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DVD-Besprechung - Hallo Spencer

Story:
Wer ist quietschgelb und trägt immer ein braun-kariertes Sakko in bester Sherlock-Holmes-Manier? Ganz klar, die Rede kann nur von unserem "lieben, guten, alten Spencer" sein. Erstmals im Jahr 1979 ausgestrahlt, gehört die Reihe - zusammen mit der "Sendung mit der Maus" und der "Sesamstraße" - auch heute noch zu den beliebtesten Formaten im deutschen Kinderfernsehen. Die bisher letzten Episoden stammen aus dem Jahr 2001, neue sollen aber eventuell im nächsten Jahr folgen.

Meinung zum Film:
Was macht "Hallo Spencer" so unterhaltsam? Eigentlich das komplette Grundprinzip der Sendung. Spencer ist eine Art Bürgermeister in seinem Runddorf, das kreisförmig um einen See angesiedelt ist. Von seinem Hightech-Studio aus kann er auf diverse Arten mit seinen Bewohnern kommunizieren, ohne vor die Tür gehen zu müssen. In Zeiten, in denen es Handy & Co. noch nicht gab, waren Dinge wie ein Visofon (mithilfe dessen Bildtelefonie und sogar ganze Dorfkonferenzen möglich sind) für die Zuschauer unglaublich spannend. Auch die Rohrpost oder der Monitor, mit dem Spencer alles sieht, was in seinem Dorf gerade passiert, tragen zu dieser Faszination bei (wenngleich man es sich als Erwachsener nicht verkneifen kann, gelegentlich Parallelen mit George Orwell zu sehen...).

Natürlich sind die Bewohner des Dorfes ebenfalls Unikate. Zum Beispiel gibt es da den Jungdrachenn Poldi, der in einem Krater wohnt (ja, Spencers Dorf hat auch eine Art Vulkanlandschaft). Er hat Probleme mit der deutschen Grammatik und will gerne mal alle fressen, was er letztlich natürlich doch nie macht. Dann wäre da der brummbärbraune Nepomuk. Seines Zeichens Schlossherr (obwohl er eigentlich eher in einer Burg lebt), ist er freischaffender Steinmetz und Künstler und kann es partout nicht leiden, wenn man ihn "Nepi" nennt. Lexi ist der gelb-grüne Superschlaumeier, der in einem riesigen Pilz wohnt. Was auch immer man ihn fragt, man bekommt auf jeden Fall eine akzentuierte und bis ins Detail korrekte Antwort. Des Weiteren gehören zu den Dorfbewohnern noch die Zwillinge Mona und Lisa mit ihrem Hausboot, Eichhörnchen Kasi (wohnhaft in einem Kastanienbaum mit Fahrstuhl) sowie Spencers blauen Assistenten Elvis und dessen Frau Lulu, die gemeinsam in einem Eisenbahnwaggon leben. Und natürlich darf man auch die drei Quietschbeus nicht vergessen, die Motorrad fahrende Boygroup.

Schade, dass man auf dieser DVD-Box fast gar nichts von diesen Kindheitserinnerungen wiederentdecken kann. Trotz des Slogans "Classic-Edition" und den Bildern auf der Hülle, die eindeutig aus den alten Folgen stammen, gibt es nur Episoden neueren Datums. Genauer gesagt, handelt es sich um die letzten 38 Folgen aus den Jahren 1995 bis 2001. Diese haben mit dem klassischen Runddorf so gut wie nichts mehr gemein. Die Figuren tauchen nur noch vereinzelt auf und die halbstündigen, zusammenhängenden Geschichten, die im Dorf spielen, gibt es dort nicht. Vielmehr haben die Episoden "Magazinform". Im Klartext bedeutet das, dass es oft Einspielclips zu diversen Themen gibt, aber kaum noch Spencer selbst vorkommt. Zudem wurden einige Clips in verschiedenen Episoden verwendet, so dass man sie irgendwann auswendig kennt. Auch die Angabe auf der Box-Rückseite, dass Jochen Busse bei vielen Folgen das Drehbuch lieferte, ist verwirrend. Es stimmt zwar, dass einige Drehbücher der Serie von ihm stammen. Allerdings handelt es sich dabei um Episoden aus den 1980ern, von denen keine einzige in dieser Veröffentlichung enthalten ist...  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild zeigt sich leicht unscharf und hat recht starkes Farbrauschen. Zudem treten öfters Kompressionsartefakte auf. Der Bildstand ist sehr unruhig, Doppelkonturen sind auch gelegentlich auszumachen. Leider betrifft das nicht nur die Folgen von 1995, sondern auch die von 2001. Zumindest bei Letzteren, die ja noch relativ neu sind, hätte sich sicher eine bessere Qualität realisieren lassen. Der Stereoton ist in Ordnung, die Dialoge jederzeit klar verständlich.

Bonusmaterial ist nicht vorhanden.

Fazit:
Leider ist die "Classic"-Box von "Hallo Spencer" eine herbe Enttäuschung. Sowohl die Verpackung als auch die Beschreibung deuten auf Folgen älteren Datums hin - eben auf die, die man aus seiner Kindheit kennt. Erst der Blick auf die Folgenliste, die sich allerdings von außen nicht einsehen lässt, schafft dann die traurige Gewissheit. Anstatt "Classic"-Folgen werden dem Zuschauer die letzten Episoden aus den Jahren 1995 bis 2001 geboten. Zudem fehlt jegliches Bonusmaterial und die Bildqualität hätte ebenfalls besser ausfallen können. Schade!

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,33:1
1,33:1
38 Folgen à ca. 28 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • -
Hallo Spencer - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Hallo Spencer
Hallo Spencer

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Eine "Fanbox" ohne für Fans interessante Episoden


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1995-2001
Regie:
Winfried Debertin
Drehbuch:
Winfried Debertin

Label Deutschland :
MORE Music and Media
Verkaufsstart Deutschland :
16.11.2007