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DVD-Besprechung - Die 1001 Nacht Collection - Teil 1
Story:
Scheherazade (Maria Montez) ist die schönste Tänzerin der arabischen Nächte und sie verdreht gleich zwei Anwärtern auf den Thron den Kopf. Doch wer wird am Ende alles für sich gewinnen können, wer wird Thron und Frau sein Eigen nennen können? Ali Baba (Jon Hall) unterdessen muss sich mit den vierzig Räubern zusammentun, um den Tod seines Vaters zu rächen und seinerseits seinen Thron zu erobern. Mit Verrätern, die sich selbst „Die schwarzen Teufel von Bagdad“ nennen, muss sich auch Prinzessin Marjan (Maureen O’Hara) herumkämpfen, die in England studierte und nun in ihr Heimatland zurückkommt und dort erst einmal ihren Thron befreien muss…
Meinung zum Film:
Drei unterschiedliche Filme werden in dieser Box versammelt, aber es kommt sicher nicht von ungefähr, dass Koch Media einen roten Faden gefunden hat, auch wenn die Filme in verschiedenen Epochen spielen. Letztendlich dreht sich alles um verlorene Thronrechte und die Art und Weise, wie diese wieder zurückerobert werden können. Und hier kommt den Filmen zu Gute, dass es in der 1001 Nacht eben so viele Geschichten gibt. Auch wenn zwei der drei Filme eher nur von diesen Geschichten inspiriert wurden, als dass sie genauso darin vorkamen. Scheherazade ist freilich eine Figur aus 1001 Nacht, denn sie erzählt dem Kalifen all diese Geschichten von Liebe, Verrat und mächtigen Gegnern. Und in vielen der Geschichten kommt auch die Magie zu kurz, wenn auch in dieser Filmzusammenstellung eben jene fast gar nicht zu sehen ist, wenn man einmal von dem berühmten Satz „Sesam, öffne Dich“ absieht, den Ali Baba aussprechen darf.
Lediglich die Geschichte rund um Ali Baba und die Vierzig Räuber entspringt der Sagenwelt der 1001 Nacht und ist dabei der beste Film der Box. Vielleicht auch deswegen, weil das Original immer noch am Besten umzusetzen ist. Vielleicht aber auch einfach, weil die beiden anderen Filme zu künstlich wirken. Vielleicht aber auch einfach, weil ein Klassiker nun einmal immer heraus sticht, wenn er in eine Box mit anderen Filmen gesteckt werden, die diesen Status nicht erreicht haben. Sicher sind sowohl „Arabische Nächte“, als auch „Die schwarzen Teufel von Bagdad“ gute Filme, aber sie reichen nicht an „Ali Baba und die vierzig Räuber“ heran. „Arabische Nächte“ geht ein wenig zu sehr in Richtung Komödie, auch wenn es lustig ist, wenn Aladin zum Sidekick wird und ständig an jeder Lampe reibt. Und „Die schwarzen Teufel von Bagdad“ wirkt etwas unglaubwürdig, denn dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Frau die Initiative ergreift ist nicht gerade das, was man sich von einem Film aus den Vierzigern erwartet.
Allerdings muss man alle Filme im Kontext der Zeit sehen. Zwischen 1942 und 1949 entstanden waren starke Frauen durchaus ein Zeichen der Zeit. Während die Männer an der Front waren, bzw. im damals besetzten Deutschland Dienst schoben, mussten die Frauen zu Hause das Zepter schwingen und ihren Mann stehen. Kein Wunder also, dass die Frauen in diesen drei Filmen keine zappelnden und kreischenden Mädchen sind, die auf ihren Prinzen auf dem weißen Ross warten und selber die Initiative ergreifen, mal mehr, mal weniger. Sicher: Die Filme stecken voller Stereotypen und die Geschichte ist für heutige Verhältnisse sehr einfach gestrickt. Aber dies übersieht man gerne, wenn man wieder einmal diese sehr klassischen Filme aus einer Ära sehen will, in der noch Filme über den nahen und fernen Osten gedreht wurden, die das dortige Leben verherrlichten und glorifizierten – etwas was wohl heutzutage aufgrund der schieren politischen Weltlage nicht mehr möglich wäre.
Digitale Aufarbeitung:
Die Qualität des Bildes ist erstaunlich hoch, wenn man bedenkt, dass die Filme zum Teil mehr als 60 Jahre auf dem Buckel haben. Die Restauration hat sich gelohnt, die Farben wirken so, wie sie in den 40ern gedreht worden sind. Das Bild ist frei von Kratzern und anderen Beschädigungen. Eine Sache stört allerdings: Es zeigt sich gerade bei einfarbigen Flächen ein recht starkes Bildrauschen. Der Ton liegt ebenfalls auf einem hohen Niveau, auch wenn er natürlich nur in Dolby Digital 2.0 in Deutsch und Englisch vorliegt. Auch hier wurde bei der Restaurierung sehr gute Arbeit geleistet.
An Specials liegen jedem Film Bildergalerien bei. „Arabische Nächte“ enthält außerdem eine Einführung mit Filmhistoriker Robert Osborne, sowie den englischen Originaltrailer. Insgesamt etwas dürftig also. Es wäre sicher interessant gewesen, etwas über die Restaurierungsarbeiten zu erfahren.
Fazit:
Man darf an diese Collection sicher nicht die heutigen Maßstäbe in Sachen Storytelling oder Typenbesetzung stellen. Aber wenn man Spaß an klassischen arabischen Geschichten hat, wird man hier sicher gut liegen und seine Freude haben. Zumal die Restaurierung sehr gut gelungen ist und sich die Filme mit einem sehr guten Bild präsentieren.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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245:34 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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Bildergalerien
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Einführung von Filmhistoriker Robert Osborne
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Englischer Original-Trailer „Arabian Nights“
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Arabische Nächte, Ali Baba und die vierzig Räuber, Die schwarzen Teufel von Bagdad
Arabian Nights, Ali Baba and the forty thieves, Bagdad
Arabische Verführung
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1940,1942,1949 Regie: John Rawlins, Arthur Lubin, Charles Lamont Drehbuch: Michael Hogan, Edmund L. Hartmann, Robert Hardy Andrews, Tamara Hovey Darsteller: Jon Hall, Sabu, Maria Montez, Turhan Bey, Leif Erickson, Billy Gilbert, Andy Devine, Kurt Katch, Frank Puglia, Maureen O'Hara, Vincent Price, Paul Hubschmid, John Sutton, Jeff Corey
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 23.11.2007
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