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DVD-Besprechung - Battle of Kingdoms
Story:
China ist im Jahr 370 v. Chr. in sieben verfeindete Nationen aufgeteilt, was äußerst kriegerische und instabile Verhältnisse innerhalb des Landes bedeutet. Die Nation Zhao beschließt schließlich einen Angriff auf das benachbarte Königreich Yan, doch dafür muß zunächst die unabhängige, strategisch wichtige Stadt Liang eingenommen werden. Deren Herrscher bittet jedoch die Krieger der Mozi um Hilfe, deren Abgesandter Ge Li (Andy Lau) auch noch rechtzeitig in der Stadt eintrifft, um die Organisation der Verteidigung zu übernehmen. Zahlenmäßig sind ihnen die Krieger der Zhao jedoch haushoch überlegen und innerhalb der Stadtmauern herrschen Verrat und Intrigen.
Meinung zum Film:
"Battle of Kingdoms - Festung der Helden" ist der dämliche deutsche Titel für die Verfilmung der japanischen Mangavorlage "Bokko, Battle of Wits" von Ken'ichi Sakemi. Hier kämpfen nämlich weder Königreiche miteinander, noch geht es hier um heldenhafte, übermenschliche Krieger. "Battle of Wits" bedeutet vielmehr einen geistigen Wettstreit, in diesem Falle zwischen den Verteidigern und den Angreifern. Bei diesem Film handelt es sich um eine asiatische Co-Produktion unter Beteiligung von China, Hongkong, Japan und Südkorea mit einem recht stattlichen Budget von rund 16 Millionen US-Dollar. Regie führte Jacob Cheung Chi-Leung ("The Kid") aus Hongkong, der auch das Drehbuch schrieb, und bisher vor allem durch Dramen auf sich aufmerksam machte, in westlichen Gefilden allerdings weitgehend unbekannt sein dürfte. Größter Star vor der Kamera ist Hauptdarsteller Andy Lau ("House of Flying Daggers") aus Hongkong, aber auch der Südkoreaner Ahn Sung-kee ("Arahan") oder Fan Bing-bing ("A Chinese Tall Story") aus China sind keine Unbekannten.
"Battle of Kingdoms" ist ein völlig unüblicher Eintrag in der langen Reihe asiatischer Historienfilme. Es gibt hier keinerlei Fantasyelemente, die Krieger sind keine Übermenschen, die durch die Lüfte fliegen, Schwertkämpfe und Martial-Arts spielen hier quasi keine Rolle, außerdem kommt der Film erstaunlich blutleer daher und bietet zudem Ansätze eines Antikriegsfilms, wodurch das in diesem Genre oftmals dominierende, heroische Element stärker in den Hintergrund rückt. Ge Li ist ein Vertreter des Mohismus, ein Moji, einer Gruppierung, die unter der Betonung der Uneigennützigkeit als höchstes Gut aus der Gilde der Krieger (wushi) hervorgegangen ist. Sie predigten die allumfassende Liebe, verneinten Angriffskriege und galten als Verteidigungsexperten, die bedrängten Kriegsparteien zu Hilfe kamen. Andy Lau gibt hier eine solide Vorstellung, seinem Charakter hätte man aber mehr Ecken und Kanten gewünscht, und die Tatsache, dass diese Aktion sein erster Auftrag sein soll, nimmt man ihm angesichts seiner Routine und Selbstsicherheit niemals ab.
Der Film macht den Fehler, die Handlung schlichtweg mit zuvielen unterschiedlichen Elementen zu überladen, für die nicht mal die Spielzeit von knapp über zwei Stunden ausreichend ist. Da ist zunächst der interessante Ansatz des Wettstreits der Strategien von Belagerern und Belagerten, die zu einigen recht interessanten, aber niemals wirklich spektakulären Scharmützeln führt, sowie der philosopische Ansatz der Friedenssicherung durch Verteidigung, der jedoch die Greuel des Krieges auch nicht überdecken kann. Hinzu kommen aber auch noch diverse Nebenhandlungsstränge, die die Hauptstory verwässern, Ansätze zu einer Kritik am Ständesystem, Intrigen und Verrat, sowie leider nur sehr oberflächliche Versuche, auch das Leiden der Zivilbevölkerung, bzw. der Unterschicht, ins Bild zu setzen. Das Endergebnis ist eine äußerst zähe Angelegenheit mit wenigen Höhepunkten, die handwerklich weitestgehend solide inszeniert ist. Ein Ausreißer nach unten sind hier jedoch einige unsägliche CGI-Effekte. Überhaupt stimmt zwar die grundsätzliche Inszenierung, am Feinschliff hapert es aber gewaltig. Besonders die Dramaturgie des Drehbuchs lässt stark zu wünschen übrig, während der Film auf der emotionalen Ebene, bis auf wenige übertrieben melodramatische Momente, doch sehr unterkühlt daherkommt.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität kann für einen nicht mal zwei Jahre alten Film wahrlich nicht begeistern, matte Farben, körniges Bild und eine nur durchschnittliche Schärfe lassen keine wirkliche Freude aufkommen. Die Tonspuren sind zu jeder Zeit gut verständlich. Sonderlich monumental ist die Musikuntermalung aber nicht ausgefallen, hier wäre deutlich mehr Bass wünschenswert gewesen.
Auf der vorliegenden DVD gibt es keinerlei Extras. Die Limited Gold Edition des Films soll jedoch u.a. ein Making Of, ein Behind the Scenes, sowie Interviews mit den Hauptdarstellern enthalten.
Fazit:
"Battle of Kingdoms" beinhaltet auf der Erzählebene einige Mängel, weshalb sich die Story recht zäh gestaltet. Der Film will zuviele einzelne Storyelemente integrieren, von denen jedoch kein einziges erschöpfend behandelt wird, die aber den eigentlichen Plot seiner Dramatik berauben. Technisch kann die DVD nicht voll überzeugen und bietet in dieser Fassung zudem keinerlei Extras.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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127:12 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Kantonesisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Battle of Kingdoms - Festung der Helden
Mo Gong
Historischer Belagerungsfilm mit Antikriegshaltung, der jedoch dramaturgisch zahlreiche Mängel aufweist
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
China / Hongkong / Japan / Südkorea, 2006 Regie: Jacob Cheung Chi-Leung Drehbuch: Jacob Cheung Chi-Leung (basierend auf einem Manga von Ken'ichi Sakemi) Darsteller: Andy Lau, Ahn Sung-kee, Chin Siu-hou, Choi Si-won, Wang Zhiwen, Fan Bing-bing
Label :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart : 04.01.2008
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