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DVD-Besprechung - Elizabeth I
Story:
Das Jahr 1579, Königin Elizabeth I (Helen Mirren) ist bereits seit 20 Jahren die Königin des protestantischen Englands. Um sich des katholischen Erzfeindes Spanien zu erwehren, sowie einen Thronfolger zu gebären, scheint eine Hochzeit für Elizabeth I dringend geboten. Deshalb beginnt sie Verhandlungen mit dem ebenfalls katholischen, französischen Herzog von Anjou (Jérémie Covillault). Diese Heiratsverhandlungen scheitern jedoch. Während von außen die Bedrohung durch die Großmacht Spanien immer größer wird, kommt es auch im Inneren des Königreichs zu einer Verschwörung, an deren Spitze ihre Cousine, die katholische Königin von Schottland, Maria Stuart (Barbara Flynn), steht.
Meinung zum Film:
"Elizabeth I" ist ein zweiteiliger TV-Film, der eine Kooperation des englischen Senders Channel 4 mit dem US-Sender HBO darstellt. Für die Hauptrollen konnten mit Helen Mirren ("Heisser Verdacht") und Jeremy Irons ("The Mission") zwei ausgezeichnete Charakterdarsteller verpflichtet werden, in weiteren Rollen finden sich aber u.a. auch noch Hugh Dancy ("Shooting Dogs"), Barbara Flynn, bekannt als Ehefrau von Robbie Coltrane in "Für alle Fälle Fitz", sowie Patrick Malahide ("Like Minds"). Der Zweiteiler wurde mit Auszeichnungen überhäuft, bei der Golden-Globe-Verleihung 2007 gab es drei Auszeichungen in den Kategorien "Beste Miniserie", "Bester Nebendarsteller" (Jeremy Irons) und "Beste Hauptdarstellerin" (Helen Mirren). Bei den "Emmy Awards 2006" erhielt der Film sogar Auszeichnungen in neun Kategorien, u.a. wurden auch hier wieder Helen Mirren und Jeremy Irons, aber auch Regisseur Tom Hooper ("Red Dust") ausgezeichnet.
"Elizabeth I" ist ein zweiteiliges Historiendrama, in deren Mittelpunkt die titelgebende englische Königin Elizabeth I steht, die von 1558 bis 1603 das britische Königreich regierte. Der Film setzt allerdings erst im Jahr 1579 ein, begleitet die Königin dann jedoch bis zu ihrem natürlichen Tod im Jahr 1603. Der Film zerfällt dabei in zwei völlig unterschiedliche Hälften. Im ersten Teil stehen die Idee einer Eheschließung, sowie die Verhandlungen mit dem Herzog von Anjou im Mittelpunkt. Zentrale Figur neben der Königin ist ihr heimlicher Geliebter und engster Vertrauter, Robert Dudley, der Graf von Leicester (Jeremy Irons). Dieser erste Teil bietet politische Ränkespiele, Intrigen am Hofe, Religionskonflikte, sowie außenpolitische Verwicklungen. Helen Mirren, die ja jüngst in "Die Queen" bereits Königin Elizabeth II verkörperte, und Jeremy Irons brillieren hier und harmonieren einfach perfekt. In dieser Phase entsteht auch ein sehr eindringliches Porträt der Königin, die als einsame, charakterstarke Frau dargestellt wird, die immer wieder ihr eigenes Schicksal dem ihres Volkes unterordnet. Die Ausstattung des Films, wie Kostüme, historische Bauten, etc. wirkt sehr edel und erweckt in Verbindung mit dem dosierten, aber sehr professionellen Einsatz von digitalen Effekten, die damalige Zeit wieder zum Leben. Im zweiten Teil des Films, der ohne Jeremy Irons auskommen muss, übernimmt jedoch der jugendliche Robert Devereux (Hugh Dancy), der Graf von Essex, seine Stelle und wird zu ihrem Liebhaber und einem ihrer wichtigsten Vertrauten.
