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DVD-Besprechung - Das doppelte Lottchen

Story:
Luise, neun Jahre alt und ziemlich frech, muss den Sommer fern von Wien in einem Ferienheim verbringen. Dort staunt sie nicht schlecht, als sie die brave Lotte aus München trifft: Denn die sieht genauso aus wie sie! Die Mädchen beschließen, dem Geheimnis ihrer Ähnlichkeit auf den Grund zu gehen, und tauschen kurzerhand die Rollen: Luise fährt als Lotte zurück nach München, Lotte als Luise nach Wien. Im Gepäck haben sie einen pfiffigen Plan ...

Meinung zum Film:
Erich Kästners Geschichte um die nach der Scheidung ihrer Eltern getrennten Zwillinge, die nichts voneinander wissen, wurde bereits diverse Male verfilmt. In den 1990ern schafften es gleich mehrerere auf modern getrimmte Varianten in die Kinos - unter anderem Bernd Eichingers "Charlie & Louise" sowie die amerikanische Umsetzung "Ein Zwilling kommt selten allein" mit Lindsay Lohan, die damals noch durch schauspielerische Leistungen und nicht durch Drogenexzesse auf sich aufmerksam machte. Die neue Zeichentrickproduktion von Michael Schaack ("Dieter - Der Film", "Käpt'n Blaubär - Der Film") kehrt wieder zu den Wurzeln zurück und präsentiert Charlotte und Luise in dem Zeitrahmen, in dem das Buch angesiedelt ist, Anfang der 1950er.

Das Design der Figuren des Films basiert auf den Illustrationen von Walter Trier aus der Originalausgabe des Klassikers. Die Zeichnungen kommen mit wenigen, klaren Strichen aus und vermitteln durchaus einen gewissen Charme, dem man aber die Photoshop-Produktion deutlich anmerkt und der natürlich nicht mit dem großer Disney-Filme vergleichbar ist. Dennoch passt der Stil gut zu der kindgerechten Erzählart und die farbenfrohe Gestaltung wird die Zielgruppe sicherlich ansprechen.

Die Geschichte selbst vermittelt der Film auf gelungene, jederzeit leicht verständliche Weise. Das Thema Trennung und Scheidung bleibt leider zeitlos und das Problem der ständig beschäftigten Eltern dürfte heute wohl noch ein Stück aktueller sein als zur Entstehungszeit des Romans. Wenngleich diese Thematik eher ernst und traurig ist, geht der Film mit ihr auf lockere, die Kinder nicht überfordernde Art um und zeigt, dass man das positive Denken nicht verlernen sollte.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der DVD ist größtenteils klar und sauber. Die Farbenfrohe Optik wird gut vermittelt. Allerdings machen sich bei schnellen Bewegungen öfters Kompressionsartefakte und Blockrauschen bemerkbar. Der deutsche Ton präsentiert die Dialoge verständlich, die Musik verteilt sich angenehm im Raum. Effekte darf man jedoch genrebedingt nicht erwarten.

Erfreulicherweise gibt es beim Bonusmaterial neben dem Trailer und zwei Spielen auch noch ein halbstündiges Making-Of, in dem die Macher ausführlich über die Arbeit an dem Projekt berichten und man einen kleinen Einblick bekommt, wie ein Zeichentrickfilm entsteht. Schade ist lediglich, dass diese Doku nur im Letterbox-Format und nicht anamorph vorliegt.

Fazit:
"Das doppelte Lottchen" ist die kindgerechte Zeichentrickumsetzung des Roman-Klassikers von Erich Kästner. Der Film wendet sich zwar animationstechnisch an die jüngsten Zuschauer, die zeitlos aktuelle Thematik sollte aber auch die Eltern zum Nachdenken anregen. Technisch leistet sich die DVD kaum Mängel und bietet zudem einen interessanten Blick hinter die Kulissen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,78:1
1,78:1
78:42 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Wie macht man eigentlich einen Zeichentrickfilm?
  • Lottes lustiges Film-Quiz
  • Luises listiges Film-Puzzle
  • Trailer
Das doppelte Lottchen - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Das doppelte Lottchen
Das doppelte Lottchen

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Kindgerechte Umsetzung des Kästner-Klassikers


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2007
Regie:
Toby Genkel
Drehbuch:
Rolf Dieckmann

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
30.11.2007