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Kino-Besprechung - Darjeeling Limited

Story:
Drei ungleiche Brüder (Owen Wilson, Adrien Brody, Jason Schwarzman), die jeweils in mehr oder minder schweren Lebenskrisen stecken, unternehmen, nachdem sie sich lange nicht gesehen haben, eine gemeinsame Zugreise durch Indien, um wieder zueinander zu finden und schließlich ihre Mutter (Anjelica Huston), die zurückgezogen in einem indischen Ashram lebt, aufzusuchen.

Meinung zum Film:
Der Regisseur Wes Anderson hat sich im letzten Jahrzehnt mit nur vier Filmen („Durchgeknallt“, „Rushmore“, „Die Royal Tenenbaums“, „Die Tiefseetaucher“) und dem sehr eigensinnigen Stil, den er darin pflegte, eine treue Fangemeinde geschaffen. Subtiler Humor in Balance mit melancholischen Momenten und stets leicht verrückte Charaktere verbinden sich in seinen Filmen mit einem interessanten visuellen Konzept, das eine sehr ruhige Kameraführung mit ungewöhnlichen Perspektiven und in einem sehr individuellen Stil gehaltene Kostüme und Sets beinhaltet. In seinem neuesten Film „Darjeeling Limited“ verbindet er dies noch mit Elementen der indischen Kultur: Sowohl Ausstattung und Kostüme als auch die Musik sind sehr indisch gehalten und erinnern stellenweise an Bollywood-Schinken, ohne jedoch den Zuschauer mit überbordendem Kitsch oder gar bombastischen Musical-Einlagen zu verschrecken.

Frei nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ verläuft die Handlung nicht besonders zielgerichtet und wirkt manchmal etwas episodisch, was aber perfekt zum Stil passt und dazu dient, die Figuren und die zwischen humorvoll und tragisch pendelnden Situationen, in denen sie sich im Laufe ihrer Reise wiederfinden, noch genauer zu beleuchten. Erkundet werden dabei vor allem familiäre Beziehungen und das Verhalten westlich geprägter Menschen, die auf die ganz andere Mentalität des exotischen Schauplatzes treffen, was zu vielen komischen Momenten führt, die jedoch stets subtil und auf gewisse Art leise bleiben und nichts mit dem Brachialhumor vieler aktueller amerikanischer Mainstream-Komödien gemein haben.

Zu der gelungenen Regie und Story kommt ein hervorragendes Schauspielensemble, das die neurosengeplagten Figuren überzeugend verkörpert. Viele der Darsteller konnte man schon in Wes Andersons vorherigen Filmen bewundern, unter anderem Jason Schwartzman („Rushmore“), Owen Wilson („Die Hochzeits-Crasher“), Anjelica Huston („Die Addams Family“) und Bill Murray („Lost in Translation“), wobei Letzterer nur in einer sehr kleinen Nebenrolle zu sehen ist. Auch die „Neuzugänge“ Adrien Brody („Der Pianist“) und Natalie Portman („Hautnah“) und die indische Newcomerin Amara Karan wissen in ihren Rollen sehr zu gefallen. Eine Besonderheit des Films ist, dass ein etwa 10minütiger Prolog zur Figur Jack (Jason Schwartzman) und seiner Freundin (Natalie Portman) unter dem Titel „Hotel Chevalier“ dem eigentlichen Film vorangestellt wird, was weiter dazu beiträgt, „Darjeeling Limited“ zu einem außergewöhnlichen Kinoerlebnis zu machen. Dieser Vorfilm ist auch gratis im Internet zu finden.

Fazit:
Wes Andersons Stil ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, läuft in „Darjeeling Limited“ aber zur Höchstform auf. Wer Andersons vorherige Filme mochte oder ein Faible für humorvolle Independent-Filme mit exzentrischen Figuren und ausgefallenem Look hat, sollte sich diesen Film auf keinen Fall entgehen lassen.

Darjeeling Limited - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Darjeeling Limited
The Darjeeling Limited

Bild unseres Mitarbeiters Adrian vom Baur
Wes Andersons Independent-Humor in Höchstform


Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Wes Anderson
Drehbuch:
Wes Anderson, Roman Coppola, Jason Schwartzman
Darsteller:
Owen Wilson, Adrien Brody, Jason Schwartzman, Anjelica Huston, Amara Karan

Verleiher:
20th Century Fox
Kinostart Deutschland :
03.01.2008