herr Bello“ an Laternen nach den Markierungen anderer Hunde nachschnüffelt. Sein Spiel als Hund in Menschengestalt ist richtig klasse.

Geboten wird zwar gute bis sehr gute Familienunterhaltung auf einem schönen schauspielerischem Niveau, doch es gibt auch zwei kleine Kritikpunkte. Zum einen wirkt der Filmauftakt etwas lahm und die ersten zwanzig Minuten laufen zäh ab. Es ist ja in Ordnung, dass Charaktere erst einmal eingeführt werden müssen, doch hier ist es etwas altbacken. Zum anderen ist der Film aufgrund seiner immer komplexer werdenden Handlungsstränge für die ganz kleinen Zuschauer wohl nicht nachzuvollziehen. Ab 6 Jahre alte Nachwuchscineasten werden sich hier besser zurecht finden. Ansonsten gibt es aber eine Menge Spaß und viele nette Szenen die daraus herrühren, dass Herr Bello zwar wie ein Mensch aussieht und auch sprechen kann, doch sein Verhalten ist nach wie vor das eines Hundes.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt zeitweise recht weich und eine Spur sandfarben, ohne jedoch auch nur ansatzweise unscharf zu wirken. Der deutsche dts-Ton ist recht differenziert und bietet auch einiges im Bereich Raumklang. Insgesamt sind Bild und Ton sehr angenehm ausgewogen.

Das Making Of nimmt rund zwanzig Minuten ein und bietet sowohl Werbendes wie auch Informatives. Es gibt Filmszenen, kurze Statements und Einblicke in den Dreh. Das nächste Extra zeigt wie eine Stofftiermacherin arbeitet und einen Stoffhund ausarbeitet der genau so wie Bello aussieht. Es ist fast so erzählt wie die kleinen Geschichten aus der „Sendung mit der Maus“. Im nächsten Extra erzählen die Polizisten, dargestellt vom Duo „Badesalz“, etwas zu den Ereignissen in der ansonsten ruhigen Stadt. Max Steitz führt dann den Zuschauer für gut 35 Minuten hinter die Kulissen und erzählt und erklärt, was hinter den Kulissen so passiert. Es folgen eine paar Einblicke in die Arbeit der Tiertrainer und wie die echten Hunde auf die verschiedenen Szenen vorbereitet wurden. Die neuen Techniken haben auch vor dem Kinderfilm nicht Halt gemacht und so gibt es auch hier Spezialeffekte, die schön erklärt werden. Den Abschluss bilden die Darstellerinfos. Insgesamt sind die Extras kindgerecht und leicht verständlich umgesetzt worden.

Fazit:
„Herr Bello“ bietet gute Familienunterhaltung, wobei die Kinder nicht zu klein sein sollten, da die Geschichte recht komplex wird. Im Film gibt es so manche Verwandlung, die für eine angenehme, lustige Unterhaltung sorgt, ohne in Brachialhumor zu verfallen. Die Schauspieler bieten eine sehr gute Leistung und die technische Umsetzung kann sich ebenfalls sehen lassen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
2,35:1
2,35:1
92:30 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Bello - Ein Stoffhund wird geboren
  • Was sagt die Polizei dazu
  • Mit Max bei den Dreharbeiten
  • Bello wird trainiert
  • Spezialeffekte
  • Darstellerinfos
Herr Bello - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Herr Bello
Herr Bello

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Wenn geheime Tränke erstaunliche Wirkung haben


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2007
Regie:
Ben Vernong
Drehbuch:
Ulrich Limmer, Paul Maar
Darsteller:
August Zirner, Manuel Steitz, Armin Rohde, Sophie von Kessel, Gerd Knebel

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
15.11.2007