Mit diesem zweiten Teil geht der Film leider auf Talfahrt, im Mittelpunkt steht nur noch das ständige Auf und Ab in der Beziehung der beiden sehr unterschiedlichen Charaktere. Während Helen Mirren hier eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit beweist und sich mit vielen Abstufungen in ihrer Darstellung zwischen dem Verhalten einer alten, verbitterten Frau und dem eines frisch verliebten, jungen Mädchens bewegt, wirkt Hugh Dancy extrem unreif und geckenhaft in seinem Ausdruck. Das wird erstens seinem historischen Vorbild nicht gerecht und zweitens spielt ihn Helen Mirren zu jeder Zeit geradezu an die Wand, so dass der zweite Teil zur "One-Woman-Show" verkommt. Leider werden hier die politischen Hintergründe und außenpolitischen Zusammenhänge fast komplett ausgeblendet, während das Geschehen am Hof der Queen überzogen, sowie theatralisch wirkt, während das Geschehen auf die Beziehung zwischen Elizabeth I und Robert Devereux reduziert wird. Wie schon bei der HBO-Produktion "Rom" muss man auch bei diesem Film auf Schlacht-, bzw. Massenszenen komplett verzichten. Wichtige Auseinandersetzungen, wie z.B. die Seeschlacht von Sir Francis Drake mit der spanischen Armada kommen meist lediglich als Fußnoten zum Tragen. Für Menschen mit empfindlichen Mägen ist der Film aber trotzdem auf keinen Fall zu empfehlen, denn "Elizabeth I" hat diverse Foltersequenzen zu bieten, die eher Splatterfreunden gefallen dürften. Gliedmaßen werden amputiert, Köpfe rollen, Menschen werden bei lebendigem Leibe aufgeschlitzt, während ihre Gedärme aufgerollt werden, und stets hält die Kamera voll drauf, da wirkt die FSK 16 schon beinahe wie ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk, wobei die Qualität der Effekte von schwach bis effektiv schwankt.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild überzeugt mit guter Schärfe, kräftigen, aber stilechten Farben und einem ausgewogenen Kontrast, lediglich ein leichtes Bildrauschen ist feststellbar. Die Tonspuren dieses dialoglastigen Films überzeugen zu jeder Zeit mit guter Verständlichkeit.
Auf der DVD befindet sich der Trailer zum Film, Geschnittene Szenen (19:08), ein kurzes Special mit Vorher-/Nachherbildern, mit und ohne digitale Effekte, namens "Visual Effects" (5:12), eine Artworkgalerie, sowie Bio-/Filmographien von Helen Mirren, Jeremy Irons und Hugh Dancy.
Fazit:
"Elizabeth I" ist in der ersten Hälfte ein authentisch wirkendes Historiendrama, das sich an historischen Ereignissen orientiert und zudem ein sehr persönliches Porträt der Königin von England darstellt. Getragen wird der Film in der ersten Hälfte vor allem von einer sehr überzeugenden Helen Mirren, sowie einem kongenialen Jeremy Irons, in der zweiten Hälfte ist Hugh Dancy mit seiner Hauptrolle jedoch völlig überfordert, da helfen auch die sehr guten Nebendarsteller nichts mehr. Der zweite Teil hat außerdem mit vielen Längen zu kämpfen und entwickelt sich immer mehr zu einem Beziehungsdrama unter Vernachlässigung historischer und politischer Aspekte. Am Ende bleibt ein sehr starker erster Teil, aber auch ein deutlich schwächerer zweiter Teil, in überzeugender technischer Präsentation, jedoch mit eher spärlichen Extras.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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209:15 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Originaltrailer
- Deleted Scenes
- "Visual Effects"
- Artworkgalerie
- Bio-/Filmographien von Helen Mirren, Jeremy Irons, und Hugh Dancy
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Elizabeth I
Elizabeth I
Im 1. Teil sehr überzeugendes, eindringliches Historiendrama, das im 2. Teil aber deutlich an Schwung verliert
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien/USA, 2005 Regie: Tom Hooper Drehbuch: Nigel Williams Darsteller: Helen Mirren, Jeremy Irons, Hugh Dancy, Patrick Malahide, Toby Jones, Barbara Flynn
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 06.12.2007
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