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DVD-Besprechung - Hitler & Mussolini - Eine brutale Freundschaft
Story:
"Hitler & Mussolini - Eine brutale Freundschaft" beschäftigt sich mit den beiden faschistischen Diktatoren Adolf Hitler, der von 1933-1945 Deutschlands Geschicke lenkte, sowie Benito Mussolini, der von 1922-1943 das faschistische Regime in Italien leitete. Ziel der Dokumentation ist es das Verhältnis der beiden Diktatoren, sowie die gegenseitigen Einflüsse auf die Politik des jeweils anderen, genauer zu untersuchen.
Meinung zum Film:
Die Dokumentation "Hitler & Mussolini - Eine brutale Freundschaft" ist eine deutsch-italienische Co-Produktion aus dem Jahr 2007, an der unter anderem RBB, der SWR, Fox International Channels Italy und ARTE beteiligt waren. Die deutsche TV-Erstausstrahlung der Dokumentation erfolgte am 17. Oktober 2007 auf dem deutsch-französischen Kultursender ARTE. Regisseur Ullrich H. Kasten ("Hoffnung - Ein deutscher Winterstern") machte sich bisher vor allem durch sensible Portraits, bzw. Essays, über zeitgeschichtlich bedeutsame Persönlichkeiten der ehemaligen DDR einen Namen und wurde deshalb auch im Jahr 2005 für den "Adolf Grimme Preis" nominiert.
Bei einer Dokumentation, die die beiden faschistischen Diktatoren Adolf Hitler und Benito Mussolini in den Mittelpunkt stellt und ihr Verhältnis zueinander genauer untersuchen möchte, würde man zum Einstieg einige biographische Hintergründe, bzw. persönliche Informationen, erwarten. Diese wären ja immerhin als Basis fundierterer Persönlichkeitsprofile geeignet, die in psychologischer Hinsicht das Verhältnis dieser beiden zeitgeschichtlichen Charaktere wohl am ehesten nachvollziehbar machen würden. Stattdessen steigt der Film aber direkt beim ersten Treffen von Hitler und Mussolini im Juni 1934 in die Materie ein, begleitet sie über die Jahre und endet schließlich mit dem Tod der beiden Diktatoren am 30. April 1945 (Hitler/Selbstmord), bzw. am 28. April 1945 (Mussolini/Exekution durch Partisanen). Die biographischen Informationen werden dabei im Verlauf der Dokumentation eingestreut, sind aber sehr begrenzt, besonders was die Person Benito Mussolini angeht. Was man in dieser Dokumentation ebenfalls nicht erwarten darf, obwohl es wohl sehr sinnvoll gewesen wäre, ist ein grundlegender Vergleich des Faschismus italienischer und deutscher Prägung als Basis für fundierte Erkenntnisse, wer hier von wem und wie stark beeinflusst wurde.
Stattdessen ergeht sich die Dokumentation in uninteressanten Details, wie z.B. der Tatsache, dass Mussolini sich bei Hitlers Wehrmacht den Stechschritt abgeguckt habe, oder zeigt die beiden Diktatoren, die scheinbar völlig isoliert vom Rest der Welt darum wetteifern, wer die prachtvolleren Paraden abhalten könne. Eine weitere entscheidende Schwäche ist hier die starke Vernachlässigung des historischen Kontextes, in dem sich die beiden Charaktere bewegten. Der mißlungene Einmarsch Mussolinis in Griechenland ist kaum mehr als eine Fußnote, die deutsch-italienischen Aktivitäten in Nordafrika sind lediglich einen Nebensatz wert, wichtige Bündnisverträge werden überhaupt nicht erwähnt und über Mussolinis antisemitische Politik wird sich ebenfalls ausgeschwiegen. Während sich der Film an den Treffen der beiden Staatsmänner entlanghangelt und hier zumindest interessante aktuelle Aufnahmen der jeweiligen Standorte liefert, kombiniert mit, vor allem was die italienischen Aufnahmen angeht, interessantem, historischem Filmmaterial, lässt sich der Sprecher immer wieder zu wenig fundierten, aber umso bedeutungsschwangereren, polemischen und (ab)wertenden Kommentaren hinreißen, die in einer ernsthaften Dokumentation nichts zu suchen haben und die man eher aus der Regenbogenpresse erwartet.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität der Dokumentation ist sehr gelungen, bei dem verwendeten historischen Archivmaterial darf man aber natürlich keine Wunder erwarten. Die deutsche Tonspur, bzw. der Sprecher Dieter Bellmann, ist zu jeder Zeit gut verständlich und wird auch nicht durch störende Nebengeräusche oder ähnliches überlagert.
Die beiden DVDs befinden sich in einem optisch sehr gelungenen Digipak mit zusätzlichem Schuber. Auf der ersten DVD befindet sich neben dem Hauptfilm auch noch der Zusatzpunkt "Drehorte", unter dem sich einige Fotos der verwendeten Drehorte, sowie Kurzinfos zu diesen Bildern, befinden. Auf der zweiten DVD befindet sich die eigenständige Dokumentation "Urlaubsmaschine Prora - Das Naziseebad auf Rügen" (43:52). Diese Dokumentation beschäftigt sich zwar im Grunde nur mit einer in ihrer Bedeutung überschätzten, riesigen Bauruine, präsentiert die zugehörigen Informationen dabei aber auf eine äußerst fundierte, sowie unterhaltsame Art und Weise, welche man dem eigentlichen Hauptfilm ebenfalls gewünscht hätte.
Fazit:
"Hitler & Mussolini - Eine brutale Freundschaft" bietet einen reißerischen Titel, aber leider wenig Hintergrundinformationen und kaum fundierte Schlussfolgerungen. Biographische Informationen werden vernachlässigt, die Persönlichkeitsprofile beider Staatsmänner sind äußerst eindimensional, wichtige Fakten werden unterschlagen, und die dargestellten Sachverhalte werden auf unwissenschaftliche Art und Weise kommentiert, ohne dass die Dokumentation allerdings tiefgründigere Schlussfolgerungen oder Theorien zu offerieren hätte. Technisch ist die DVD sehr gelungen und die Bonusdokumentation ist sogar deutlich interessanter und wissenschaftlicher geraten als die eigentliche Hauptattraktion.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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88:57 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Dokumentation "Urlaubsmaschine Prora - Das Naziseebad auf Rügen"
- Informationen zu den Drehorten
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Hitler & Mussolini
Hitler & Mussolini
Interessantes Thema, misslungene Aufarbeitung - Oder: Wenn die Bonusdoku besser ist als der Hauptfilm
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland/Italien, 2007 Regie: Ullrich H. Kasten Drehbuch: Hans von Brescius, Ullrich H. Kasten
Label :
Polyband
Verkaufsstart : 23.11.2007
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