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Blu-ray-Besprechung - 7eventy 5ive

Story:
Eine Clique von College-Studenten macht sich auf, um in einer abgelegenen Prachtvilla so richtig einen drauf zu machen. Auf dem Höhepunkt der Stimmung zieht Marcus (Brian Hooks) sein Lieblingsspiel ab. 75 Sekunden Telefonstreich, bei dem der oder die andere nicht vorzeitig auflegen darf. Wichtig für so einen Scherz ist natürlich die Rufnummernunterdrückung, doch jemand hat wohl nicht daran gedacht und so meldet sich ein Angerufener bei der Partyclique. Eigentlich wäre das ja nicht schlimm, doch der Typ scheint mächtig sauer zu sein und plötzlich klingelt es an der riesigen Haustür.

Meinung zum Film:
Immer wieder kehren die Filmemacher des Horrorgenres zum allseits beliebten Slasher zurück, in dem nach dem 10-kleine-Negerlein-Prinzip sich die Zahl der meist jungen Protagonisten bzw. Opfer stets um ein bis zwei Nummern in regelmäßigen Zeitabständen reduziert. „Scream“ und dessen Fortsetzungen, und auch die Klassiker „Freitag der 13.“ oder auch „Halloween“ haben Filmgeschichte auf diesem Sektor geschrieben und haben darüber hinaus Kultfiguren geschaffen. Zu Halloween werden die Kostüme von Jason Vorhees, Michael Myers und die bekannte schräge Screammaske herausgeholt und die Leute erschreckt. Wichtig für jeden Film dieser Art ist es scheinbar, dass der Massenmörder über ein nettes Outfit verfügt, das einen kultigen Wiedererkennungswert hat. Im Fall des vorliegenden „7eventy 5ive“ trägt er dunkle Klamotten und einen Anorak mit Webfell an der Kapuze.  

Die Story wirft zwar so manche Frage auf, doch der typische, aber spannende Aufbau des Geschehens holt da so manche Kohle aus dem Feuer. 75 Sekunden sind es, die den Plot ins Rennen bringen und das beginnt mit einem heftigen Auftakt, der lediglich als Kinderstreich gedacht war. 75 Sekunden muss man bei einem Telefonstreich sein Gegenüber am Hörer halten. Und es gibt weitere Regeln, wie z.B. der Angerufene darf nicht lachen, nicht auflegen und er muss überzeugt werden, dass alles absolut echt ist. Inhaltlich darf alles probiert werden, von der Morddrohung bis zum lasziven Telefonsex. Dass sich die Clique von jungen Erwachsenen in eine fern abgelegene Villa zu Party und Sex begibt ist natürlich klar, denn irgendwie muss der Killer schließlich sein Unwesen abseits von der öffentlichen Ordnung und deren Vertretern treiben. Die Auflösung des Treibens kann sich der Zuschauer ab einem bestimmten bereits erahnen, obwohl Regisseur und Hauptdarsteller Brian Hooks („Austin Powers 2“) in seinem Erstlingswerk alles versucht, um dieses zu verhindern.

Den Leinwandhaudegen Rutger Hauer („Sin City“) hat es in diese Produktion verschlagen, doch es waren deutlich weniger seine schauspielerischen Qualitäten, wegen derer er ins Boot geholt wurde, als sein bekannter Name, der dem Film zu mehr Ansehen verhelfen soll. Seine Rolle als ermittelnder Kriminalbeamter Detective Criton ist winzig und seine polizeilichen Ermittlungen dienen mehr als Informationsquelle für den Zuschauer, damit dieser mehr Durchblick erhält. Die blutigen Szenen sind erstklassig in Szenen gesetzt worden und bieten alles, was der Genreliebhaber erwarten kann und darf. Überraschende Effekte und Morde die sich ankündigen, geben sich ein blutiges Stelldichein. Aber der Film hat noch etwas ganz anderes zu bieten: Gleichberechtigung. Schwarze und weiße Schauspieler haben eine gleichrangige Rollenbelegung, niemand steht zurück. Und noch etwas macht den Streifen genießbar, denn bei allem tödlichen Ernst verfügt der Film noch über einen unterschwelligen Humor. Typische Slasherphrasen werden liebend gern verwendet und augenzwinkernd dem Publikum untergeschoben.  

Digitale Aufarbeitung:
Bereits das Bild der DVD machte einen guten Eindruck und vergleichbar stellt sich auch die Blu-ray dar. Die Konturen sind gut gezeichnet und Details werden klar, wenn auch nicht übermäßig ausgeprägt dargestellt. Kontrast und Helligkeit sind vor allem in den dunklen Szenen gut abgestimmt, wodurch nie der Eindruck entsteht, dass Bildinformationen verschluckt werden. Einziges kleines Manko sind die Farben, die sehr gesetzt wirken und denen es ein wenig an Strahlkraft fehlt. Der deutsche Ton liegt in DTS-HD Master Audio 5.1 vor und ist durchweg gut zu verstehen. Im hinteren Bereich gibt es vereinzelt auch Effekte zu vernehmen, die meiste Zeit über spielt sich das Geschehen aber auf den Frontlautsprechern ab.  

Neben der bereits auf DVD vorhandenen Bildergalerie gibt es auf der Blu-ray zusätzlich noch den Trailer zum Film und ein Making Of. In diesem wird rund 20 Minuten eine Mischung aus Statements und Aufnahmen vom Dreh geboten, die einen netten Einblick in die Entstehung bieten. Allerdings liegt dieser Beitrag nur in englischer Sprache ohne Untertitel vor. (MT)

Fazit:
Mit „7eventy 5ive“ machen Slasherfreunde einen guten Griff. Der Film bietet sicherlich keine bahnbrechenden Neuigkeiten, doch er ist gut inszeniert und kann als gelungen angesehen werden. Erfreulich ist zudem, dass der Film in Kinoqualität umgesetzt wurde und nicht eine von den vielen Produktionen ist, in denen in letztere Zeit Jungfilmer ihre wackeligen Debüts auf die Scheiben bannten.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
98:43 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Bildergalerie
  • Trailer
7eventy 5ive - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
7eventy 5ive
7eventy 5ive

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Der Slasher-Film lebt


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Brian Hooks, Deon Taylor
Drehbuch:
Brian Hooks, Deon Taylor, Vashon Nutt
Darsteller:
Rutger Hauer, Brian Hooks, Aimee Garcia, Antwon Tanner, Austin Basis

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
20.01.2011