 |
DVD-Besprechung - Katie Bird - Die Geburt eines Monsters
Story:
Katie (Helene Udy/ Taylor M. Dooley) hat einen sie liebenden Vater (Lee Perkins), der sie stets umsorgt und sie behütet wie seinen Augapfel. Doch er ist nicht wie andere Daddys, denn er ist ein brutaler Serienkiller, der seine Opfer in einer für seine abscheulichen Taten vorbereiteten Scheune ermordet. Als seine Katie Bird alt genug ist zu begreifen, was er da tut, weiht er die junge Frau in sein unheiliges Tun ein, die außerdem in seine Fußstapfen ihres Vaters treten soll. Ausgerechnet einen Jungen aus ihrer Schule trifft es als erstes, denn Kevin (Jun Hee Lee) hat es gewagt ein anderes Mädchen zu küssen. Eine Mordskarriere beginnt.
Meinung zum Film:
„Katie Bird“ ist das Porträt einer Serienkillerin und wie sie zu dem wurde, was sie nun ist. Die Inszenierung ist flüssig und geprägt von stilvollen Aufnahmen, die sich in stets verändernden Fenstern, Bild-in-Bild-Technik und Split-Screens präsentieren. Dadurch wird der ohnehin schon interessierte Zuschauer noch mehr bei der Stange gehalten und die Spannung kontinuierlich aufgebaut. Die vorliegende Rezensions-DVD ist für den deutschen Markt bestimmt und die Schnittauflagen sind nahezu verheerend für einen Film, der eigentlich gut 100 Minuten Laufzeit in der Originalfassung hat. Knapp 72 Minuten haben es durch die Zensoren geschafft und somit einen Film verstümmelt, der dies so nicht verdient hat. Das Skelett, das übrig geblieben ist, kann sicherlich die Neugier darauf wecken, was die hiesigen Sittenwächter einem mündigen Publikum vorenthalten wollen.
Wenn einem Film 28 Minuten genommen werden, dann ergeben sich durchaus Fragezeichen in der weiteren Handlung, denn auch in derben Sequenzen werden immer wieder Informationen transportiert, die für den Verlauf wichtig sind. Einen ähnlichen Exodus hatte z.B. auch „Hellraiser 2“ erleiden müssen, wobei dort lediglich rund 9 Minuten der Zensur zum Opfer fielen. Für die Story war dies schieres Gift. „Katie Bird“ leidet auch darunter, denn ihre Entwicklung kann einfach nicht so erlebt werden, wie es ursprünglich abgedreht wurde. Lediglich in Österreich wird die ungeschnittene Fassung mit deutscher Synchronisation veröffentlicht, die dann den Film dann auch so zeigen wird, wie er tatsächlich gedreht wurde.
In Deutschland und der Schweiz schaut man diesbezüglich in die Röhre.
Einen Vergleich mit „Henry – Portrait Of A Serial Killer“ wäre verkehrt, denn es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche Filme mit ganz anderen Ansätzen und der Zuschauer muss für sich entscheiden, welchen er für spannender hält. Spannend sind beide Filme und „Katie Bird“ hat leichte Vorteile im Bereich der Entwicklung des Charakters. Wer eine subtile Frau erwartet, die leise ihrem Drang zu Töten nachgeht, sieht sich getäuscht. Katie weiß schon früh, was sie will und ihre Wünsche setzt sie nach Möglichkeit in die Realität um. Ein Indiz ist ihre Sexualität, die sie befriedigt wissen will und der Sex mit ihr mündet schon fast in einer Vergewaltigung des männlichen Partners. Richtig erschreckend sind die Dialoge zwischen Katie und ihrem Daddy, denn in diesen wird die Sinnlosigkeit des blutigen Handelns deutlich. Auf ihre Frage, warum er denn tötet, kommt z.B. die simple Antwort: „Ich bin eben so!“.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild verfügt über eine realistische Farbgebung und wirkt dadurch noch bedrohlicher. Der experimentell wirkende Score, der aus allen Boxen kommt, verstärkt den Eindruck. Bild und Ton bilden eine gute Gemeinschaft, um das Geschehen passend zu untermalen.
Wer mag, der kann den Film mit einem Audiokommentar von Regisseur Justin Paul Ritter und den Schauspielern Lee Perkins, Helene Udy und Taylor M. Dooley erleben, jedoch ohne deutsche Untertitel. Unübersetzt geht es dann weiter mit einem Interview Ritters, in welchem er erzählt, wie es zu „Katie Bird“ gekommen ist und welche Beweggründe er hatte, diesen Film zu drehen. Das Making Of ist etwas anders als man es sonst kennt, denn J. P. Ritter führt durch dieses wie ein Gastgeber, der kommentiert, was die anderen Beteiligten von sich geben. Ein Hauch von Selbstdarstellung liegt in der Luft. Es folgen noch zwei Trailer und eine nette, wenn auch kurze Artwork-Galerie.
Fazit:
„Katie Bird“ kann in dieser verstümmelten Fassung nicht auf ganzer Linie überzeugen und darf leider nur andeuten, was für einen verstörenden Streifen Regisseur J. P. Ritter geschaffen hat. Visuell hat er einiges auf dem Kasten und man darf auf die alternative Fassung gespannt sein. Technisch passt alles zusammen.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,85:1
|
71:07 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
|
Untertitel:
|
|
Keine |
|
Bonusmaterial:
|
- Audiokommentar
- Making Of
- Interview
- Trailer
- Artwork
|
|  |
Katie Bird – Die Geburt eines Monsters
Katie Bird – Certifiable Crazy Person
Papi erklärt seinem Töchterlein den Weg des Blutes
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005 Regie: Justin Paul Ritter Drehbuch: Justin Paul Ritter Darsteller: Helene Udy, Taylor M. Dooley, Todd Gordon, Lee Perkins, Jun Hee Lee
Label :
Atomik Films
Verkaufsstart : 06.12.2007
|