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DVD-Besprechung - Goodbye Bafana
Story:
Der Gefängniswärter James Gregory (Joseph Fiennes) wird im Jahr 1968 auf die Gefängnisinsel Robben Island vor der Atlantikküste Südafrikas abkommandiert. Er wird dort zum Leiter des Zensurbüros ernannt und ist vor allem für die Überwachung der Besuche und des Briefverkehrs der politischen Häftlinge verantwortlich. Insbesondere ist er dabei für Nelson Mandela (Dennis Haysbert), dem bedeutendsten Kämpfer gegen die Apartheid in Südafrika, verantwortlich. Aufgrund seiner Arbeit bekommt Gregory jedoch Gewissensbisse und Mandela übt zudem einen stark mäßigenden Einfluss auf ihn aus. Es entwickelt sich eine Beziehung, die von gegenseitigem Respekt geprägt ist.
Meinung zum Film:
"Goodbye Bafana" ist eine internationale Co-Produktion, die finanziell vor allem durch deutsche Investoren abgesichert wurde. Der Film beruht dabei auf den Memoiren des realen James Gregory, die von Greg Latter, der für Geschmacksverirrungen auf dem B-Sektor, wie "American Fighter 5" und "Delta Force 3", mitverantwortlich war, zu einem Drehbuch adaptiert, und schließlich unter der Regie des Dänen Bille August ("Fräulein Smillas Gespür für Schnee") verfilmt wurden. Der Wahrheitsgehalt dieser Memoiren ist dabei äußerst fraglich, und wird z.B. von Mandelas langjährigem Freund, Anthony Sampson, in dessen Buch "Mandela: The Authorised Biography" stark angezweifelt. Eine enge Freundschaft zwischen beiden hat es danach nie gegeben, vielmehr überlegte Mandela ernsthaft, Gregory für die kommerzielle Ausnutzung privater Informationen in seinem Buch zu verklagen. Sogar die für das Gefängniswesen zuständige Behörde selbst distanzierte sich von Gregorys Buch. Der Film feierte seine Premiere schließlich auf der Berlinale 2007.
"Goodbye Bafana" ist kein Film über Nelson Mandela, sondern ein Film über und aus der Perspektive von James Gregory. James Gregory starb bereits im Jahr 2003, Auskünfte zu seinen Aufzeichnungen konnte daher nur noch seine Familie geben. Der eh schon äußerst zweifelhafte Inhalt der Memoiren wurde für den Film nochmal, wie Bille August in den Extras offen verlauten lässt, recht frei und möglichst publikumswirksam interpretiert. Dabei herausgekommen ist ein erschreckend unpolitischer Film, der Mandela und die Geschehnisse im Kampf gegen das Apartheidsregime zu Randnotizen verkommen lässt, während er in bester Hollywoodmanier eine äußerst naiv anmutende Botschaft der Aussöhnung zwischen den Völkern und Rassen in den Äther ausstrahlt, die vor allem von heißer Luft ballongleich getragen wird. Obwohl Gregory von kleinauf bezüglich des Überlegenheitsanspruchs der Weißen Rasse konditioniert wurde, wird er hier von Beginn an als Sympathiefigur eingeführt, die zwar auf naive Art verblendet dargestellt wird, aber trotzdem als unbedingter Menschenfreund gelten muss.
Das Ergebnis ist ein völlig unglaubwürdiger Wandel vom Handlanger eines Unrechtssystems zum verständnisvollen Diskussionspartner in Rassenfragen. Hier brilliert der Film dann auch mit zahlreichen Unglaubwürdigkeiten am Rande der unfreiwilligen Komik. Gregory beschafft sich problemlos mit einem simplen Trick die Freiheitscharta des ANC, immerhin eines der brisantesten Dokumente dieser Zeit, dreht gemütlich innerhalb des Gefängnisses palavernd und völlig unbeachtet seine Runden mit Mandela, oder schmuggelt für ihn Schokolade. Die Charaktere sind dabei holzschnittartig und eindimensional, während die Handlung völlig ohne Höhepunkte verläuft und die missliche Lage der farbigen Bevölkerung beinahe völlig ausblendet. So passt es dann auch ins Bild, das größere Grausamkeiten und Schikanen gegenüber den farbigen Ureinwohnern ausgeblendet werden und stattdessen vielmehr Gregorys Frau Raum dafür zugestanden wird, sich darüber zu echauffieren, wie schlecht doch weiße Gefängnisaufseher in Südafrika bezahlt würden.
Digitale Aufarbeitung:
Die DVD kann mit einer guten Schärfe, einem ausgewogenen Kontrast und kräftigen Farben voll überzeugen. Beide Tonspuren bieten gute Verständlichkeit und eine ausgewogene Abmischung, sind jedoch sehr frontlastig ausgefallen.
Das "Making Of" (25:41) ist leider ziemlich oberflächlich ausgefallen und bietet neben unkommentierten Szenen vom Dreh sowie Filmausschnitten, vor allem Kommentare des Regisseurs und der drei Hauptdarsteller. Im Bereich "Interviews" hat der Regisseur Bille August (29:49) ausführlich Gelegenheit, sich zum Film zu äußern, ergeht sich aber viel zu stark in Inhaltsangaben zum Film sowie eher platten Aussagen. Joseph Fiennes (6:09), Dennis Haysbert (5:32) und Diane Kruger (4:37) wird hingegen nur wenig Redezeit zugestanden, in der sie vor allem sehr knapp über ihre Erfahrungen bei den Dreharbeiten, ihre Figuren und die historischen Hintergründe des Films berichten. Weiterhin gibt es noch die übliche Fotogalerie, den Trailer zum Film, sowie Biographien der Hauptdarsteller und des Regisseurs.
Fazit:
"Goodbye Bafana" ist ein peinliches und naives Rührstück fernab jeglicher Realität, das zudem mit einer dramaturgisch unbefriedigenden Handlung aufwartet, die sich am Ende im typischen, emotionalen Traumfabrikkitsch ergeht. Die politischen Rahmenbedingungen bleiben ebenso wie die Person Nelson Mandela reine Staffage, während James Gregory zu einem Quasi-Heiland erhoben wird, der die Apartheid beinahe schon durch seine Aura der Menschenfreundlichkeit beseitigt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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113:49 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Interviews mit Bille August, Joseph Fiennes, Dennis Haysbert und Diane Kruger
- Fotogalerie
- Trailer
- Biographien von Joseph Fiennes, Dennis Haysbert, Diane Kruger und Bille August
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Goodbye Bafana
Goodbye Bafana
Naives Rührstück jenseits der Realität - Prädikat besonders peinlich
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Frankreich / Belgien / Südafrika / Großbritannien / Luxemburg / Italien, 2007 Regie: Bille August Drehbuch: Greg Latter (basierend auf der Buchvorlage von James Gregory und Bob Graham) Darsteller: Joseph Fiennes, Dennis Haysbert, Diane Kruger, Faith Ndukwana, Adrian Galley, Shiloh Henderson
Label :
X Edition
Verkaufsstart : 19.10.2007
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