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Kino-Besprechung - I Am Legend
Story:
Tagsüber durchforstet er die
verwahrlosten Straßen New Yorks nach Nahrung oder schwingt an Deck
eines Flugzeugträgers den Golfschläger, seine Schäferhündin Sam als
einzige Gesellschaft. Sobald die Sonne untergeht, flüchtet er sich in
sein befestigtes Heim, um dort die Stunden bis zur Morgendämmerung heil
zu überstehen. Robert Neville (Will Smith) ist der wahrscheinlich
letzte Mensch auf Erden, seitdem ein zu Heilzwecken geschaffener Virus
außer Kontrolle geriet und den weitaus größten Teil der Welt
schlagartig entvölkerte. Die wenigen Überlebenden mutierten zu
lichtscheuen, kannibalistischen Ungeheuern, die fortan die Nacht
beherrschen. Doch immer noch sucht Neville, einst ein angesehener
Virologe, wie ein Besessener nach dem Gegenmittel, welches er in seinem
Blut vermutet.
Meinung zum Film:
Nach "The Last Man on
Earth" und "Der Omega-Mann" aus den 60er-, respektive 70er-Jahren wagt
sich Hollywood mit "I Am Legend" abermals an eine Adaption des
gleichnamigen, populären Science Fiction-Romans von Autor Richard
Matheson. Will Smith ("I, Robot", "Das Streben nach Glück") stellt sich
der Herausforderung einer Hauptrolle, die ihn als einzigen
(menschlichen) Darsteller und damit zwangsläufig als alleinige
Identifikationsfigur für das Publikum präsentiert. Eine Hand voll
beklemmend inszenierter Rückblenden erläutern den Verlauf der
Virus-Pandemie und das tragische Schicksal von Nevilles Familie. Davon
abgesehen bestreitet Smith den Film im Quasi-Alleingang und gibt sich
dabei in Höchstform. Und ohne zu viel ausplaudern zu wollen: Auch bei
der Besetzung der übrigen Rollen zeigten die Produzenten ein
glückliches Händchen, mit Alice Braga etwa, die dem einen oder anderen
aus "City of God" bekannt sein dürfte.
Zu Beginn konzentriert
sich die Handlung allein auf die tragische Figur des Robert Neville und
erforscht auf spannende Art und Weise die verschiedenen Aspekte seiner
extremen Isolation. Mit einem streng geregelten, fast schon zwanghaften
Tagesablauf, bestehend aus einem rigorosen Fitnesstraining und
medizinischen Experimenten, rettet sich Neville durch seinen trostlosen
Alltag einige Jahre nach der Viren-Katastrophe. Schäferhündin Samantha
ist zur einzigen Ablenkung und Freude für den von Selbstvorwürfen
geplagten Mann geworden. Geschickt platzierte und maßvoll eingesetzte
Scherze lockern das Geschehen zwischendurch ein wenig auf. Das Resultat
daraus ist ein enorm kurzweiliges und ergreifendes Charakterportrait
während der ersten beiden Drittel und zählt, zusammen mit den opulent
in Szene gesetzten Panoramen eines verlassenen und verwilderten New
Yorks, zu den klaren Stärken des Films.
Während des letzten
Drittels rückt Nevilles Kampf gegen die Horden menschenfressender
Mutanten in den Mittelpunkt. Bedauerlicherweise ein Bärendienst am
Publikum, denn die unter massivem CGI-Einsatz realisierten Monster sind
ganz genau so lange gruselig, wie sie nicht zu sehen sind! Dass
glaubwürdige künstliche Charaktere kein Ding der Unmöglichkeit sind,
hat "Herr der Ringe" vor Jahren schon eindrucksvoll bewiesen. Umso
erstaunlicher mutet der Stilbruch durch die so offensichtlich unechten
Zombie-Verschnitte in einer derart aufwendigen Produktion wie "I Am
Legend" an. Spätestens hier scheint auch der Vergleich zu anderen
Genrevertretern angebracht, speziell "28 Days Later", der die ganze
Virus/Mutanten-Thematik weitaus spannender und effektvoller zu
inszenieren wußte. Das eigentlich sehr abrupte Ende des Films kommt da fast schon
einer Erlösung gleich.
Fazit:
Computer-generierte Ungeheuer, die sich auf ihrem Weg zum nächsten
B-Movie offensichtlich aufs falsche Set verirrt haben, und der
halbherzige Showdown werden dem großartigen Auftakt und Mittelteil
dieses Filmes nicht gerecht. Schade drum. Dennoch begeistert "I Am
Legend" über weite Teile als unerwartet tiefgründige, emotionale und
tragisch-komische Charakterstudie mit einem exzellenten Will Smith.
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I Am Legend
I Am Legend
Als Endzeitthriller bestenfalls zweitklassig, als hervorragend besetzte Charakterstudie dafür umso packender.
Autor der Besprechung:
Marcus Greger
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: Francis Lawrence Drehbuch: Mark Protosevich, Akiva Goldsman Darsteller: Will Smith, Alice Braga, Charlie Tahan, Salli Richardson, Willow Smith
Verleiher:
Warner Bros.
Kinostart : 10.01.2008
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