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DVD-Besprechung - Eiskalt - Arrivederci amore, ciao
Story:
Der ehemalige Söldner Giorgio Pellegrini (Alessio Boni) ist gerade frisch auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen worden. Seine Freiheit erkaufte er sich durch das Verpfeifen ehemaliger Kameraden an den korrupten Kommissario Ferruccio Anedda (Michele Placido). Doch der angestrebte ehrliche Weg endet schon sehr bald, als für einen alten Freund einen Stripklub zu leiten beginnt. Auch Kommissario Anedda lässt keine Zweifel daran aufkommen, dass er Pellegrini für seine krummen Geschäfte fest eingeplant hat.
Meinung zum Film:
Michele Soavi („Aquarius“) blickt auf einen langen Weg im Filmgeschäft zurück. Seine ersten Schritte in der Branche unternahm er als Schauspieler in kleinen Rollen. Er ist unter anderem in der legendären Brechszene in Lucio Fulcis „Ein Zombie hing am Glockenseil“ als Begleiter der Protagonistin zu sehen. Auch in Dario Argentos „Tenebre“ und Lamberto Bavas „Dämonen“ hatte er kleinere Auftritte. Das Regiehandwerk hat er anfänglich bei Aristide Massaccesi erlernt, der unter seinem Pseudonym Joe D’Amato („Man-Eater“) vielen einen Begriff ist. Von ihm lernte er vor allem in einem kleinen Team, in einer fast schon familiären Atmosphäre zu arbeiten. Im nächsten Schritt arbeite er als 2. Regisseur an der Seite von Dario Argento bei den Filmen „Tenebre“, „Phenomena“ und „Opera“. Dabei lernte er vor allem die technischen Aspekte der Arbeit als Regisseur und Argento wurde zu seinem großen Mentor. Den letzten Schliff holte sich Soavi als 2. Regisseur von Terry Gilliam bei den Filmen „Die Abenteuer des Baron von Münchhausen“ und „Die Gebrüder Grimm“. Soavis bislang größter Erfolg als Regisseur war sicherlich „Dellamorte Dellamore“, für den er immerhin Rupert Everett („Die Hochzeit meines besten Freundes“) für die Hauptrolle gewinnen konnte. Anschließend zog er sich allerdings trotz einer guten Karrierebasis erst einmal zurück und kehrte erst mit „Eiskalt“ wieder auf die große Leinwand zurück. Der für italienische Verhältnisse mit rund 4,5 Mio. Euro relativ teure Film konnte allerdings an den Kassen nicht das gewünschte Ergebnis erreichen.
Die Geschichte von „Eiskalt“ basiert auf dem Roman „Arrivederci amore, ciao“ von Massimo Carlotto und wurde unter diesem Titel auch in Deutschland veröffentlicht. Der deutsche Verleih entschied sich für einen anderen Namen, der allerdings nur teilweise zum Film passt. Wirklich eiskalt ist Pellegrini nicht, er wird immer wieder von seinen Taten aus der Vergangenheit verfolgt. Um eine Situation zu lösen, setzt er Mittel und Wege ein, die ihn später immer wieder einholen. Ein guter Einsatz für einen klassischen Film Noir, was aber nur zum Teil auf den Film zutrifft. Tragisch ist die Figur des Giorgio Pellegrini allemal, doch ist die tragische Komponente nicht sonderlich ausgeprägt. Generell gibt es um diesen Charaktere aber einige Probleme, was ihre Zeichnung betrifft. Das größte dürfte sein, dass Alessio Boni („Krieg und Frieden“) ziemlich blass bleibt. Sympathien kann er beim Zuschauer nie erreichen, aber auch Mitleid oder Verständnis bleibt ihm verwehrt. Er ist andererseits aber auch nicht der Bösewicht, den man als Anti-Helden hass-lieben könnte. Er bewegt sich die meiste Zeit über in einer neutralen Zone, was zum großen Problem für die Stimmung des Films wird.
Aber auch die Geschichte selbst ist nicht sonderlich spannend gelungen. Es gibt zwar immer wieder einzelne Szenen, die gut funktionieren und überzeugen können, diese werden aber immer wieder durch eher langatmige Szenen abgelöst. Zudem gibt es einige nicht sonderlich überzeugende Erzählstränge, die nicht gerade schlüssig erscheinen. So z.B. die kurze Affäre mit Flora, der Ehefrau eines Mannes, den er erpresst. Optisch versucht Soavi immer wieder für Abwechslung zu sorgen, übertreibt es manchmal aber, was dann zu sehr gezwungen und künstlich wirkenden Bildern führt. Wie etwa eine Perspektive von einer Schaukel im Stripklub oder einer Einstellung von oben auf eine Szene am Tisch. Was geboten wird ist sicherlich guter Durchschnitt, aber leider auch nicht mehr. Erst im Finale kann der Regisseur die Erwartungen erfüllen, die man an seinen Film hat. Hier zieht Michele Soavi alle Register und schafft es, Emotionen in roher Form zu schaffen. Am Ende wird es genau dieses Finale sein, das beim Zuschauer hängen bleiben wird, während der Rest allerdings wahrscheinlich schon zum Teil in Vergessenheit geraten ist. Hätte Soavi die Intensität und das Geschick des Endes über den gesamten Film verbreiten können, „Eiskalt“ wäre das erhoffte Erlebnis geworden. So ist es allerdings lediglich durchschnittlich.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut gelungen und abgesehen von kleineren Nachzieheffekten bei schnellen Schwenks und gelegentlichem feinen Rauschen gibt es nichts zu bemängeln. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut verständlich und nutzt in entsprechenden Szenen auch die Surroundlautsprecher.
Abgesehen von Texttafeln zu den Künstlern und dem Trailer zum Film gibt es keine Extras.
Fazit:
„Eiskalt“ ist ein durchschnittlicher Film mit Anleihen beim Film Noir, der allerdings erst im Finale die eigentlich schon vorher dringend benötigten Emotionen beim Publikum wecken kann. Gelangweilt wird man bis zum Ende zwar nicht unbedingt, aber der Wunsch, sich den Film noch einmal anzusehen, dürfte bei den wenigsten aufkommen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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107:10 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Italienisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Biografien zu Michele Placido, Alessio Boni, Isabella Ferrari, Michele Soavi
- Trailer
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Eiskalt
Arrivederci amore, ciao
Ein ialienischer Crime Noir, der abgesehen vom Finale nicht mehr als Durchschnittskost bietet
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / Italien, 2006 Regie: Michele Soavi Drehbuch: Marco Colli, Luigi Ventriglia, Franco Ferrini, Michele Soavi (basierend auf dem Roman von Massimo Carlotto) Darsteller: Alessio Boni, Michele Placido, Isabella Ferrari, Alina Nadelea, Carlo Cecchi, Antonello Fassari, Marjo Berasategui, Riccardo Zinna, Alessio Caruso, Max Mazzotta, Gentiano Hazizi
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 13.03.2008
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