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DVD-Besprechung - Das Ende der Götter

Story:
Im Jahr 33 vor Christus beordert der römische Kaiser Tiberius (Max von Sydow) den Offizier Titus Valerius (Daniele Liotti) nach Jerusalem in die Provinz Judäa, um dort den Leichnam des Jesus von Nazareth ausfindig zu machen, da Gerüchte dessen angebliche Auferstehung von den Toten verkünden. Vor Ort ist man ihm jedoch wenig wohlgesonnen und trachtet ihm nach dem Leben, u.a. ist er auch dem Präfekten Pontius Pilatus (Hristo Shopov) ein Dorn im Auge. Die Suche nach dem Leichnam gestaltet sich zudem extrem schwierig und als Valerius auch noch Tabitha (Mónica Cruz ), einer Anhängerin Jesu, verfällt, scheint die Mission mehr als gefährdet zu sein.

Meinung zum Film:
"Das Ende der Götter" ist eine spanisch-italienische Co-Produktion, bei der die italienische "Radiotelevisione Italia" (RAI) federführend war, an der aber auch die US-Produktionsgesellschaft Nu Image beteiligt war. Diese dürfte den meisten wohl vor allem durch B-Movie-Kracher wie "Cold Harvest" mit Gary Daniels oder schwächlichen Tierhorrorfilmen wie "Spiders 2" ein Begriff sein. Zudem flossen in den Film auch Gelder des "EURIMAGES", eines gemeinnützigen europäischen Filmförderungsfonds. Der Film ist ein Remake von Damiano Damianis "Die Untersuchung" aus dem Jahr 1986, bei dem u.a. Keith Carradine und Harvey Keitel mitwirkten. Die Besetzung des Remakes weist einige bekannte Namen auf, so dürfte das Mitwirken von Dolph Lundgren ("Masters of the Universe") als germanischem Stammeskrieger wohl vor allem der Mitarbeit von Nu Image geschuldet sein, es wirken aber auch noch bekannte Charakterdarsteller wie Max von Sydow ("Die 3 Tage des Condor"), F. Murray Abraham ("Der Name der Rose") oder auch Ornella Muti ("Bukowski - Ganz normal verrückt") mit. Die ebenfalls auf der Besetzungsliste auftauchenden Ben Kingsley ("House of Sand and Fog") oder Franco Nero ("Django") sind hingegen nirgends auszumachen, das liegt aber wohl daran, dass es sich bei der vorliegenden Fassung lediglich um die Kinofassung des Films, und nicht um die 78 Minuten längere TV-Fassung, handelt. Die männliche Hauptrolle spielt jedoch der eher unbekannte Daniele Liotti ("Doktor Schiwago" (2002)), während die jüngere Schwester von Penélope Cruz ("Noel"), Mónica Cruz ("Dance - Der Traum vom Ruhm"), die weibliche Hauptrolle übernahm.

"Das Ende der Götter" ist ein gutes Beispiel dafür, dass zuviele Köche den Brei verderben. Der Film lässt sich nämlich schwerlich in einem Genre einordnen. Die Krimikomponente des Films, die Suche nach dem Leichnam, wird mit einer gehörigen Portion Mystik versehen, tritt aber größtenteils auf der Stelle. Für einen typischen Bibelfilm verläuft die christliche Lehre viel zu sehr im Hintergrund, von Jesus' Wundern ist fast nichts zu sehen, ebenso hat seine Person kaum körperliche Präsenz im Film und es geht auch nicht um seine Biographie. Die religiöse Werbebotschaft wird dann auch erst am Ende des Films abgespult. Für einen historischen Film wirkt die Verwendung der zeitgenössischen Personen, wie z.B. des Kaisers Tiberius, dann doch etwas frei, für einen Monumentalfilm fehlen aber schlichtweg die Massenszenen, bzw. das ganz große Budget.

Dolph Lundgren wurde hier scheinbar auch mit Bedacht eingebaut, denn es gibt diverse Scharmützel, bei denen Lundgren sein Kriegsbeil schwingen darf. Übertrieben martialisch geht es hier zwar nicht zur Sache, aber ein gewisser Verlust an rotem Lebenssaft ist hier durchaus zu verzeichnen und verhinderte wohl auch eine niedrigere Altersfreigabe. Insgesamt agieren die Schauspieler allesamt zufriedenstellend, z.B. Max von Sydow sieht man aber eher selten, und F. Murray Abraham neigt hier teilweise doch zu stärkerem Overacting. Die Ausstattung des Films ist ordentlich, trotzdem sollte man hier aufgrund des TV-Hintergrunds kein zweites "Troja" erwarten. Highlight des Films ist dann auch eher die musikalische Untermalung durch Andrea Morricone, dem Sohn von Ennio Morricone, der hier eine eindrucksvolle und orchestrale Kombination aus sakralen und orientalischen Klängen zur Entfaltung bringt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der DVD überzeugt mit guter Schärfe, sehr kräftigen Farben und einem ausgewogenen Kontrast, das minimale Bildrauschen ist kaum wahrnehmbar. Beide Tonspuren überzeugen mit guter Verständlichkeit, außer dem orchestralen Soundtrack wird aber ansonsten wenig Spektakuläres geboten.

Die Extras sind leider äußerst spärlich ausgefallen. Neben dem Originaltrailer, wahlweise in deutscher oder englischer Sprache, findet sich lediglich noch eine Bildergalerie und ein kurzes Making Of (11:32). Dieses Making Of ist in italienischer Sprache mit deutschem Voice-over gehalten und bietet lediglich diverse recycelte Filmszenen, ein paar unkommentierte Szenen vom Dreh, sowie Kurzkommentare des Regisseurs und einiger Darsteller. Das ganze ist allerdings weniger ein richtiges Making Of, als vielmehr eine Art Werbefeature. Somit bietet es lediglich eine oberflächliche Nacherzählung des Storygrundgerüsts, sowie eine kurze Einordnung der durch die jeweiligen Schauspieler verkörperten Charaktere.

Fazit:
"Das Ende der Götter" ist, was Darsteller und der Ausstattung angeht, eine solide, europäische TV-Co-Produktion mit ein wenig Action und der unvermeidlichen Love-Story. Die großen Probleme des Films sind aber die ausbleibende Festlegung auf ein Genre, die vorhersehbare Handlung, ein Schuss zuviel Theatralik, und die etwas gerafft wirkende Erzählweise, die wohl den Kürzungen geschuldet ist.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
107:32 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Originaltrailer (Deutsch/Englisch)
  • Making Of
  • Bildergalerie
Das Ende der Götter - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Das Ende der Götter
L'Inchiesta

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Handwerklich solide TV-Produktion, die genretechnisch aber leider weder Fisch noch Fleisch ist


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Bulgarien / Italien / Spanien / USA, 2006
Regie:
Giulio Base
Drehbuch:
Suso Cecchi d'Amico, Ennio Flaiano, Valerio Manfredi, Andrea Porporati
Darsteller:
Daniele Liotti, Dolph Lundgren, Mónica Cruz, Max von Sydow, F. Murray Abraham, Ornella Muti

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
28.02.2008