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DVD-Besprechung - Crash Test Dummies
Story:
Ein junges rumänische Paar, bestehend aus Ana (Maria Popistasu) und Nicolae (Bogdan Dumitrache), reist nach Wien, um ein gestohlenes Auto zu überführen. Ihr Kontaktmann Arpad (Stipe Erceg) vertröstet sie jedoch um eine Woche, da das Auto noch nicht bereit ist. Den beiden geht jedoch schnell das Geld aus und sie sind in Wien gestrandet. Zwischen den beiden kommt es zu einem größeren Streit und die beiden trennen sich zunächst. Nicolae treibt es in die Hände der blonden Dana (Viviane Bartsch), während Ana mit dem übernatürlich gutmütigen Jan (Simon Schwarz) anbandelt.
Meinung zum Film:
"Crash Test Dummies" ist der zweite Langfilm von Drehbuchautor und Regisseur Jörg Kalt nach dem Liebesdrama "Richtung Zukunft durch die Nacht", der beim Max Ophüls Festival 2002 mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde. "Crash Test Dummies" wurde u.a. durch Mittel des Österreichischen Filminstituts, des Filmfonds Wien und der Filmstiftung NRW gefördert. Auf der Berlinale 2005 lief der Film im Bereich "Internationales Forum des Jungen Films" als Eröffnungsbeitrag. Beim Filmfestival Cinessonne in Paris gewann der Film den Preis der Jury. Der in Wien lebende, gebürtige Franzose Jörg Kalt nahm sich am 1. Juli 2007 im Alter von 40 Jahren das Leben.
"Crash Test Dummies" lässt sich am ehesten als episodenhafte Tragikomödie beschreiben. Die Handlung des Films ist wahrlich nicht vielmehr als ein ungefährer Rahmen für eine Gruppe von Charakteren, die durch ihre gegenseitigen Anziehungs- und Abstoßungskräfte in die eine oder andere Richtung getrieben werden. Präsentiert wird das ganze in Form einer Verkettung zufälliger Begegnungen, die aber leider völlig konstruiert und unglaubwürdig wirken. Die Charaktere sind so angelegt, dass sie eine gewisse Schrägheit, aber auch Tragik in sich bergen. Jan ist beispielsweise einfach zu gutmütig und zu "weich" für seinen Job als Ladendetektiv, Martha ist tablettensüchtig und ein menschlicher Crash Test Dummie und läuft daher meistens völlig neben der Spur. Das führt dann auch zu der ein oder anderen Slapstickeinlage, während die Charaktere leider nicht weiter ausgebaut werden und somit nicht sonderlich tiefschichtig wirken. Der Film zeichnet sich weiterhin durch eine ziemliche Dialogarmut aus, während die Story die Charaktere oft sich selbst überlässt, was dazu führt, dass diese eher ziellos umhertreiben.
Während der Film für wirkliche Tragik einfach noch zu rund und oberflächlich verläuft, ist der Witz des Films äußerst bescheiden ausgefallen. Jans Vorgesetzter verschachert Überwachungsvideos von Paaren aus dem Parkhaus, Nicolae beschimpft auf rumänisch ein paar Wachleute, die ihn entfernen wollen, und wird mit einer gebrochenen Nase belohnt, da ihn diese leider verstehen können. Das sind noch die gelungensten Beispiele, im großen und ganzen bleiben vielleicht 3-4 Szenen, bei denen einem das Lachen nicht im Halse stecken bleibt. Optisch präsentiert der Film die Kulturhauptstadt Wien als einen einzigen, großen und tristen Bahnhof voller dubioser Existenzen. So orientierungslos wie das rumänische Paar umherirrt, so stolpert auch der Zuschauer durch den Film auf der Suche nach dem Sinn und einer gelungenen Symbiose aus Komik und Tragik. Die Leistung der Darsteller ist dabei eher durchschnittlich ausgefallen, allerdings entsteht während des Films auch oft der Eindruck, dass für einen billigen Gag schonmal ein Haartoupet wichtiger ist als die Person, die es trägt.
Digitale Aufarbeitung:
Leider ist das Bild der DVD sehr grobkörnig geraten und das starke Rauschen zieht auch die Schärfe stark in Mitleidenschaft. Richtig in den Keller geht die Bildqualität aber erst bei Nachtaufnahmen, ohne adäquates Equipment hätte man auf solche Szenen lieber verzichten sollen. Beim Ton ergibt sich leider auch kein erfreulicheres Bild. Der Film verfügt nur über eine Tonspur, die aus österreichischen, englischen und rumänischen Passagen besteht, wobei die letzten beiden mit festen deutschen Untertiteln versehen werden. Die Verständlichkeit der Dialoge ist leider alles andere als optimal, häufig werden sie von Umgebungsgeräuschen überlagert und man kann kaum noch etwas verstehen, der österreichische Dialekt kommt in dieser Situation noch erschwerend hinzu. Insgesamt kann die Balance zwischen Dialogen und Geräuschkulisse nicht überzeugen.
Auf der DVD befindet sich neben einem Trailer und zwei Teasern, lediglich ein Making Of (22:34) zum Film. Dieses besteht aus unkommentierten Szene vom Dreh, recycelten Filmszenen, sowie Kommentaren des Regisseurs und einiger Darsteller, ist insgesamt aber weder sonderlich erhellend, noch wirklich interessant ausgefallen.
Fazit:
"Crash Test Dummies" ist eine einzige große Enttäuschung, ein Film mit einer lediglich losen Rahmenhandlung, dessen einzelne Episoden recht unbeholfen miteinander verbunden werden. Bei den Charakteren wird für einen ernsthaften Film zu dick aufgetragen, für eine Komödie ist der Film hingegen zu brav. Die technische Präsentation des Films kann leider auch nicht überzeugen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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93:15 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- 2 Teaser
- Making Of
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Crash Test Dummies
Crash Test Dummies
Der Frontalzusammenstoß mit diesem Film verläuft für den Zuschauer äußerst unerfreulich
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Österreich, 2005 Regie: Jörg Kalt Drehbuch: Jörg Kalt Darsteller: Maria Popistasu, Bogdan Dumitrache, Simon Schwarz, Kathrin Resetarits, Viviane Bartsch, Ursula Strauss
Label :
MFA+
Verkaufsstart : 06.12.2007
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