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DVD-Besprechung - Die falsche Prinzessin

Story:
König Hamil (Mathieu Carrière) wünscht sich nichts sehnlicher als einen Thronfolger. Da seine Frau keine Kinder bekommen kann, bittet er den Zauberer Gamesh um Hilfe. Doch der Hexer Epos (Max von Sydow) schmiedet finstere Pläne und vertauscht den neugeborenen Königssohn mit Mirabella, der Tochter einer armen Bauernfamilie, die am Schloss aufwächst. Als Migal (Thomas Kretschmann), der böse Bruder des Königs, Mirabella zu seiner Frau nehmen will, flieht sie und findet Unterschlupf bei den Bauernbrüdern Leonardo und Ademaro, die sich beide in sie verlieben. Doch welcher der Brüder ist der wahre Thronfolger?

Meinung zum Film:
Winterzeit, Märchenzeit. Was passt da besser, als am Wochenende zur DVD zu greifen und sich gemütlich vor dem Kamin (oder der Heizung) eine Fantasy-Geschichte der Macher von "Prinzessin Fantaghirò" anzuschauen? "Die falsche Prinzessin" ist im Prinzip eine überarbeitete Version von "Der Prinz und der Bettelknabe", wo auch der Originaltitel ("La principessa e il povero" - "Die Prinzessin und der Arme") herrührt. Angereichert wurde das Ganze mit den typischen Elementen, wie Könige, Prinzessinen, Zauberer, Fabelwesen etc. Zudem darf natürlich auch die obligatorische Liebesgeschichte nicht fehlen, die in diesem Fall sogar mal auf relativ lebensnahe Weise ihre Auflösung findet.

"Die falsche Prinzessin" ist sicherlich keine schlechte Produktion. Dennoch kann die Miniserie weniger überzeugen als ihre Vorgänger. Das mag zum Einen an der reichlich oberflächlichen und klischeebehafteten Story liegen. Eine große Mitschuld tragen jedoch die Darsteller, deren Leistungen kaum zu loben sind. In der Hauptrolle ist erneut Anna Falchi ("Der Ring des Drachen") zu sehen, die in diesem Film erblondet ist und noch eine recht ordentliche Darbietung abliefert. Zwar nicht hollywoodreif, aber immerhin glaubhaft. Letzteres kann man leider von Matthieu Carrière ("ProSieben Märchenstunde") nicht behaupten. Obwohl die Geschichte einen warmherzigen Monarchen vorgibt, wirkt seine Darstellung des Königs eher kalt und emotionslos. Und über die schauspielerische Leistung von Thomas Kretschmann ("Der Untergang"), der hier als "fieser Bruder" sein Standard-böser-Bube-Gesicht aufsetzt, muss wohl kaum ein Wort verloren werden.

Die Miniserie um die falsche Prinzessin ist die bisher letzte Märchenproduktion des Teams um Regisseur Lamberto Bava. Den Grund dafür erklärt dieser in der Featurette, die als Bonusmaterial enthalten ist: der Markt schien gesättigt. Das ist durchaus nachvollziehbar. Immerhin schob man von 1991 bis 1997 jährlich einen neuen Film nach. Kein Wunder, dass die Zuschauer erst mal eine Pause nötig hatten. Irgendwann hat man einfach genug von den naiven, zuckersüßen Geschichten, den vor Kitsch triefenden Dialogen und den Fabelwesen, deren mehr schlecht als recht angefertigte Kostüme (bei denen sogar noch Teile der menschlichen Hand unter dem Kunstpelz hervorspringen) schon von Weitem ins Auge springen. Und dennoch ... aus irgendeinem unerfindlichen Grund wird man sich nicht dagegen wehren können, die Filme früher oder später doch wieder anzuschauen ... 

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild von "Die falsche Prinzessin" zeigt sich etwas besser als das von "Der Ring des Drachen". Zwar ist der Kontrast immer noch nicht optimal, die Farben wirken aber zumindest nicht mehr ganz so milchig. Auch das Rauschen ist hier weniger auffällig und die Dropouts sind deutlich weniger geworden. Der Ton liegt ausschließlich in Deutsch als Stereospur vor und erledigt seine Aufgabe zweckgemäß. Die Dialoge sind klar verständlich.

Als Bonus wurde auch für diese Miniserie eine neue Interview-Featurette gedreht, in der Regisseur und Drehbuchautor über die Hintergründe und die Entstehungsgeschichte berichten. Zugleich bemerkt Lamberto Bava, dass er inzwischen damit liebäugelt, mal wieder einen Märchenfilm zu drehen.

Fazit:
"Die falsche Prinzessin" ist filmisch eher Mittelmaß, was vor allem an den leider sehr unmotiviert wirkenden Darstellern liegt. Zwar hat man schon schlechtere Produktionen gesehen, aber auch deutlich bessere. Gleiches gilt für die DVD. Wer seichte Unterhaltung für einen Winternachmittag sucht, kann jedoch - in Anbetracht der Tatsache, dass die Scheibe relativ günstig zu bekommen ist - ruhig zugreifen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,33:1
1,33:1
zwei Teile à ca. 90 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Exklusiv produzierte Featurette "A Modern Fable"
  • Bildergalerie

Die falsche Prinzessin - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die falsche Prinzessin
La principessa e il povero

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Netter Storyansatz, aber gruselige schauspielerische Leistung


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1997
Regie:
Lamberto Bava
Drehbuch:
Gianni Romoli
Darsteller:
Anna Falchi, Lorenzo Crespi, Nicholas Rogers, Mathieu Carrière, Thomas Kretschmann, Max von Sydow, Jana Hubinská

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
16.11.2007