Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Acacia - Die Wurzeln des Bösen
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Acacia - Die Wurzeln des Bösen

Story:
Ein kinderloses Ehepaar adoptiert einen kleinen Jungen, der - kaum zuhause - seltsame Züge zeigt. Er sucht ständig Zuflucht beim kranken Akazienbaum im Garten und behauptet sogar, dass der Geist seiner toten Mutter in der Akazie lebt. Als die Frau wie durch ein Wunder schwanger wird und ein Baby bekommt, sieht sich der Junge auf dem Abstellgleis. Er versucht das Baby zu ersticken und lenkt damit den Zorn der Adoptiveltern auf sich. So beschließt er davonzulaufen. Noch in dieser Nacht geschieht Grauenvolles ... und die Akazie beginnt zu blühen.

Meinung zum Film:
"Acacia" ist eine völlig andere Art von asiatischem Gruselfilm als beispielsweise "The Ring". Statt den Fokus auf die Schockeffekte zu legen, baut man hier Horror auf Grundlage eines Dramas auf. Wollen andere Filme den Zuschauer mit einer möglichst hohen atmosphärischen Dichte in ihren Bann ziehen, scheint bei "Acacia" eher das Gegenteil der Fall zu sein. Die Geschichte ist sehr mysteriös und verwirrend, manche Handlungselemente werden gar nicht erst gezeigt oder erwähnt. Man hat beim Ansehen fast schon das Gefühl, nie wirklich zu wissen, worum es gerade geht. Nicht gerade förderlich ist da auch die Arbeit des Regisseurs, der (bewusst?) immer wieder Dinge ins Bild rückt, die keinerlei Bedeutung für den Verlauf der Handlung haben.

Zudem fehlt es dem Film an dem gewissen zündenden Funken, der ihm Leben einhaucht. Ein Horrorfilm muss zwar nicht von einem Schreikrampf zum nächsten überleiten, aber etwas mehr Spannung wäre schon nicht schlecht gewesen. Wer zu diesem Genre greift, möchte nicht unbedingt Figuren vorgesetzt bekommen, die stundenlang vor sich hin starren und gar nichts tun. "Acacia" präsentiert eine kalte, düstere Stimmung, die es zusammen mit der konfusen Story unmöglich macht, sich in den Film hinein zu versetzen. Dadurch werden auch die späteren unheimlichen Ereignisse ihrem schockierenden Moment beraubt. Da die Atmosphäre von Anfang an befremdlich ist, stellen die gruseligen Parts keinen Kontrast zum Rest des Films her. Wie wirkungsvoll lässt sich doch mitreißende Spannung aufbauen, wenn man dem Zuschauer zuerst eine intakte Harmonie präsentiert, die sich dann im Verlauf der Story in das krasse Gegenteil verwandelt. Durch dieses gewisse Maß an Emotionalität entsteht ein viel intensiveres Schockerlebnis. Leider fehlt es "Acacia" daran völlig.

Filmtechnisch sieht es ansonsten durchwachsen aus. Die Optik kann größtenteils überzeugen - besonders der Akazienbaum macht mit jeder Einstellung einen unheimlicheren Eindruck. Soundeffekte wurden jedoch teilweise zu übertrieben eingesetzt. Die meisten Schocksequenzen werden von plötzlich auftretenden, extrem lauten Sounds verziert. Natürlich löst das beim Zuschauer einen Schreck aus, allerdings ist dies nichts genrespezifisches - durch unerwartete, laute Töne erschrickt man in wohl jeder Situation - und außerdem schon viel zu oft dagewesen.

Digitale Aufarbeitung:
Beim Bild fällt auf, dass die Konvertierung vom koreanischen NTSC- zum deutschen PAL-Format wohl nicht ganz glatt verlaufen ist. Es wirkt wie einen Tick zu langsam abgespielt, was mal mehr, mal weniger stark auffällt. Anscheinend wurde außerdem ein Rauschfilter eingesetzt, da das Bild relativ ruhig wirkt. Dafür sind jedoch teils deutliche Unschärfen zu bemerken. Der Ton ist in Ordnung und beschränkt sich zu weiten Teilen auf die Front, da der Film wenig Action bietet. Wer die etwas schwerfällige deutsche Synchronisation nicht mag, kann auch die dynamischere Originalsprache mit optionalen Untertiteln wählen.

Neben dem Trailer liegen noch rund 22 Minuten Bonusmaterial vor. Diese verteilen sich auf ein knapp 12-minütiges Making Of sowie zwei fünfminütige Interviews mit dem Regisseur und den Hauptdarstellern. Tiefgründigere Infos kann man in dieser kurzen Zeit leider kaum erwarten, vielmehr bekommt man standardmäßige Werbeaussagen zu hören.

Fazit:
Insgesamt sind die Schwächen von "Acacia" zu auffällig, um für den Film eine wirkliche Empfehlung aussprechen zu können. Während die Optik sehr gelungen wirkt, ist die Story viel zu konfus und schwächelt an einer zu kalten Atmosphäre. Kann man sich ansehen - muss man aber nicht. Wer einen melancholisch angehauchten Horrorstreifen sucht, wird vielleicht trotzdem mal einen Blick riskieren. Die DVD-Umsetzung ist bestenfalls Mittelmaß, sodass man auch in dieser Hinsicht nichts Herausragendes verpasst.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
102:57 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Koreanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Making Of
  • Interview mit den Hauptdarstellern Shim Hye-jin und Kim Jin-geun
  • Interview mit dem Regisseur Park Ki-Hyung
Acacia - Die Wurzeln des Bösen - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Acacia
Acacia

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Emotionsloses Horror-Drama mit konfuser Story


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2003
Regie:
Park Ki-hyeong
Drehbuch:
Park Ki-hyeong
Darsteller:
Shim Hye-jin, Kim Jin-geun, Mun Oh-bin, Jeong Na-yoon,

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
17.01.2008