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DVD-Besprechung - Boy eats Girl

Story:
Nathan (David Leon) ist unglücklich in Jessica (Samantha Mumba) verliebt, was ihn im alkoholisierten Zustand an den Rande des Selbstmords treibt. Erst seine Mutter verhilft ihm jedoch im Rahmen eines unglücklichen Zufalls zu einer Freikarte ins Reich der Toten. Es gelingt ihr jedoch, Nathan per Voodoo-Ritual zu neuem Leben zu erwecken. Einziger Nachteil dieser Maßnahme, Nathan entwickelt als Untoter fortan einen immensen Appetit auf Menschenfleisch. Die erste Biss-Attacke auf einen Schulkameraden hat jedoch katastrophale Folgen, denn die Seuche breitet sich aus und immer mehr Menschen verwandeln sich in blutrünstige Zombies.

Meinung zum Film:
Die Gattung des Fun-Splatterfilms innerhalb des Horrorgenres erlebte mit den Peter-Jackson-Klassikern "Bad Taste" (1987), bzw. "Braindead" (1992) gewissermaßen ihre Krönung. Besonders in den letzten Jahren erlebt diese spezielle Kombination aus schwarzem Humor und derben Einlagen mit umherspritzenden Innereien ein erfolgreiches Revival. Besonders "Shaun of the Dead" von Edgar Wright ("Hot Fuzz - Zwei abgewichste Profis") aus dem Jahr 2004 wurde auch auf der Kinoleinwand ein großer Erfolg und zog diverse Nachahmer, bzw. Genrekollegen nach sich. "Boy Eats Girl" stellt dabei bereits den zweiten Beitrag aus Irland, nach dem eher unterdurchschnittlichen "Dead Meat", dar. Tummelten sich dort u.a. noch Zombie-Kühe, ging es in "Black Sheep" aus Neuseeland gegen Killerschafe, während im britischen "Evil Aliens" die titelgebenden Außerirdischen den Anlass zum Gemetzel darstellten. Weit mehr Ähnlichkeiten mit "Boy Eats Girl" weist jedoch der ebenfalls schwache, deutsche Beitrag "Die Nacht der Lebenden Loser" auf. Auch dort kehrten Schüler als lebende Tote zurück und es wurde der Eindruck einer Symbiose aus Teenie-Komödie und Zombiefilm vermittelt. Seine Deutschlandpremiere erlebte der Film beim Fantasy Filmfest 2005.

"Boy Eats Girl" ist offensichtlich ein Vertreter, der einerseits über kein besonders hohes Budget verfügen konnte und bei dem andererseits auch wenig Wert auf eine halbwegs anständige Story gelegt wurde, was sich auch schon in der niedrigen Spielzeit von deutlich unter 80 Minuten widerspiegelt. Die Budgetknappheit äußert sich dann zu Beginn u.a. in einer größeren Effektarmut, vieles passiert im Off, oder es wird lediglich reichlich rote Farbe offeriert, ohne den Verlust dieses Lebenssaftes ins rechte Licht zu rücken. Überhaupt sind die ersten 30 Minuten eine einzige Qual und wie der gesamte Film bar jeder Innovation. Die Story ist selbst für dieses Genre als äußerst dünn und wenig überzeugend zu bezeichnen, so schüttelt z.B. Nathans Mutter das Voodoo-Ritual zur Wiederbelebung quasi aus dem Ärmel und auf die Darstellung des Rituals wird, ausgenommen ein paar Traumfragmente, auch direkt mal verzichtet. Der Beginn erinnert dabei eher an eine typisch seichte Teenie-Komödie, auf nackte Haut wird hier aber konsequent verzichtet und auch wenn es immer wieder sexuelle Anspielungen gibt, wird das ganze extrem verklemmt und keusch präsentiert.

Im Grunde wirkt hier vieles katholischer als der Papst, und es handelt sich quasi um die Light-Version von "Die Nacht der Lebenden Loser". Die Komik des Films ist dabei grundsätzlich eher dezent ausgefallen, den schwarzen Humor typisch britischer Prägung sucht man hier jedenfalls vergebens. Trotz der kurzen Spielzeit bietet der Film endlose Längen und die Story taugt schon nach einiger Zeit nichtmal mehr als Alibi für eher schwache Effekte, auch wenn sich diese gegen Ende in Anzahl und Qualität etwas steigern. "Highlight" des Films ist dabei wohl eine lediglich einminütige Mähdreschersequenz für Arme, die jedoch bei Freunden von "Evil Aliens", oder der Rasenmäherszene aus "Braindead", bestenfalls ein müdes Lächeln hervorrufen dürfte. Die Darsteller verdienen insgesamt eher das Prädikat solide, während die Charaktere zwar flach daherkommen, aber zumindest nicht so hassenswert-dämlich auftreten wie vergleichbare Teenager aus amerikanischen Produktionen.  

Digitale Aufarbeitung:
"Boy Eats Girl" bietet gute Schärfe- und Kontrastwerte, sowie natürliche, kräftige Farben, einziges Manko ist das deutlich wahrnehmbare Bildrauschen. Im Tonbereich weiss die DVD ebenfalls zu gefallen, gute Verständlichkeit ist zu jeder Zeit gewährleistet und bei bei den Effekten werden auch die hinteren Boxen überzeugend eingebunden.

Auf der DVD finden sich neben dem deutschen und englischen Trailer zum Film, einer Bildergalerie, und dem Feature "Eating Out - The Making Of Boy Eats Girl" (8:52), auch noch Interviews mit Cast und Crew (18:44). Das Making Of ist jedoch so kurz wie enttäuschend, im Gegensatz zu den Interviews aber wenigstens deutsch untertitelt. Angesichts der Tatsache, dass sich bei den Interviews neun Personen in deutlich weniger als zwanzig Minuten äußern müssen, verwundert die Oberflächlichkeit der getätigten Statements wenig. Ein zusätzliches Ärgernis ist die Übernahme diverser Kommentare aus dem Making Of.  

Fazit:
"Boy Eats Girl" ist ein äußerst innovationsloser Vertreter aus dem Bereich Fun-Splatter, der weder im Bereich Effekte, noch auf der Humorebene wirklich punkten kann. Zudem kommt die Story nicht über eine Alibifunktion hinaus und eine gewisse Budgetknappheit steht dem Film ebenso schlecht zu Gesicht wie die langatmige Erzählweise. Technisch ist die DVD sehr zufriedenstellend, die Extras sind aber weder quantitativ, noch qualitativ überzeugend.  

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
76:56 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • "Eating Out - The Making of Boy Eats Girl"
  • Deutscher + Englischer Trailer
  • Bildergalerie
  • Interviews mit den Schauspielern Samantha Mumba, David Leon, Tadhg Murphy, Laurence Kinlan, Deidre O'Kane, Dennis Conway, Regisseur Stephen Bradley, sowie den Produzenten Ed Guiney und Andrew Lowe
Boy eats Girl - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Boy Eats Girl
Boy Eats Girl

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Innovationsloser Fun-Splatter, der weder kurzweilig noch effektreich daherkommt


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien / Irland, 2005
Regie:
Stephen Bradley
Drehbuch:
Derek Landy
Darsteller:
David Leon, Samantha Mumba, Tadhg Murphy, Laurence Kinlan, Sara James, Mark Huberman

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
24.04.2008