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DVD-Besprechung - The Cold Hour

Story:
Der kleine Jesús (Omar Muñoz) lebt mit einer Gruppe Menschen in einem lediglich aus Gängen und Räumen bestehenden Gebiet und hat noch nie die Außenwelt gesehen. Grund hierfür sind infizierte Menschen, die beim Körperkontakt den Berührten ebenfalls zu einem der ihren werden lässt. Und dann gibt es auch noch die „Kalte Stunden“, in der eisige Kreaturen durch die Gänge streifen und versuchen, an das warme Blut der Menschen zu kommen.

Meinung zum Film:
Mit „The Cold Hour“ ist dem außerhalb seiner Landesgrenzen recht unbekannten Regisseur und Drehbuchautor Elio Quiroga ein von der Stimmung und der Geschichte gesehen recht ungewöhnlicher Film gelungen. Die erste Hälfte des Films kommt fast ohne gezeigte Bedrohung daher. Quiroga nimmt sich sehr viel Zeit, um die einzelnen Charaktere vorzustellen. Dies geschieht aus der Sicht des kleinen Jesús, aus dessen Unwissenheit um die Geschehnisse auch die Gefahren in dem bunkerartigen Gebäude erklärt werden. Es ist immer wieder die Rede von einem Virus, der eingesetzt wurde, um einen Feind zu besiegen, der eine atomare Bedrohung darstellte. In Fernsehgeräten laufen in einer Endlosschleife höchst naive Spots, wie man sie aus den Anfängen der atomaren Bedrohung kennt und über die heutzutage nur noch geschmunzelt werden kann. Teilweise kommt sehr stark ein Retro-Eindruck auf, der allerdings durch moderne Technikerrungenschaften wie Videokameras wieder durchbrochen wird.

Die anfängliche Ruhe im Film kann nicht immer ohne Längen gehalten werden. Teilweise kommt der Wunsch beim Zuschauer auf, dass nicht immer nur geredet wird über die Gefahren, sondern dass diese sich auch endlich mal zeigen sollen. Wenn sie dann in Form der Verseuchten ins Bild gesetzt wird, gibt es ein wenig von der Atmosphäre aus George A. Romeros Klassiker „Zombie – Dawn of the Dead“ geboten. In einer Szene werden recht deutliche Erinnerungen an die Einstellung wach, in der die auferstandenen Toten zu Beginn in einem Keller gefangen gehalten wurden. So richtig gefährlich wollen die Wesen dann aber auch nicht erscheinen. Sie stellen viel eher einen tragischen Faktor zur Geschichte bei. Die Eiswesen sind dann wiederum eine ganz andere Kategorie und sorgen tatsächlich für Spannung. Zunächst machen sie sich aber nur durch ein Absenken der Temperatur bemerkbar, in deren Zug sich auf den Wänden eine Eisschicht legt, die von einer eisigen Nebelwand durch die Gänge bewegt.

Das Problem in der Dramatik ist des Films ist, dass sich „The Cold Hour“ zu Beginn zu viel Zeit für die Einführung der Personen lässt, ohne dabei die klaustrophische Szenerie und die Ängste der Protagonisten wirklich greifbar zu machen. Das Geflecht aus Beziehungen zwischen ihnen ist nicht ausreichend gut dargestellt, um die Minuten wirklich füllen zu können. Was in diesen Momenten verhindert, dass man als Zuschauer das Interesse am Film verliert, ist der Aufbau der Frage, was genau in den Betonwänden vor sich geht, was es mit den TV-Spots und der darin gezeigten Bedrohung auf sich hat und vor allem auf das Rätselraten, woher die beiden Monstergruppen kommen und welche Bedeutung sie in dem ganzen Szenario spielen. In den letzten Einstellungen wird der Großteil dieser Fragen zwar beantwortet, aber auch nicht alles. Die Überraschung mit der Wendung ist dem Regisseur sicherlich gut gelungen, da auf diese kaum jemand vorher kommen wird. Der Preis für diese Überraschung sind dann aber zahlreiche Fragen, die nicht beantwortet werden sowie zusätzliche Ungereimtheiten, die sich dadurch im Nachhinein ergeben. Sehenswert ist der Film aber sicherlich trotz seiner ersichtlichen Probleme.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck. Die Farben werden meist in kühlen, nicht immer ganz natürlichen Tönen gehalten. In den häufig vorkommenden dunklen Passagen ist stets alles zu erkennen und das Gefühl, dass Details verloren gehen, kommt niemals auf. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut zu verstehen, die Surroundeffekte halten sich aber im überschaubaren Rahmen.

Als Extra gibt es 4 Making Of-Beiträge mit einer Laufzeit von jeweils rund 4 – 7 Minuten, die sich unter anderem mit Statements der Künstler am Set beschäftigen, mit dem Making Of der Special Effects, den zombiehaften Kreaturen und einen Blick hinter die Kulissen werfen.


Fazit:
„The Cold Hour“ ist ein zu Beginn recht zäher Film, der sich sehr viel Zeit für den Aufbau eines Mysteriums nimmt, das er am Ende nicht ganz auflöst, dafür aber immerhin zu überraschen weiß. In der zweiten Hälfte gibt es eine deutliche Spannungssteigerung, weswegen der Film insgesamt betrachtet sicherlich sehenswert ist.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
91:48 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Spanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Making Of Special Effects
  • Behind The Scenes
  • The Zombies
The Cold Hour - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Cold Hour
La hora fría

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein sehr gemächlicher Beginn, eine temporeiche zweite Hälfte und ein überraschendes Ende


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Spanien, 2006
Regie:
Elio Quiroga
Drehbuch:
Elio Quiroga
Darsteller:
Omar Muñoz, Jorge Casalduero, Nadia de Santiago, Marco González, Carola Manzanares, Pepo Oliva, Julio Perillán, Pablo Scola, Silke, Sergio Villanueva

Label Deutschland :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
30.11.2007