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DVD-Besprechung - Twin Peaks - Definitive Gold Box Edition
Story:
Das kleine US-Städtchen Twin Peaks nahe der kanadischen Grenze scheint ein ruhiges, verschlafenes Nest zu sein. Doch der äußere Schein trügt. Nachdem der Leichnam der ehemaligen Schulkönigin Laura Palmer (Sheryl Lee) in Folie eingewickelt am Strand gefunden wird, kommen einige Abgründe zum Vorschein. Special Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan) vom FBI nimmt zusammen mit dem örtlichen Sheriff Harry S. Truman (Michael Ontkean) die Ermittlungen in dem Mordfall auf, der immer mysteriösere Formen annimmt.
Meinung zum Film:
Am 10. September 1991 flimmerte die Pilotfolge zu „Twin Peaks“ bei dem Privatsender RTL über die deutschen Bildschirme. Die Serie, die den Köpfen von David Lynch („Lost Highway“) und Mark Frost entsprungen war, wurde zum Meilenstein in der weiteren Entwicklung von TV-Serien. Die Serie konnte keinem Genre so recht zugeordnet werden und besaß zudem noch eine zutiefst düstere Atmosphäre, die man in dieser Form bislang nicht gewohnt war und welche später von "Akte-X" dankend aufgegriffen wurde. Das Risiko eines Flops bei dieser für das Publikum ungewohnten Mischung aus Soap Opera, Mystery, Horror und Thriller war groß, doch die Zuschauer in den USA nahmen die Serie begeistert auf. Die Begeisterung im deutschsprachigen Raum hielt sich allerdings in Grenzen, weswegen die Serie bereits nach 20 Folgen bei RTL abgesetzt und zum damals nicht flächendeckend empfangbaren Tele5 (aus dem später das DSF wurde) abgeschoben. Doch die Serie stand unter keinem guten Stern in Deutschland, da RTL-Konkurrent SAT 1 bereits nach dem Pilotfilm in seinem Videotext verriet, wer für den Tod von Laura Palmer verantwortlich war. Zu einer Zeit, als es noch keinen solch aktuellen Informationsfluss über des Internet gab, ein Skandal. Dadurch war der wohl größte Spannungsfaktor, die Frage nach dem Täter, der nicht Wissende über die nächsten 3 Monate fesseln sollte, weggefallen. In der ersten DVD-Veröffentlichung, welche die erste Staffel im November 2002 in die Regale brachte, war das Warten auf die Auflösung um den Mord noch länger, da wegen lizenzrechtlicher Probleme und der Suche nach geeigneten Masterbändern über 4 Jahre vergingen, bis im Januar 2007 die erste Halbstaffel der 2. Season in den Läden erschien, wo dann das Mysterium aufgelöst wurde.
Die erste Staffel und auch die erste Hälfte der zweiten Staffel leben zu einem großen Teil natürlich vom Rätselraten rund um die Umstände der Ermordung Laura Palmers. Die von allen als nettes Mädchen von Nebenan gesehene Schülerin stellt sich immer mehr in einem anderen Licht dar, das rein gar nichts mehr mit dem gewohnten Bild eines Engels gemein hat. Aber auch fast sämtliche Nebenstränge wissen zu überzeugen. Es gibt im Grunde niemanden in Twin Peaks, der kein düsteres Geheimnis mit sich herumträgt. So ist dafür gesorgt, dass fast durchweg eine düstere, mysteriöse Atmosphäre vorherrscht, die durch zahlreiche angedeutete Geheimnisse, einige übernatürliche Vorfälle und offen ausgetragenen Machtkämpfen jede Folge zu einem spannenden Erlebnis werden lassen. Doch nicht alles ist so, wie es am Anfang vielleicht erscheinen mag. Es gibt zahlreiche Wendungen im Lauf der Serie, die nicht unbedingt in dieser Form erwartet worden wären. Den größten Gruseleffekt hat aber zweifelsohne der später in Erscheinung tretende Bob, der immer wieder als geisterhafte Gestalt seinen Auftritt hat und mit seinem irrsinnigen Grinsen das Potential besitzt, um Hauptdarsteller im nächsten nächtlichen Albtraum zu werden.
