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DVD-Besprechung - Bagman

Story:
Eine junge Frau (Joanna Kazmierzak) wird Opfer einer gewaltigen Metzelei, die ein Unbekannter mit einer Tüte über dem Kopf verursacht. Auf ihrer Flucht wird sie von einem Auto angefahren, welches ausgerechnet von einer Gruppe von Halbstarken gelenkt wird. Sie glauben der Frau nichts von dem , was sie in Panik von sich gibt und plötzlich taucht der Bagman auf. Da die Jungs Knüppel und Messer haben, wähnen sie sich im Vorteil, doch der Bagman ist bestens ausgestattet und wenn er in seinen Mantel greift, dann kommen Mordwerkzeuge zum Vorschein.

Meinung zum Film:
„Bagman – Operation: Massenmord“ ist ein Kurzfilm, der von kanadischen Amateuren inszeniert wurde und keine wirkliche Story besitzt. Bei rund zwanzig Minuten Laufzeit reduziert sich alles auf die zahlreichen Splattereffekte, die hier das einzige sind, was transportiert wird. Man kann es sich fast vorstellen, wie ein paar Freunde sich in geselliger Runde überlegt haben, wie man möglichst viel Filmblut in möglichst kurzer Zeit und effektvoll vergießen kann. Herausgekommen ist ein Mix aus einigen Filmen die in keiner Sammlung fehlen sollten und so sind Filme wie „Blade“, „Bad Taste“, „Braindead“ oder auch „Freitag der 13.“ offen erkennbar. Die jungen Filmschaffenden machen daraus aber auch keinen Hehl und versuchen gar nicht erst, dies zu vertuschen, sondern übernahmen solche Szenen fast eins zu eins.

Was bei der kurzweiligen Blutorgie etwas verwundert ist die Freigabe ab 16 Jahren. Hätte ein 90-Minuten-Film mit etwas ernsthafterem Hintergrund solche Exzesse gezeigt, dann hätte es aber Schnittauflagen gehagelt, wie zuletzt bei „Wrong Turn 2“ und der war dann noch ab 18 Jahren frei gegeben. Am Humor in den Szenen kann es auch nicht liegen, denn der ebenso blutige wie auch urkomische „Braindead“ bekam auch keine Freigabe. Die Spezialeffekte sind deutlich amateurhaft und können nie höheres Niveau nachweisen. Im Gegenteil, doch man darf nicht vergessen, dass die Nachwuchsfilmer auch keine Profis im Hintergrund hatten, die hier wenigsten für ein einheitliches Kunstblut hätten sorgen können. In einer Szene ist erkennbar, dass unter einem Schuh eine Platte befestigt wurde, damit der Tritt auf einen Kopf schön flächig wird und sein Inhalt sauber austreten kann. Eine weitere nette Panne ist dann auch die Szene, in welcher der Bagman seinen Gegnern die Pistolenläufe mit einer Klinge abschlägt. Als diese auf den Boden fallen, kann man deutlich hören, dass sie Plastik sind.

Warum der Bagman metztelt, bleibt ebenso im Unklaren, wie er es zu dem zu Beginn gezeigten Raum geschafft hat, wie auch sein eigenes Schicksal. Kurz vor Ende reißt ihm eine junge Frau seine Papiertüte (!) vom Kopf und es wird angedeutet, dass er ein entstelltes Gesicht hat, „The Burning“ lässt grüßen. Der Bagman taucht übrigens genauso auf wie es eine Legende in den USA besagt, die Legende von „Bloody Mary“. Wenn man dreimal hintereinander deren Namen sagt, dann taucht sie auf und nimmt blutige Rache. So ein bisschen wird der Zuschauer an die DVD von „Staplerfahrer Klaus“ erinnert, wobei dieser deutlich innovativer und witziger war. Dennoch sollten Freunde von Splatter- und von Amateurstreifen zugreifen, denn die zwanzig Minuten haben für diese Zielgruppe einiges zu bieten.

Digitale Aufarbeitung:
Wie bereits oben erwähnt handelt es sich um eine Amateurproduktion, bei der keine optischen Highlights zu erwarten sind, sondern die blutige Handlung der Mittelpunkt des Interesses ist. Es ist aber alles erkennbar und nichts bleibt im Verborgenen. Dies gilt auch für den Ton, der sich nicht für höhere Weihen empfehlen kann.

Als Extras gibt es eine Bildergalerie und ein knapp über sechs Minuten langes Making Of, welches aber kein Making Of ist, sondern ein Behind the scenes ist. Daher gibt es nur Einblicke in den Dreh, aber keine Erläuterungen oder anderes Informatives.

Fazit:
„Bagman“ ist eine waschechte Amateurproduktion, die neben Splatter auch einigen bösen Witz eingebaut hat. Für Fans eines kurzen derben Vergnügens sei dieser Streifen wärmstens empfohlen. Technisch darf nicht zu viel erwartet werden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,33:1
1,33:1
19:03 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Französisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Bildergalerie
Bagman - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Bagman – Operation: Massenmord
Le Bagman – Profession: Meutrier

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Amateursplatter – kurz und knackig


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada, 2004
Regie:
Anouk Whissell, Francois Simard, Jonathan Prevost
Drehbuch:
Anouk Whissell, Francois Simard
Darsteller:
Anouk Whissell, Francois Simard, Dave Bellerevi, Maxime Lapiere, Sebastian Kazmirzak

Label Deutschland :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
26.10.2007