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DVD-Besprechung - Die Krays
Story:
Ronnie (Gary Kemp) und Reggie Kray (Martin Kemp) sind die heimlichen Herrscher im Londoner East End in den sechziger Jahren und sie sind gnadenlos. Gegner werden entweder ermordet oder bis zur Unkenntlichkeit durch den so genannten „Chelsea Smile“ entstellt. Was könnte die beiden Zwillingsbrüder aufhalten? Vielleicht ihre eigene Arroganz, vielleicht ihre unterschiedlichen Charaktere. Vielleicht aber auch einfach die Tatsache, dass man sich nicht alles erlauben kann und irgendwann dann doch zu viele Beweise vorliegen, damit die Polizei zuschlagen kann?
Meinung zum Film:
In einer schlimmen Zeit waren sie die Schlimmsten und die Gebrüder Kray waren in der Tat einmal in Großbritannien fast berühmter als die Queen selbst. Bei ihren Beerdigungen 1995 und 2000 waren tausende Menschen auf der Straße und feierten ihre vermeintlichen Helden. Sie beherrschten in den sechziger Jahren ein gewaltiges Schutzgeld-Imperium, ihnen wurden Körperverletzungen, Nötigungen, Erpressung, Betrug und schlussendlich zwei Morde angelastet und beide bekamen je 30 Jahre Knast und nur einer der Brüder durfte noch einmal Luft atmen, die nicht durch Gitterstäbe gefiltert wurde, wenn auch nur für knappe zwei Wochen. Sie wurden mit vielen Kriminellen verglichen, sie wurden als der doppelte Al Capone vom Eastend bezeichnet und doch waren sie irgendwie auch eine Klasse für sich. Ronnie Krays Gehirn wurde zu Forschungszwecken der forensischen Psychiatrie übergeben, denn man fragte sich, wie jemand so abgrundtief böse sein konnte, dass er sogar seinen Gegnern das Gesicht von einem Ohr zum anderen aufschlitzte. Vielleicht lag es ja auch einfach nur daran, dass sie als Zwillinge unzertrennlich waren und niemand sich traute, ihnen zu widersprechen.
Die Geschichte der Gebrüder Kray ist also eine sehr interessante Geschichte und eigentlich hätte daraus ein interessanter und guter Film werden können, wenn man nur einfach einmal einen guten Drehbuchautor dran gesetzt hätte. Denn eigentlich hapert es bei diesem Film hinten und vorne. Am augenfälligsten wird dies, wenn man sich einmal anschaut, wie viel Zeit in Szenen investiert wird, die nichts zur Geschichte beitragen, die noch nicht einmal die Charaktere formen. Es scheint gerade so, als hätte man sich ständig gefragt, wie man denn diese spannende Geschichte auf zwei Stunden konzentrieren kann, ohne dabei probate Mittel zu finden. Die Szenen ziehen sich allesamt dahin, es kommt keine Spannung auf, der Zuschauer wird immer wieder dazu verleitet, auf die Uhr zu schauen und sich zu fragen, wann dieses Trauerspiel denn nun ein Ende hat. Es ist bereits der Einstieg, der total verpatzt wird. Man hätte nicht erst die Kindheit der Beiden zeigen sollen, denn schon hier herrscht Langeweile pur. Und der Rest wirkt durch die verlorene Zeit einfach zu gequetscht und gequält.
Da kann auch nichts darüber hinweghelfen, dass die beiden Brüder Gary („Bodyguard“) und Martin Kremp („Fleshtone“) eine gute schauspielerische Leistung abliefern und die beiden Zwillingsbrüder sehr intensiv darstellen. Sie können aber über eines nicht hinwegtäuschen: Dass sie nur Brüder sind und keine Zwillinge, auch wenn sie sich ähnlich sehen. Aber sie sehen eben nicht gleich aus und daher ist auch das nicht machbar gewesen, was die beiden echten Krays ausmachte: Sie deckten sich gegenseitig, was darauf basierte, dass sie gleich aussehen. Eine gute schauspielerische Leistung kann aber ein schlechtes Drehbuch nicht aufwiegen. Und wenn dann auch noch der Rest des Casts mehr als blass bleibt, dann ist das Gesamturteil nun einmal vernichtend.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist soweit in Ordnung, zeigt keine größeren Schwächen. Es wirkt ein wenig blass, aber das passt freilich zur damaligen Zeit ganz gut dazu. Ab und zu ist bei einfarbigen Flächen ein leichtes Rauschen zu sehen. Der Ton liegt in Deutsch und Englisch nur in Dolby Digital 2.0 vor. Das ist eigentlich zu wenig, auch wenn der Film bereits 18 Jahre alt ist.
In Sachen Special Features kann dieses DVD mehr glänzen als mit dem Film selbst. Neben einem guten Audiokommentar, der interessante Einzelheiten zum Film enthält, gibt es eine Dokumentation über die Kray-Brüder, die fast eine Stunde lang ist. Eine Bildergalerie und der englische Trailer runden das Angebot ab.
Fazit:
Es ist enttäuschend, dass eine interessante Geschichte so dermaßen in den Sand gesetzt werden kann. Der Film ist keine Empfehlung wert und lebt nur ein wenig durch die guten Hauptdarsteller.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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114:55 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar
- Flesh and Blood: The Story Of The Krays
- Englischer Trailer
- Bildergalerie
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Die Krays
The Krays
Zwillingsgangster ganz groß
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 2001 Regie: Peter Medak Drehbuch: Philip Ridley Darsteller: Alfred Lynch, Avis Bunnage, Billie Whitelaw, Charlotte Cornwell, Gary Kemp, Gary Love, Kate Hardie, Martin Kemp, Susan Fleetwood, Tom Bell
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 11.01.2008
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