In der letzten Hälfte der zweiten Staffel tritt die düstere und mysteriöse Grundstimmung dann leider immer weiter in den Hintergrund. Der dann in Szene tretende Erzfeind Coopers, Windam Earle schafft es nicht, die Stimmung, welche die Ermittlungen nach den Hintergründen um die Ermordung Laura Palmers mit sich brachten, zu halten. Das ebenfalls für Spannung sorgende Rätsel um Eulen und die Schwarze Hütte wird dann ebenfalls nur noch am Rande betrachtet. Die dadurch frei werdende Laufzeit wird durch zahlreiche alberne Ereignisse vergeudet, wie zum Beispiel die Superkräfte der spätpubertären Nadine Hurley oder James Hurleys Flucht in die Arme einer Frau, die ihn für einen Mord missbrauchen will. Für Spannungsmomente bleibt dann nur noch sehr wenig Zeit. Gegen Ende der Serie zieht der Spannungsbogen dann zwar wieder an, ohne dabei jedoch die Qualität der anfänglichen Spannung zu erreichen. Das sahen viele Zuschauer ebenso, weswegen die Serie nach der 2. Staffel nicht weiter fortgeführt wurde. David Lynch dreht als Abschluss noch den Kinofilm „Fire walk with me“, in dem er einige offene Enden zu einer befriedigenden Auflösung brachte. Doch der große, eindeutig überwiegende Teil der TV-Reihe besitzt großes Suchtpotential, eine hohe Gänsehautgarantie und beispielhaften Ratespaß nach dem Täter. Daran ändert auch der deutliche Durchhänger in der letzten Halbstaffeln nichts.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der ersten Staffel wurde gegenüber der 1. Auflage von 2002 deutlich verbessert. Vor allem hinsichtlich der Schärfe kann es deutlich eher überzeugen, was auch schon gleich bei der Einblendung der Darstellernamen zu bemerken ist, wo wesentlich saubere Konturen und auch deutlich kräftigere Farben zu erkennen sind. Die zweite Staffel war von der Bildqualität schon gut und das Ergebnis fällt hier vergleichbar aus. Der deutsche Ton in Dolby Digital 1.0 ist vergleichbar mit den bisherigen Veröffentlichungen. Dies beinhaltet leider auch die Probleme mit den ersten Folgen der zweiten Staffel, in denen der Ton an manchen Stellen nur schwer unverständlich ist.
Die Extras sind auf einer separaten Disk enthalten und stellen eine wahre Freude für Freunde der Serie dar. Eines der Herzstücke ist ohne jeden Zweifel der Beitrag „Eine Scheibe Lynch“, in der Regisseur David Lynch zusammen mit den Darstellern Kyle MacLachlan (Special Agent Dale Cooper) und Mädchen Amick (Shelly Johnson) und Post-Production Coordinator John Wentworth über die damalige Zeit und den Arbeiten an der Serie redet. Das zweite Kernstück stellt das ca. 106 Minuten lange Making Of dar, das über die Entstehung der Serie und den Hype, den diese bei ihrer Ausstrahlung auslöste, berichtet. Als weitere Extras gibt es einen Bericht über eine Fangruppe und Darsteller, die an einem Twin Peaks Festival 2006 teilnahmen, ein paar nicht verwendete Szenen aus dem Schneideraum, ein paar Bilder der Drehorte und wo sich diese befinden, einen absolut sehenswerten „Twin Peaks“-Sketch aus der Comedyschmiede der „Saturday Night Live“-Gruppe, sowie das Musikvideo „Falling“ von Julee Cruise, dem Titelsong von Twin Peaks, nebst ein paar kleineren Beiträgen. Zusätzlich gibt es zu jeder Folge die Einführungen der Log Lady in englischer Sprache mit zuschaltbaren Untertiteln, sowie die Pilotfolge in der US- und der internationalen Schnittversion. Dem Digipak liegen zusätzlich noch 12 Postkarten aus einer 61 Motive umfassenden Edition bei, die exklusiv als Beigabe der Box zu erhalten sind.
Fazit:
Obwohl "Twin Peaks" die erste Mystery-Serie einer danach populär werdenden Serien-Form war, können ihr bis heute nur wenige Nachfolger das Wasser reichen. Durch die Gold Edition sind erstmals alle Teile in einer Box vereint und wer bislang noch keinen Bildschirmaufenthalt in der Stadt mit dem besten Kirschkuchen und verdammt guten Kaffee hatte, sollte den Kauf überlegen. Die Extras und die bessere Qualität der 1. Staffel rechtfertigen für Fans auf jeden Fall den Kauf der Gold Box Edition, selbst wenn diese bereits Besitzer der ersten Auflage sind.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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Pilotfilm und 2. Season Opener à ca. 90 Minunten und 28 Folgen a ca. 45 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
Italienisch Dolby Digital 1.0 | Spanisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Dänisch, Deutsch, Englisch, Finnisch, Holländisch, Italienisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch |
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Bonusmaterial:
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- Fundbüro - Gelöschte Szenen und Produktionsdokumente
- Eine Scheibe Lynch
- Geheimnisse von einem anderen Ort: Die Entstehung von Twin Peaks
- Saturday Night Live: "Kyle MacLachlans Monolog" und der "Twin Peaks"-Sketch
- "Twin Peaks"-Festival
- Das Archiv der schwarzen Hütte
- 12 von insgesamt 61 erhältlichen Sammelpostkarten
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Twin Peaks - Staffel 1 + 2
Twin Peaks - Season 1 + 2
Das ultimative Pflichtprogramm für alle "Twin Peaks"-Verrückte und solche, die es noch werden wollen
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1990 Regie: David Lynch, Todd Holland, Lesli Linka Glatter, Tim Hunter. u.a. Drehbuch: David Lynch, Mark Frost, Barry Pullman, Robert Engels, Harley Peyton, Duwayne Dunham, Stephen Gyllenhaal. u.a. Darsteller: Kyle MacLachlan, Sheryl Lee, Ray Wise, Mädchen Amick, Sherilyn Fenn, Lara Flynn Boyle, Dana Ashbrook, Michael Ontkean, Richard Beymer, Peggy Lipton, James Marshall, Everett McGill, Jack Nance, Kimmy Robertson, Joan Chen, Don S. Davis, Miguel Ferrer, Michael Horse, Grace Zabriskie, Kenneth Welsh, Heather Graham,
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 15.11.2007
Vertrieb :
Rainbow Home Entertainment AG Verkaufsstart : 15.11.2007
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