 |
DVD-Besprechung - Heisser Verdacht - Staffel 5
Story:
Detective Superintendent Jane Tennison (Helen Mirren) wird nach Manchester an einen sozialen Brennpunkt versetzt. Bereits kurz nach ihrer Versetzung wird ein Drogenkurier vor einem Apartment mit einer automatischen Waffe erschossen. Der Besitzer des Apartments, Michael Jones (Ray Emmet Brown) wird ebenfalls angeschossen. Von der Tat will aber niemand etwas mitbekommen haben, es gibt also keinerlei Zeugen. Die beiden Opfer stehen jedoch in enger Verbindung zu dem erfolgreichen Drogendealer "Street", alias Clive Norton (Steven Mackintosh), der jedoch jede Verbindung zu der Tat abstreitet. Während "Street" selbst nach dem Täter sucht, hält Tennison ihn nach wie vor für den Schlüssel zur Aufklärung des Falls.
Meinung zum Film:
In der 5. Staffel von "Heisser Verdacht" kehrte die Serie nach der inhaltlich nicht mehr ganz so überzeugenden 4. Staffel zum bewährten Langformat zurück. "Tödliche Verstrickung" behandelt lediglich einen Fall, diesen aber wieder in aller Ausführlichkeit, und als Zweiteiler, auf zwei DVDs verteilt, mit einer Laufzeit von deutlich über drei Stunden. Nach der vorliegenden Episode nahm sich Hauptdarstellerin Helen Mirren ("Elizabeth I") eine längere Auszeit von der Serie, erst 2003, und dann wieder 2006, folgten die wohl letzten beiden Nachzügler aus dieser Reihe. Die beiden Folgen "Die letzten Zeugen" und "Das Finale" liefen erst vor wenigen Monaten im ZDF als deutsche Erstausstrahlung. Auch die vorliegende Episode wurde wieder ausgezeichnet, Helen Mirrer erhielt den BAFTA TV Award als beste Hauptdarstellerin und bei den Emmy Awards 1997 gab es eine Auszeichnung als herausragende Miniserie.
Tennisons Versetzung nach Manchester wirkt zunächst wie eine Herabstufung. Ihr Einsatzbereich ist ein sozialer Brennpunkt und ihr neuer Vorgesetzter DCS Ballinger (John McArdle) ist eher ein Freund nüchterner Statistiken, die er zu verbessern sucht, als ein Menschenfreund mit Illusionen. Ihre neuen Mitarbeiter machen auf sie zunächst ebenfalls einen etwas verschlafenen Eindruck und werden dementsprechend von ihr direkt mal unsanft auf Vordermann gebracht, womit sie sich mal wieder keine Freunde macht. Das Privatleben von Jane Tennison ist in dieser Folge eher sekundär, sie hat in Manchester offensichtlich keine Bekannten und stürzt sich ohne Rücksicht auf Verluste in ihre Arbeit. Sie lässt sich allerdings zu einem Techtelmechtel mit einem ihrer Kollegen hinreißen. Ansonsten hat man bei "Tödliche Verstrickung" ein wenig den Eindruck, man hätte sich an Versatzstücken anderer Folgen gütlich gehalten. Wie schon in "Operation Nadine" wird an einem sozialen Brennpunkt ermittelt, wo die Stimmung eher gegen die Polizei ist und niemand "singen" will, und auch dort ließ sich Tennison bereits mit einem Kollegen ein. Weiterhin hat es Tennison auch hier wieder mit einer undichten Stelle in ihrer Abteilung zu tun, so dass der Schlüssel zum Fall in der Person von "Street" ihr immer einen Schritt voraus zu sein scheint und sich nicht festnageln lässt. Auch die Idee, sich mit einer Fernsehansprache an die Bevölkerung zu wenden ist nicht neu, führt hier aber nicht zum gewünschten Erfolg.
Ein wenig ungewöhnlich für die eher bodenständige Serie ist Tennisons Gegenspieler "Street", der ein überdrehter Psychopath ist, der mit Tennison Katz und Maus spielt, was diese, auch nicht zum ersten Mal, extrem persönlich nimmt. So ist "Tödliche Verstrickung" dann auch in weiten Teilen ein Psychoduell zwischen beiden Personen, gerade am Ende wurde aber beim Verhalten von "Street" doch ein wenig zu dick aufgetragen. Zwischen den Zeilen werden immer wieder mehr oder weniger deutlich sozialkritische Untertöne angeschlagen, u.a. werden hier die Ghettoisierung von Stadtteilen sowie die zwangsläufigen, kriminellen Karrieren von Jugendlichen dort angesprochen. Im Laufe der sehr schleppend und wenig erfolgreich verlaufenden Ermittlungen wird eine undichte Stelle in der Abteilung immer wahrscheinlicher, was auch die Arbeit mit Tennisons Kollegen belastet. Trotzdem gibt es anders als in früheren Folgen in Tennisons Abteilung diesmal keinen Vorgesetzten oder leitenden Mitarbeiter, der sich ihr wirklich offen in den Weg stellt, ihr Ruf ist ihr hier wohl auch vorausgeeilt.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität liegt wieder auf einem ähnlichen Niveau, wie bei der vierten Staffel. Das bedeutet die Schärfe könnte wiedermal besser sein, es liegt ein stärkeres Bildrauschen vor, die Farben sind wieder sehr blass geraten und der Kontrast ist ebenfalls nicht immer optimal. Die beiden Tonspuren überzeugen hingegen wieder mit guter Verständlichkeit ohne Rauschen. Die englische Tonspur wirkt aber immer noch lebendiger und natürlicher.
Es gibt erneut, wie bei dieser Serie leider üblich, keinerlei Extras.
Fazit:
"Tödliche Verstrickung" ist wieder eine deutliche Steigerung gegenüber der 4. Staffel, was vor allem auch an der Rückkehr zum bewährten "Langformat" liegt, allerdings entsteht der Eindruck, dass ein großer Teil der Storyelemente bereits zumindest einmal in anderen Folgen der Serie vorgekommen ist. Auch Tennisons Gegenspieler "Street" wirkt für diese eher realistische Reihe doch ein wenig überzogen und eher hollywoodreif. Insgesamt wird bei "Tödliche Verstrickung" aber wieder gute Krimiunterhaltung mit einer starken Hauptdarstellerin geboten, mit den wie gewohnt fehlenden Extras und der nicht gerade überragenden Bildqualität muß man aber weiterhin leben.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,33:1
|
201:04 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
|
Untertitel:
|
|
Keine Untertitel vorhanden. |
|
Bonusmaterial:
|
|
|
|  |
Heisser Verdacht - Tödliche Verstrickung
Prime Suspect 5: Errors of Judgement
Gegenüber der 4. Staffel liegt wieder eine deutliche Steigerung vor, vieles wirkt aber ein wenig innovationslos
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1996 Regie: Philip Davis Drehbuch: Guy Andrews Darsteller: Helen Mirren, John McArdle, Julia Lane, David O`Hara, John Brobbey, Steven Mackintosh
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 30.11.2007
|