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DVD-Besprechung - Love & Dance
Story:
Da sein Vater kein Interesse daran hat, seine Mutter zum wöchentlichen Tanz im Gemeindezentrum zu begleiten, führt der 13-jährige Chen (Vladimir Volov) sie dorthin aus. Hier lernt er die gleichaltrige Natalie (Valeria Voevodin) kennen, die vor einem Spiegel Tanzübungen macht. Chen verliebt sich in das Mädchen und entschließt sich, selbst mit dem Tanzen zu beginnen, um in Natalies Nähe sein zu können. Um seinen Vater nicht zu enttäuschen, sagt er ihm allerdings weiterhin, dass er zu seinem für den Tanz beendeten Kampfsport-Kurs geht.
Meinung zum Film:
Der im deutschsprachigen Raum weitestgehend unbekannte Regisseur und Drehbuchautor Eitan Anner verarbeitet in „Love & Dance“ verschiedene Krisenherde im Leben eines jungen Menschen. Während Streit in der Familie und Irritationen um die erste Liebe auch hier weitestgehend bekannt sein dürften, sind die Anfeindungen zwischen russischen Emigranten in vereinzelten Gebieten Israels und den Einheimischen für viele sicherlich nur wenig bis gar nicht bekannt. Die Konflikte zwischen den beiden Kulturgruppen kommen immer wieder auch durch Personen am Rande zum Ausdruck. In etwa wenn ein Tanzwettbewerb, der im Freien stattfindet und bei dem zu einem großen Teil Russen teilnehmen, durch Umherstehende mit den Worten „Haut doch ab! Euch braucht keiner hier.“ immer wieder gestört wird.
Doch der Konflikt beginnt schon zu Hause bei Chen. Seine Mutter ist eine stolze Russin, die den Tanz und die schönen Dinge im Leben liebt, während sein Vater ein bodenständiger Fotograf ist, der den Sinn im Leben darin sieht, Geld zu verdienen und seinen Sohn zu einem anständigen Kerl zu erziehen. Was Anfangs zumindest noch funktioniert, bricht im weiteren Verlauf immer weiter zusammen. Nachdem seine Mutter ihren Job verliert , beginnt sie zu trinken und verliert immer mehr ihr Selbstwertgefühl. Sein Vater ist zu beschäftigt mit seinen Fotoarbeiten, als dass er sich wirklich darum kümmern könnte. Er scheint es aber ohnehin überhaupt nicht zu wollen. Während seine Eltern sich immer weiter voneinander entfernen, lernt Chen Natalie kennen und versucht ihr näher zu kommen. Doch es wird schon ziemlich schnell klar, dass er nur der Vorstellung eines Mädchens nachjagt, da das Verhalten der realen Natalie nicht zu dem passt, was er mag. In seinem Verträumtheit übersieht er seine Tanzpartnerin Sharon, die im Grunde viel mehr von dem verkörpert, was er mag, wodurch er diese zusätzlich auch immer wieder verletzt.
Aber wie soll er es auch besser wissen. In seinem Umfeld verhalten sich viele Erwachsene auch nicht anders und jagen nur einem Traum hinterher anstatt sich der Realität zu stellen.
Der Tanz an sich ist im Gegensatz zu Filmen wie „Dance!“ oder „Mad Hot Ballroom“ nur eine Nebenfigur in der Geschichte. Er ist nur ein Mittel, über das Chen einen Teil der Welt des Erwachsenwerdens erfährt, spielt aber eine klar untergeordnete Rolle. Viele Konflikte erfährt der Junge im Umgang zwischen Russen und Israelis, in den Streits die seine Eltern austragen und den Unstimmigkeiten zwischen seiner Tanzlehrerin und ihrem Mann. Er macht aber auch reichlich eigene Erfahrungen beim Versuch, das Herz von Natalie zu gewinnen. Er muss mit Ablehnung kämpfen, mit einem Nebenbuhler und den Selbstzweifeln, die aber weniger bei ihm zu finden sind, als vielmehr bei den Menschen um ihn herum. Die rührseligen Momente des Films konzentrieren sich zum größten Teil auf das letzte Drittel. Bis dahin sind es lediglich meist Szenen zwischen Chen und Sharon, die für ein wenig Herzenswärme sorgen. Das gute Gefühl beim Zuschauer beginnt im Fortlauf der Geschichte in gleicher Weise zu wachsen, wie Chen ein immer besseres Gefühl in der Wahrnehmung und im Umgang mit seiner Umwelt erhält. Der Zuschauer erfährt dieses Stück Erwachsenwerden mit einem immer weiter ansteigenden guten Gefühl, das am Ende zwar ein wenig in Kitsch getränkt wird, aber keinesfalls darin zu ertrinken droht.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen durchschnittliche guten Eindruck und kommt ohne nennenswerte Höhen oder Tiefen daher. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar zu verstehen, spielt sich aber meist in der Front ab.
Als Extra gibt es ein rund 20-minütiges Making Of, das eine Mischung aus Bildern vom Dreh und Statements einzelner Künstler zur Arbeit am Film und den Inhalt beinhaltet. Ansonsten findet sich noch der Trailer zum Film.
Fazit:
„Love & Dance“ ist ein Film über die Irritationen eines 13-jährigen, der sich zum ersten Mal mit der Liebe zum anderen Geschlecht auseinandersetzen muss, während sich die Paare um ihn herum kaum als Vorbilder eignen. Getanzt wird dabei zwar auch, aber nur am Rande. Verpackt in schönen Aufnahmen und erst zum Ende hin ein wenig kitschig bietet der Film dabei gute Unterhaltung für Freunde des Genres.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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93:04 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Hebräisch / Russisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Love & Dance
Sipur Hatzi-Russi
Jeder hat mal klein angefangen - manch einer muss es noch
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Israel, 2006 Regie: Eitan Anner Drehbuch: Eitan Anner Darsteller: Vladimir Volov, Valeria Voevodin, Jenya Dodina, Avi Kushnir, Oksana Korostyshevskaya, Kirill Safonov, Talya Raz, David Kogen, Liron Alzrkiy, Daniel Fridman
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 17.01.2008
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