Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Art of the Devil
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Art of the Devil

Story:
Die junge Boom (Supakson Chaimongkol) hat eine Affäre mit dem reichen, verheirateten Geschäftsmann Prathan (Tin Settachoke). Als sie schwanger wird, gibt er ihr Geld, wie sie glaubt für eine Abtreibung. Stattdessen vergewaltigt er sie jedoch mit drei Freunden, woraufhin Boom das Baby behalten will und vor den Augen von Prathans Familie mehr Geld von ihm fordert. Er schlägt sie jedoch nur und jagt sie davon. Sechs Monate später geschehen einige mysteriöse Morde und Selbstmorde, bei den Opfern handelt es sich um Booms Vergewaltiger und ihre Familien. Prathans Vermögen geht deshalb an seine erste Ehefrau Kamala (Krongthong Rachatawan).

Meinung zum Film:
Regisseur Tanit Jitnukul ist einer der bekanntesten thailändischen Regisseure und konnte besonders mit "Bang Rajan - Kampf der Verlorenen" auch international für Aufsehen sorgen. Eine seiner Spezialitäten sind dabei actionlastige Verfilmungen thailändischer Mythen, bzw. der thailändischen Geschichte. Neben "Bang Rajan" erschienen aus diesem Bereich auch noch "Kunpan - Der Geisterkrieger", sowie "Sema, the Warrior of Ayodhaya" in Deutschland. "Art of the Devil" war sein erster Versuch im Horrorgenre Fuß zu fassen, später folgten auch noch der ebenfalls in Deutschland erhältliche "Hell - Gefangene des Jenseits", sowie eine der drei Episoden von "Black Night" aus dem Jahr 2006. Während Drehbuchautor Ghost Gypsy ein Neuling ist, arbeitete Jitnukul mit SirLaosson Dara ("Re-cycle") bereits bei "Bang Rajan" zusammen.

"Art of the Devil" lässt sich am besten als Okkult-Horrorfilm beschreiben. Neben einigen ruhelosen Geistern stehen hier vor allem Rituale im Mittelpunkt, die wie das thailändische Gegenstück der afrikanischen Voodoo-Künste wirken. Das zentrale Motiv der Hauptfigur Boom ist Rache. Mit dem gewaltsamen Tod ihrer Peiniger ist es jedoch nicht getan, sie will auch eine finanzielle Entschädigung für ihre Pein, nämlich Prathans Vermögen. Da dieses Vermögen nach dessen Tod an seine Ex-Frau Kamala zurückfällt, versucht sich Boom in Kamalas Familie einzuschleichen und die Erbfolge durch weitere Ritualmorde zu beschleunigen, bis sie zur Alleinerbin aufsteigt. Diese Geschichte hätte sicherlich einen guten Thriller abgegeben, leider versteigt sich der Film aber darauf, möglichst okkult und übersinnlich sein zu wollen. Was dabei leider auf der Strecke bleibt sind jegliche Art von Spannung, eine mitreißende Geschichte, oder gar gut ausgearbeitete Charaktere.

Die Geschichte wird in Rückblenden aus der Sicht von Boom, erzählt, somit, und auch aufgrund der sonstigen Erzählweise, gibt es nie einen Zweifel an ihrer Schuld an den Morden. Auch die Tatsache, wie sie diese Morde bewerkstelligt, nämlich mit Hilfe eines Priesters und dessen okkulten Ritualen, wird schon sehr früh offenbart. Die Rituale selbst sind, wie übrigens der gesamte Film, sehr unblutig, und zudem vollkommen unspektakulär. Die Morde sind wenig einfallsreich und extrem simpel inszeniert, die KJ-Freigabe ist ein absoluter Witz, eine FSK 16 wäre mehr als ausreichend gewesen. Natürlich darf auch das übliche, asiatische Geistermädchen nicht fehlen, auch wenn es diesmal blond statt schwarzhaarig und von eher gutartiger Natur ist. So schleppt sich der Film spannungsfrei und langatmig seinem Ende entgegen, während ihm seine Vorhersehbarkeit endgültig den Rest gibt.   

Digitale Aufarbeitung:
Für einen Film aus dem Jahr 2004 ist das Bild wahrlich enttäuschend. Neben einem omnipräsenten, deutlich wahrnehmbaren Rauschen gibt es auch noch diverse Verschmutzungen und sogar kleinere Beschädigungen, für einen so neuen Film nicht gerade die Regel. Hinzu kommt noch eine bestenfalls durchschnittliche Schärfe und bei der Farbgebung, sowie dem Kontrast, sieht es leider auch nicht viel besser aus. Anders sieht es glücklicherweise bei den Tonspuren aus. Eine gute Verständlichkeit ist stets gewährleistet und in den vermeintlichen Schocksequenzen geht es akustisch deutlich intensiver zur Sache, wobei auch mit Raumklang nicht gespart wird.

Auf der DVD befindet sich neben dem Originaltrailer, sowie einer Bildergalerie, lediglich ein "Behind the Scenes"-Feature (23:58). Das Feature ist in thailändischer Sprache mit fest eingebrannten englischen Untertiteln, über die noch zusätzlich die deutschen Untertitel eingeblendet werden. Inhaltlich handelt es sich hier nur um eine müde TV-Werbesendung, die versucht, bei den Zuschauern ein Interesse für den Film zu wecken. Somit gibt es diverse Szenen aus dem Film zu sehen, aber eben so gut wie gar keine Bilder von den Dreharbeiten. Ansonsten wird vor allem viel fauler Zauber geboten, denn der Regisseur und die drei Hauptdarstellerinnen versuchen hier in befremdlicher Art und Weise, die Bedeutung des Okkulten im täglichen Leben hervorzuheben. Für alle, die den Film gesehen haben, ist das Feature aufgrund fehlender Hintergrundinfos völlig uninteressant. Personen, die den Film noch nicht gesehen haben, werden diese pseudo-übersinnlichen, geistigen Flatulenzen zudem wohl auch eher abschrecken.

Fazit:
"Art of the Devil" ist ein komplett vorhersehbarer, spannungsfreier und blutleerer Okkult-Grusler mit flachen Dialogen, der beim Zuschauer vor allem Langeweile, sowie Unverständnis über das Treiben auf dem Bildschirm hervorruft. Zudem ist die deutsche Synchronisation des Films nicht sehr hochwertig, die Bildqualität ist eher enttäuschend und die Extras sind ebenfalls mehr als mau.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
92:49 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Behind the Scenes
  • Originaltrailer
  • Bildergalerie
Art of the Devil - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Art of the Devil
Khon len khong

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Fauler Zauber der übelsten Sorte, zudem auch in den Bereichen Technik und Extras schwach


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Thailand, 2004
Regie:
Tanit Jitnukul
Drehbuch:
SirLaosson Dara, Ghost Gypsy
Darsteller:
Arisa Wills, Supakson Chaimongkol, Krongthong Rachatawan, Tin Settachoke, Somchai Satuthum, Isara Ochakul

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
14.02.2008