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DVD-Besprechung - Der Wind in den Weiden - Staffel 2

Story:
"Der Wind in den Weiden", das sind die Abenteuer der vier Freunde "Maulwurf" (Mauly), "Ratte" (Ratty), "Dachs" und "Frosch" (Froschy). Der Frosch bringt sich mit seiner eitlen und selbstgefälligen Art immer wieder in Schwierigkeiten, aus denen ihm der alte und weise Dachs, der ängstliche aber gutherzige Maulwurf und die clevere Ratte heraushelfen müssen. Vor allem die Bande der diebischen und aufrührerischen Wiesel sorgt immer wieder für Ärger und Streitigkeiten.

Meinung zum Film:
Nach der bereits erfolgten Veröffentlichung der 1. Staffel von "Der Wind in den Weiden", durch Polyband im September 2007 folgt jetzt die Veröffentlichung der 2. Staffel mit 13 neuen Folgen mit einer Länge von jeweils rund 20 Minuten, wiederum verteilt auf 2 DVDs. Im Jahr 1983 entstand die Langfilmadaption des gleichnamigen Kinderbuchklassikers aus der Feder des Schotten Kenneth Grahame von 1908. Der Film wurde ein großer Erfolg, weshalb ein Jahr später, also 1984, eine zugehörige Serie produziert wurde, die auf die gleichen detaillierten Puppen, sowie deren Stop-Motion-Tricktechnik zur Animation zurückgreifen konnte. Die zweite Staffel, wiederum mit 13 Folgen, folgte bereits 1985, jeweils ein Jahr später gab es dann auch noch eine dritte und vierte Staffel. Im Jahr 1989 folgte schließlich der etwa einstündige Film "A Tale of Two Toads", sowie 1990 eine weitere Staffel mit dreizehn Folgen, allerdings mit etwas veränderter Konzeption unter dem neuen Titel "Oh! Mr. Toad!".

In der 2. Staffel gibt es ein Wiedersehen mit den bereits bekannten Hauptfiguren aus der 1. Staffel. Auch wenn die Serie handwerklich mit den detaillierten Puppen und der gelungenen Stop-Motion-Animation nach wie vor voll überzeugen kann, stellen sich inhaltlich doch kleinere Ermüdungserscheinungen ein. So gibt es hier, wie bereits auch schon in der 1. Staffel, erneut mehrere Folgen, in denen entweder Personen verschwunden sind, woraufhin eine Suchaktion in Gang gesetzt wird oder Folgen, in denen der Frosch verschiedenen Tricks der Wiesel auf den Leim geht. Zudem gibt es zwar in der 2. Staffel ein Wiedersehen mit Maulys Cousin Oberon, ansonsten werden aber keinerlei neue Figuren in die Handlung eingeführt. Eine Besonderheit in dieser Hinsicht stellt lediglich Folge 12, "Graf Frosch vom Ufersaum", dar, in der erstmals einige Menschen in Nebenrollen als Schausteller auftreten. Der musikalische Charakter der Serie fällt in der 2. Staffel wesentlich dezenter aus, lediglich in Folge 1, "Der Frosch als Pistenschreck", und Folge 13, "Maskenball", gibt es Gesangseinlagen. Diese sind in der, ansonsten sehr professionellen, deutschen Synchronisation jedoch erneut nur ein übler, unharmonischer Sprechgesang, der schwerlich zu ertragen ist.

Der unumstrittene Hauptdarsteller der 2. Staffel ist ganz klar "Froschy", der in fast allen Folgen im Mittelpunkt steht. Ein wenig schade ist allerdings, dass er hier fast durchgehend negativ dargestellt wird, nämlich als blasierter Narr, der aufgrund seiner Selbstüberschätzung und Dummheit regelmäßig in Schwierigkeiten gerät. In der 1. Staffel war die Darstellung des Froschs noch deutlich versöhnlicher, während er hier auch mehrmals das Opfer von Späßen seiner eigenen Freunde wird. Die Serie ist aber trotzdem nach wie vor sehr kindgerecht, bietet viele humorvolle Dialoge und liebenswerte Charaktere, und zudem existiert stets eine Moral von der Geschicht. In der 4. Folge, "Wiesels großer Schwindel", wird Froschy das Opfer seiner eigenen Gier und des Spekulantentums, in Folge 6, "Eine bittere Medizin", mutiert Froschy zum sterbenskranken Hypochonder, und in Folge 11, "Froschhausen unter Strom", sieht sich Froschys blinder Fortschrittsglaube mit den Tücken der Technik konfrontiert.

Digitale Aufarbeitung:
Bei der 2. Staffel gab es in technischer Hinsicht keine Veränderungen. Das Alter von mehr als 20 Jahren sieht man der Serie auch weiterhin an. Das bedeutet, es liegt wieder ein deutliches Blockrauschen vor und es gibt auch vereinzelte Defekte und Verschmutzungen. Die Kontrast- und Schärfewerte sind wieder zufriedenstellend, die Farben sind zwar nach wie vor ein wenig zurückhaltend, aber durchaus natürlich geraten. Die beiden Tonspuren überzeugen mit guter Verständlichkeit.

Es gibt leider erneut keinerlei Extras.  

Fazit:
Auch die 2. Staffel von "Der Wind in den Weiden" überzeugt mit einer liebevollen handwerklichen Aufbereitung, besitzt Witz und Charme, und bietet lehrreiche und fantasievolle Geschichten. Gegenüber der 1. Staffel gibt es aber nicht sehr viele Innovationen und einige inhaltliche Strickmuster der Episoden beginnen sich doch zunehmend zu wiederholen. Die technische Präsentation ist zwar nach wie vor nicht überragend, jedoch durchaus zufriedenstellend, auf Extras muss aber weiterhin verzichtet werden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,33:1
1,33:1
13 Folgen à ca. 20 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • -
Der Wind in den Weiden - Staffel 2 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der Wind in den Weiden - Staffel 2
The Wind in the Willows - Season 2

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Ein liebevoll umgesetzter Kinderbuchklassiker, der auch in der 2. Staffel größtenteils überzeugen kann


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1985
Regie:
Mark Hall, Chris Taylor
Drehbuch:
Rosemary Anne Sisson (nach den Kinderbüchern von Kenneth Grahame)
Darsteller:
-

Label Deutschland :
Polyband
Verkaufsstart Deutschland :
25.01.2008