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DVD-Besprechung - Südwest nach Sonora

Story:
Matt Fletcher (Marlon Brando) möchte ein ruhiges Leben als Pferdezüchter beginnen. Sein Grundkapital hierfür ist sein indianischer Appaloosa-Hengst. An diesem hat der mexikanische Gangster Chuy Medina (John Saxon) ebenfalls Interesse und bietet zunächst an, Matt das Tier abzukaufen. Nachdem dieser ablehnt, überfällt Chuy mit seiner Bande Matt und entwendet das Pferd. Matt macht sich auf die Reise nach Sonora, in dem Chuy sein Hauptquartier hat, um mit ihm abzurechnen.

Meinung zum Film:
Bei den „Western Heritage Awards“ gewann "Südwest nach Sonora" den bronzenen „Wrangler“ für den besten Film, des Weiteren war John Saxon für seine Rolle als Chuy für den Golden Globe nominiert, konnte den Preis jedoch nicht gewinnen. Ungewöhnlich ist daran, dass „Südwest nach Sonora“ eigentlich überhaupt kein typischer US-Western ist, sondern sich mehr als deutlich an den italienischen Kollegen orientiert, die zu dieser Zeit vor allem in Europa den amerikanischen Vorbildern den Rang abliefen, die aber im Ursprungsland des Westerns höchstens belächelt wurden. Regisseur Sidney J. Furie drehte kurz vor seiner Interpretation des europäischen Westerns noch den Agentenfilm «Ipcress – Streng geheim» und war in späteren Jahren für Filme wie „Die stählernen Adler 2“ oder „Superman IV“ verantwortlich.

Furie konnte für seinen Western auf einen ansehnlichen Cast zurückgreifen, vor allem Marlon Brando („Der Pate“) wertet den Film mit seiner Rolle  auf. Matts Gegenspieler Chuy wurde mit Jon Saxon ebenfalls prominent besetzt, der später unter Enzo Castellari noch „echte“ Italowesternerfahrungen sammeln sollte, z.B. in „Die Rache des weißen Indianers“. In „Sonora“ begegnen wir dem ehemaligen Büffeljäger Fletcher, der sich langsam zur Ruhe setzen möchte, um sein Leben den Pferden zu widmen. Dummerweise verliert er dieses gegen den mexikanischen Gangster Chuy und im weiteren Verlauf dreht sich alles nur noch um Matts Versuch, das Pferd zurückzubekommen. Dafür begibt er sich in die mexikanische Stadt Sonora, in der Chuy herrscht. Doch dieser ist gnädig und bietet Matt ein Armdrücken an, bei dem der Verlierer sterben muss. Leider unterliegt unser Held, kann sich dann aber noch einmal retten und bereitet sich dann mit Chuys Frau, die inzwischen auf die Seite von Matt gewandert ist, auf den finalen Schlag vor. Hier fällt schon auf, dass zwar eine Frau weiteren Streit zwischen die Kontrahenten bringt, diese aber genau wie bei den Italowestern eigentlich überhaupt keine Rolle spielt – Westernfans brauchen also keine Sorge haben, dass die doch meist spannende Handlung durch viel überflüssiges Geknutsche und Liebesbezeugungen gestört wird.

Die innovativen Kamereinstellungen und die teilweise kargen, mexikanischen Landschaften tragen dann den Rest zu der Illusion, dass hier eigentlich eine italienische Produktion vorliegen müsste. Die episch ausgebreiteten Geschichten, die man oftmals in vielen US-Edel-Western sieht, kommen hier auch nicht vor, ganz im Gegenteil passt die Storyline sicher problemlos auf eine zusammengefaltete Papierserviette. Insofern ist „Südwest nach Sonora“ auf jeden Fall ein Tipp für Freunde des europäischen Westerns und die US-Fans werden bei diesem Film mit vielen Innovationen überrascht. Unbedingt mal reingucken!

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist wirklich ganz hervorragend restauriert worden und man kann kaum glauben, dass der Film aus dem Jahr 1966 sein soll. Der Zuschauer wird mit satten Farben und einer angenehmen Schärfe verwöhnt. Bildverschmutzungen sind weit und breit keine zu entdecken. Der Ton liegt wahlweise auf deutsch oder auf englisch in Dolby Digital 2.0 vor und verfügt über eine gute Dialogverständlichkeit.

An Extras gibt es lediglich eine Bildergalerie mit Aushangfotos, sowie ein vierseitiges Booklet mit interessanten Hintergrundinformationen.

Fazit:
„Südwest nach Sonora“ ist ein US-Western mit einer sehr überschaubaren Geschichte und vielen netten Kameraeinstellungen, die insgesamt glauben lassen, hier wären Italiener am Werk. Freunde dieses Genres sollten also ebenfalls auch mal einen Blick auf diesen Western werfen, der mit Marlon Brando in der Hauptrolle auch noch hervorragend besetzt wurde. Die DVD ist technisch sehr gut, die mangelnden Extras kann man verzeihen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
94:24 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Bildergalerie
  • Booklet
Südwest nach Sonora - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Südwest nach Sonora
The Appaloosa

Bild unseres Mitarbeiters Andreas Schultz
Sehr gut besetzter US-Western mit Italoflair


Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1966
Regie:
Sidney J. Furie
Drehbuch:
James Bridges
Darsteller:
Marlon Brando, John Saxon, Anjanette Comer, Emilio Fernández, Alex Montoya

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
30.11.2007